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| 02:36 Uhr

Hilfe für die Kolochauer Orgel

"Die Frau mit dem Spinnennetz zwischen kahlen Bäumen" hat Hans-Peter Klie zu neuer Kunst gemacht: zu 500 solcher Fragmente, die gekauft werden können und deren Erlös der Kolochauer Orgel zugutekommt.
"Die Frau mit dem Spinnennetz zwischen kahlen Bäumen" hat Hans-Peter Klie zu neuer Kunst gemacht: zu 500 solcher Fragmente, die gekauft werden können und deren Erlös der Kolochauer Orgel zugutekommt. FOTO: privat
Kolochau. Der in Kolochau ansässige Künstler Hans-Peter Klie will eine Charity-Aktion für die Orgel in seinem Dorf starten. Dabei dreht sich alles um 500 kleine Bildfragmente. Sylvia Kunze

Hans-Peter Klie wohnt zwar noch nicht lange im Dorf, aber dass die Orgel stumm bleibt, ist auch ihm schon aufgefallen. Und er findet diesen Zustand nicht schön. Deshalb will er ihn ändern. Mit einer Charity-Aktion möchte er bestenfalls 10 000 Euro einspielen. Das entspricht dem Betrag, den die Kirchengemeinde noch benötigt, um die Sanierung des 1886 von Nicolaus Schrickel aus Eilenburg gebauten Instruments in Auftrag geben zu können. Gut das Doppelte ist für eine Generalüberholung veranschlagt, aber etwas mehr als die Hälfte sind in den zurückliegenden Jahren schon bei verschiedenen Gelegenheiten zusammengesammelt worden. Trotzdem fehlt noch ein Batzen Geld.

Hans-Peter Klie hat eine Idee, die aus der finanziellen Enge heraushelfen soll. Ganz am Anfang standen seine Überlegungen zu einem Projekt im Jahr des Reformationsjubiläums. "Wie die Bilder nichts wären" nennt er seine Arbeit in Anlehnung an ein Luther-Zitat. Sie besteht aus fünf Teilen. "500 Fragmente" macht dabei den Anfang und soll auch ganz konkret der Kolochauer Orgel Zuhilfe kommen. Die 500 Fragmente oder auch Kunst-Objekte sind Teil der Gruppenausstellung "reFORMationen" ab 19. März im Schloss Doberlug und ab 20. Mai in seinem Kolochauer Kunstarchiv. Klie hat dafür den im Original nur 17,1 mal 11,9 Zentimeter großen Holzschnitt auf 3,75 mal 2,10 Meter vergrößert. Die damit etwa acht Quadratmeter große Abbildung wurde auf Karton ausgedruckt und in 500 dreieckige Fragmente geteilt, es sind rechtwinklige Dreiecke von jeweils etwa 15 bis 21 cm Schenkellänge. Diese 500 Fragmente des Holzschnitts werden jetzt in 500 individuell gestaltete Rahmenwinkel eingepasst, werden dann in Doberlug-Kirchhain in der Ausstellung zu sehen sein und sind als Kunst-Objekte käuflich zu erwerben.

"Dass es 500 geworden sind, sollte angesichts des Entstehungsanlasses nicht verwundern", sagt der Künstler, der mit seiner Arbeit das "Phänomen Reformation aus einem zeitgenössischen, künstlerisch-philosophischen Blickwinkel" betrachten will und weiter dazu sagt: "Alle fünf Teile der Arbeit verbindet das Anliegen, eine nicht wertende, aber ausdrücklich nachdenkliche Haltung, auch ein Innehalten gegenüber dem großen Angebot von Feierveranstaltungen zu ermöglichen, die aus Anlass des Reformationsjubiläums bundesweit stattfinden." Die Teile zwei bis fünf dürfen Interessierte dann in seiner Ausstellung in Kolochau in Augenschein nehmen.

Zum Thema:
Direkt vom Künstler oder an der Kasse des Schlosses gibt es handsignierte Wertscheine (die den 500 Fragmenten entsprechen) über die gewünschte Anzahl der Kunst-Objekte. Die Fragmente können nach dem Ende der Ausstellung gegen Vorlage der Scheine an der Kasse des Schlosses abgeholt werden.Oder man überweist mit Nennung des Namens und des Stichworts "Orgel Kolochau" den entsprechenden Betrag auf das Konto des Kreiskirchenamtes Herzberg (IBAN DE 2118 0510 0033 0010 3095, Sparkasse Elbe-Elster). Die Abholung der Fragmente ist dann nach Ende der Ausstellung im Büro der evangelischen Kirchengemeinde Schlieben möglich.Je Kunst-Objekt sind 30 Euro zu zahlen. Zwei Drittel des Verkaufspreises gehen auf das Konto für die Orgelsanierung und sollten bei 500 verkauften Fragmenten 10 000 Euro ergeben. Das verbleibende Drittel behält der Künstler für die Arbeits- und Unkosten der Herstellung.