ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:08 Uhr

Ermittlungen der Polizei laufen
Jüdischer Friedhof in Uebigau beschädigt

 Die etwa eineinhalb Meter hohe Metall-Tafel wurde mit ihrem Fundament aus dem Boden gerissen.
Die etwa eineinhalb Meter hohe Metall-Tafel wurde mit ihrem Fundament aus dem Boden gerissen. FOTO: Rainer Pohl
Uebigau. Der Hintegrund ist unklar. Erst im November 2018 war die Ruhestätte neu gestaltet worden. Von Daniel Roßbach

Die Hinweistafel zum Gelände des Jüdischen Friedhofs in Uebigau ist am vergangenen Wochenende beschädigt worden. Die etwa eineinhalb Meter hohe Metall-Tafel wurde mit ihrem Fundament aus dem Boden gerissen. Sie steht nun schief vor dem Zaun des jüdischen Friedhofs.

Der wurde erst im vergangen Jahr neu gestaltet, nachdem die zwischen 1839 und 1870 genutzte Ruhestätte in der Wahrenbrücker Straße unmittelbar neben der Bahntrasse zwischen Falkenberg und Doberlug zuvor vernachlässigt worden war.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte auf Nachfrage der Rundschau, dass dort am letzten Samstag eine Anzeige wegen Sachbeschädigung einging. Als Geschädigte gelte die Gemeinde Uebigau-Wahrenbrück als Eigentümerin des Grundstücks, der Schaden würde auf 100 Euro beziffert.  „Ermittlungen laufen nun“, sagte Polizeisprecher Lutz Miersch.  Möglicherweise habe sich der Vorfall auch schon am Freitag ereignet. Klare Hinweise auf einen antisemitischen Hintergrund gebe es bisher aber nicht. Auch ein Verkehrsunfall mit Unfallflucht sei möglich.

Der Mediziner Dr. Rainer Pohl aus Falkenberg, der mit Nachforschungen zur Geschichte des Friedhofs entscheidend zu dessen Wiederherstellung beigetragen hat, zeigte sich über die Beschädigung entsetzt.  „Schäbig aber wahr“ nannte er, dass die Stele demoliert wurde.