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| 12:44 Uhr

Immer wieder gern besucht
Kostüme, Handwerk, Musik und Tanz in Uebigau

Zur „Historischen Nacht“ in Uebigau gehören natürlich Kostüme, die hier szenisch vorgeführt werden.
Zur „Historischen Nacht“ in Uebigau gehören natürlich Kostüme, die hier szenisch vorgeführt werden. FOTO: Rico Meißner
Uebigau. Die „Historische Nacht“ kommt bei den Besuchern wieder sehr gut an. Es gibt viel zum Schauen, aber auch zum Mitmachen. Von Rico Meißner

Einmal mehr stand der Uebigauer Marktplatz am Sonnabend im Zeichen einer vergangenen Epoche. Auch die diesjährige „Historische Nacht“ brachte all das zusammen, was die Veranstaltung  schon in den Vorjahren zu einem Publikumsmagneten gemacht hat. Mittelalterliche, ritterliche Spiele für die Kleinen, historisches Handwerk und Musik sowie eine gute Verpflegung.

Neu war dieses Mal, dass sich die Kutsche mit der Kurfürstin Anna, alias Mandy Pötzsch, bereits vom Schlosshof mit Gefolge auf den Weg zum Markt machte. Stilecht eben. Ortsvorsteher Ulrich Jachmann begrüßt sie dann mit musikalischer Unterstützung: „Ich küsse ihre Hand, Madame.“

Neben dem Bühnenprogramm zieht auch das Handwerk viel Interesse auf sich. Steinmetz Matthias Seelinger lädt die Gäste ein, sich selbst einmal zu versuchen. Anfangs trauen sich nur wenige. So manch einer stellt fest, dass diese Arbeit gar nicht so einfach ist.

Daneben hat Dirk Israel aus Schlieben seinen Stand aufgebaut. Der Kunstspengler präsentiert unter anderem sorgfältig gearbeitete Figuren, beispielsweise Drachen als Wasserspeier. „Es gefällt den Zuschauern, dass es überhaupt noch Leute gibt, die so etwas können“, meint er.

Ein paar Meter weiter demonstrieren Alexander Leschke und Patrick Seifert die Kunst des Schmiedens. „Wir versuchen, die Grundlagen zu zeigen. Die Kinder sind begeistert und haben großes Interesse“, freut sich Alexander Leschke.

Annett Riedel aus Chemnitz, gerade zu Besuch bei ihren Eltern in Herzberg, interessiert sich für das Sensendengeln. Sie ist das erste Mal bei der Historischen Nacht. „Es ist so schön, das alte Handwerk zu beobachten. Das gibt es ja heute kaum noch“, lobt sie die Angebote zum Schauen. Und selbstverständlich könne sie sich vorstellen, wieder zu kommen: „Ja, warum denn nicht?“

Auch auf dem Hof des Heimatmuseums ist es gut gefüllt. Unter den Klängen einer Drehorgel ist bei den Kindern die Nussrutsche mit Holzhammer wieder der Renner. Dort steht am Klemmkuchenstand Martin Löhnhardt aus Schilda. Er ist jemand, der wieder junges Blut in den Heimatverein bringt. Auf die Frage nach dem Warum antwortet er beinahe schüchtern. „Na, weil ich heimatverbunden bin. Außerdem ist es doch gut, wenn auch mal jüngere Leute mitmachen.“ Der Schildaer ist außerdem Hobbyimker. Dazu gibt es ab und zu kleine Vorführungen. Das interessiert wiederum besonders die Kinder.

Einer der Höhepunkte des Abends ist dann noch der Trommelauftritt von Natsumi Taiko. Die Reihen vor der Bühne sind dicht gefüllt. Und das Wildschwein, das am Spieß seine Runden dreht, ist in rekordverdächtiger Zeit aufgegessen. Über all dem  steht ein nahezu perfekter Vollmond am Himmel. Er scheint das bunte Treiben, das weit in die Nacht hinein geht, wohlwollend zu betrachten.