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Himmelfahrt ist keine Männerdomäne mehr

Ihren Spaß auf dem Rad hatte diese Herzberger Truppe in „Gentlemen-Jackett“ .Die Himmelfahrtstour seiner Freunde war für René Pause aus Herzberg gleichzeitig der Jungesellenabschied. Beim Autoputzen im Bikini verdiente sich der angehende Bräutigam an einer Tankstelle ein paar Euro dazu.Hunderte Menschen fanden wieder den Weg an die Lößfurt.
Ihren Spaß auf dem Rad hatte diese Herzberger Truppe in „Gentlemen-Jackett“ .Die Himmelfahrtstour seiner Freunde war für René Pause aus Herzberg gleichzeitig der Jungesellenabschied. Beim Autoputzen im Bikini verdiente sich der angehende Bräutigam an einer Tankstelle ein paar Euro dazu.Hunderte Menschen fanden wieder den Weg an die Lößfurt. FOTO: Fotos: Christian Nitsche
Nein meine Herren, das haben wir zum Männertag eigentlich nicht verdient. Zu kalt und zu windig war es, um sich voller Elan in Gruppe mit Gleichgesinnten auf die Räder zu schwingen und in den Gasthäusern der Region für Umsatz zu sorgen. Von Christian Nitsche

Ob nun mit Anzug und Krawatte und bunt geschmücktem Fahrrad, oder simpel mit Bierkasten im Anhänger - es gab sie dennoch, die Freunde der Himmelfahrtstour, die den Unbilden des Wetters trotzten. Längst wird die Tradition des Herrentages, der erst seit 1990 bei uns wieder gesetzlicher Feiertag ist, nicht mehr so verfolgt wie noch vor ein paar Jahren. Der Trend geht dahin, den Tag der Erholung zu widmen, etwas mit der Familie zu unternehmen oder anstelle einer Tour nur einen gemütlichen Grillabend auszurufen. So war es auch nicht verwunderlich, dass viele Motorradfahrergruppen mit kreisfremden Kennzeichen die Bundesstraßen des Altkreises passierten, oder eine größere Gruppe Angler es sich mit Grill am Fermerswalder Teich gemütlich gemacht hat. Am "Heitern Blick" fand sich zur Mittagszeit ein ganz besonderer Männertagszug ein. Enrico Wienigk aus Arnsnesta chauffierte seine Freunde mit dem Rasentraktor express durch die Umgebung. Heiße Fracht hatten sie zudem an Bord: René Pause aus Herzberg. Eingepfercht in einer Sauenkiste war die Ausfahrt für ihn gleichzeitig Junggesellenabschied. Eine seiner Aufgaben war es, im Bikini als "Sexy Carwash" - Schönheit sein Können als Scheibenputzer unter Beweis zu stellen.
Männertag ist für die Löhstener hingegen schon seit zehn Jahren ein Fremdwort. Denn seitdem wird zum Himmelfahrtstag an der Lößfurt mit Einwohnern der umliegenden Orte und vielen Gästen gefeiert. 1998 wurde bei einem kleinen Treffen im bescheidenen Rahmen von zwei dutzend Leuten die Einweihung der restaurierten Postmeilensäule gefeiert. Heute ist die Veranstaltung eine Institution in der Gegend. Bester Beweis ist der Umstand, dass im Vorjahr trotz Regens ein neuer Besucherrekord erreicht werden konnte. Und auch heuer schien sich der Trend fortzusetzen. Hunderte Gäste reisten zu Fuß, per pedes oder seltener mit dem Auto an. Zum Jubiläum hatten sich die Löhstener um Bürgermeisterin Judith Sehmisch richtig ins Zeug gelegt, um die Gäste zu versorgen. Von Feuerwehr, Sport und Waldverein, über Bauhof, bis hin zu vielen fleißigen Helfern, packten alle mit an. Steinmetz Meisterin N icole Starke hatte für alle Bürgermeister und Initiatoren eine originalgetreue Nachbildung der Postsäule aus sächsischem Sandstein angefertigt, und auch einen Jubiläumswein konnten die Besucher erwerben. Traditionsgemäß reichte Bürgermeisterin Judith Sehmisch den Staffelstab der Veranstalter an den sächsischen Nachbarort Döbrichau weiter, der sich neben Löhsten bei der Schirmherrschaft der Veranstaltung mit Rehfeld und Beyern jährlich abwechselt. "Im nächsten Jahr fällt Himmelfahrt auf den 1. Mai", weiß Döbrichaus Ortsvorsteherin Loritta Pfeil. „Das ist zwar ein Feiertag weniger für die Arbeitnehmer, dafür werden wir an der Lößfurt aber doppelt so viel feiern!“ , umreißt sie das Ziel für die Veranstaltungsplanung ihres Dorfes.