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Hochkaräter und Sommergaudi

Nach der gigantischen Modenschau lustwandeln die Models im Kaffeetüten-Look über den Festplatz. Auch "Montgolfiére", der Pionier des Heißluftballon-Flugs von 1783, ist mit dabei.
Nach der gigantischen Modenschau lustwandeln die Models im Kaffeetüten-Look über den Festplatz. Auch "Montgolfiére", der Pionier des Heißluftballon-Flugs von 1783, ist mit dabei. FOTO: Gabi Zahn/gzn1
Schönewalde. "Hab den Mond mit der Hand berührt", so klingt es Samstag an der gigantischen Marktbühne tausendfach durch die Nacht. Schönewalde feiert zu Pfingsten sein 51. Heimatfest – diesmal mit Karat als Höhepunkt. Gabi Zahn / gzn1

Das Publikum lauscht dem "Schwanenkönig", liebt "Jede Stunde" mit den Kultmusikern und feiert aktuelle Titel ihrer für September angekündigten CD "1000 Karat". Die Fans sind happy. Nach Konzertende beginnt die After-Show-Party. Erst um 3.30 Uhr legt DJ GentleJ den letzten Titel auf.

Bereits Freitagabend waren die Schönewalder und ihre Gäste mit rockigem "Landbums" und DJ Lenke One in den dreitägigen Festmarathon gestartet. Bürgermeister Michael Stawski holte zu zwei kräftigen Hammerschlägen aus und ließ das Freibier sprudeln.

Der Morgen danach beginnt mit der Jagd auf das runde Leder. Die "Alten Herren" aus Schönewalde sind putzmunter und entscheiden das Turnier für sich. "Etwa 200 Zuschauer haben die Daumen gedrückt", freut sich Volker Müller von den Linde-Fußballern.

Im Festzelt eröffnet die Kita "Regenbogen" das Samstags-Nachmittagsprogramm mit allerliebst vorgetragenen Liedern und Tänzen. Sodann gilt die Aufmerksamkeit einer "Modenschau der besonderen Art", inszeniert und moderiert von Peter Noack aus Leipzig. Schon beim ersten Modell - die "Krönung" im Stil einer altertümlichen Königin - geht ein Raunen durchs Festzelt. Den grünlichen "Stoff" kennen alle. Dieses Kostüm, wie auch alle anderen sind einzig und allein aus Kaffeeverpackungen hergestellt, auch die goldschimmernde Robe der "Pur la femme" Pharaonin Hatschepsut. Hinter ihr schreiten "Hektor" und "Ajax", zwei altgriechische Modelle. Es folgen "Zar Boris Godunow" und eine Prinzessin im zwölf Meter langen Schleppenkleid. In dieser Gesellschaft gefallen sich "Madame Pompadour" und Fantasiegestalten aus "Star Trek" sowie "Sindbad". Sage und schreibe 42 Kostüme der Hobbydesigner sind zu bewundern - 27 davon werden von Schönewalder Models auf dem Laufsteg vorgeführt! "Unsere Schau funktioniert nur, wenn die Leute vor Ort mitmachen. Wir brauchen viele Akteure, weil das Ankleiden sehr aufwändig ist. Hier hat alles gut geklappt", bekundet Thomas Noack. Dieses Lob geht zuallererst an Thilo Schreier. Er hatte die "Connewitzer Kaffeetüten-Modenschau" nach Schönewalde geholt.

Pfingstsonntag, 9 Uhr, gibt es seit 41 Jahren nur einen Höhepunkt: Damenfrühschoppen! Brunhilde Gasiecki gehört zu den Stammgästen. Diesmal darf sie sogar mit auf die Bühne zu DJ Chrismen und zu "René & Schenk". Die Musik-Comedians sind neu in Schönewalde - aber nur bis zum ersten "Hallo". Im Nu haben die sympathischen Randberliner das Publikum nach allen Regeln ihrer Kunst umgarnt und "auf Tour" gebracht. Sie sind unnachahmlich kess, unglaublich bewegungsfreudig und unwiderstehlich sexy. Schade nur, dass weniger Frauen als sonst zum Frühschoppen waren. Doch wer mitgefeiert oder das Duo am Nachmittag bei seiner Show erlebt hat, schwärmt ebenso wie Brunhilde und ihre Freundinnen: "Die beiden Süßen müssen unbedingt wiederkommen."