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Historische Schlacht modern inszeniert

Anhand von Mühlberger Glaubenszeugnissen, wie zum Beispiel dieser kunsthistorisch wertvollen Heiligenfigur, die Maria mit dem Christuskind darstellt, wird die Reformation auch in ihren lokalen Erscheinungen in der neuen Dauerausstellung im Museum "Mühlberg 1547" gezeigt.
Anhand von Mühlberger Glaubenszeugnissen, wie zum Beispiel dieser kunsthistorisch wertvollen Heiligenfigur, die Maria mit dem Christuskind darstellt, wird die Reformation auch in ihren lokalen Erscheinungen in der neuen Dauerausstellung im Museum "Mühlberg 1547" gezeigt. FOTO: Kulturamt Landkreis Elbe-Elster
Mühlberg. Kaum jemand weiß, dass sich im idyllischen Landkreis Elbe-Elster vor rund 500 Jahren bei der Schlacht nahe Mühlberg Weltgeschichte abspielte. Das soll sich nun ändern: Ab 25. April wird "Mühlberg 1547" im Museum auf moderne Weise an die europaweit bedeutende Schlacht und die Reformation erinnern.

Das traditionsreiche Mühlberger Museum öffnet am Samstag, dem 25. April, ab 13 Uhr bei einem Tag der offenen Tür nicht nur die frisch sanierte Klosterpropstei, sondern zeigt auch einen gänzlich neuen Inhalt mit dem Titel "Mühlberg 1547". Der Eintritt am Eröffnungstag ist frei.

Als im Jahre 1531 in Mühlberg die neue Propstei im Auftrag des Zisterzienser-Nonnenklosters Mühlberg erbaut wurde, war die Reformation bereits im vollen Gange. Daran erinnert die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. Bereits acht Jahre später wurde das Kloster in Folge der kirchlichen Erneuerungsbewegung aufgelöst. 1547 standen sich in der Schlacht bei Mühlberg das katholische Heer Kaiser Karls V. und die Truppen des protestantischen Schmalkaldischen Bundes in einer entscheidenden Schlacht gegenüber: Die Katholiken siegten, der Führer der Protestanten, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, geriet in Gefangenschaft.

"Die Schlacht beeinflusste damit den weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts entscheidend", erläutert Martina Pöschl, Verantwortliche für das Museum "Mühlberg 1547" beim Landkreis Elbe-Elster. "Mühlberg wurde durch das kriegerische Ereignis zu einem historischen Erinnerungsort von europäischer Dimension. Mühlberg gehört daher auch zu den ‚Stätten der Reformation', die das europäische Kulturerbesiegel tragen dürfen."

Heutzutage ist die Stadt Mühlberg ein ganz besonderes Kleinod mit einer beeindruckenden Altstadt, zu der auch das aus dem 13. Jahrhundert stammende Kloster sowie die Propstei gehören. Wenn Ende April nach über dreijähriger Sanierung der Klosterpropstei das Museum mit neuer Dauerausstellung zum Thema Reformationsgeschichte und die Schlacht bei Mühlberg eröffnet, werden damit zugleich die Potenziale der Stadt als reformationsgeschichtlich bedeutender Standort erschlossen. "Mit dem Ausbau und der Profilierung der neuen Propstei wird im Land Brandenburg ein Museum geschaffen", ergänzt Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, "das eine wichtige Ergänzung zu den reformationsgeschichtlich bedeutsamen Stätten in Wittenberg und Torgau bietet und die Kulturlandschaft an der Elbe bereichern wird. Zudem unterstreicht das Museum ‚Mühlberg 1547' einmal mehr, dass diese Region spannende Geschichte und Geschichten zu erzählen hat."

"Den Mittelpunkt des neu konzipierten Museums wird künftig eine Medieninszenierung bilden, die die Schlacht aus drei unterschiedlichen Perspektiven vorstellt", verrät Martina Pöschl. "Daneben stehen die Protagonisten, allen voran Kaiser Karl V. aus dem Hause Bourbon, der durch eine lebensgroße Kopie des berühmten Reiterbildnisses von Tizian dem Besucher sehr lebendig präsentiert wird."

Die Propstei selbst wird das größte "Exponat" der künftigen Ausstellung sein, denn sie gilt in ihrer Gestalt und Ausgestaltung als bauliches Symbol der Gegenreformation. "Insbesondere die großformatigen Wand- und Deckenmalereien aus dem 16. Jahrhundert, für deren Restaurierung wir als Landkreis allein rund 30 000 Euro bereitgestellt haben, sind eine Augenweide", sagt der Landrat. "Die gleiche Summe hat auch die Stadt für die Umsetzung des Museumskonzeptes von der Sparkasse Elbe-Elster bekommen. Das Ergebnis zeigt, dass jeder investierte Euro gut angelegtes Geld ist. Das Mühlberger Museum stärkt die Kette der Reformationsstätten in Mittel- und Ostdeutschland, macht neugierig auf unsere Region und bereichert die Museumslandschaft im Landkreis nachhaltig", so Christian Heinrich-Jaschinski weiter.

Einen persönlichen Eindruck vom neuen Museum "Mühlberg 1547" gibt es bei kostenfreiem Eintritt am 25. April im Rahmen eines Tages der offenen Tür. Von 13 bis 19 Uhr sind dabei viele Angebote geplant. Unter anderem werden das Duo Diana Tobien aus Berlin und Ángel Rubio aus Madrid Weltmusik, Flamenco und Jazz präsentieren.

www.landkreis-elbe-elster.de

www.muehlberg-elbe.de