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| 13:20 Uhr

Adventsserie
In diesem Haus wurde längst nicht nur regiert

Das Rathaus von Falkenberg ist ein Gebäude mit einer langen Geschichte. Es gehört mit zu den ältesten Häusern in der Stadt.  Foto: sk
Das Rathaus von Falkenberg ist ein Gebäude mit einer langen Geschichte. Es gehört mit zu den ältesten Häusern in der Stadt. Foto: sk FOTO: Sylvia Kunze / LR
Falkenberg. Inschriften an Häusern zeugen von einer wechselhaften Geschichte der Gebäude. In einer LR-Adventsserie werden sie aufgespürt.

„Rathaus“ steht draußen dran. Die Farbe ist schon leicht verwittert. Die Lettern sind in die Jahre gekommen – und dennoch nicht wirklich alt, wenn man den Schriftzug mit anderen in dieser Serie gezeigten vergleicht. Wer ahnt da, dass in dem Haus, in dem seit Jahren Stadtpolitik gemacht wird, so viel Geschichte steckt? Als Schule hat die Historie 1889 begonnen. Was danach alles kam? Wer kann Episoden beisteuern? Die LR fragt: Wer kann sich erinnern? Rufen Sie am Montag, 18. Dezember, von 10 bis 11 Uhr (Telefon 03535 248323) an oder schreiben Sie bis 14 Uhr eine E-Mail (red.herzberg@lr-online.de)!

Der Gebäudekomplex der ehemaligen Fleischerei Geißler in Elsterwerda, Roßstraße/Ecke Hauptstraße, mit Schlachterei und Restaurant (Adventstürchen Nr. 16) soll zumindest teilweise vor 1875 erbaut worden sein. Fleischermeister und Gastwirt Arno Geißler begründete das Familienunternehmen nach Angaben des Stadtchronisten Erhard Galle mit seiner Frau um 1920. Es folgten Emma und Walther Geißler bis 1958. Seinerzeit soll der Gaststättenbetrieb aufgegeben worden sein. In dritter Generation wurde die Fleischerei von Gertraud und Herbert Geißler geführt. Bis weit nach der Wendezeit war es Sohn Rainer. 2002 war Feierabend.

Erhard Galle war oft dort. „Vor dem Krieg habe ich immer eine Scheibe Jagdwurst erhalten. Wir hatten auch in der Vergangenheit in Elsterwerda einige gute Fleischer. Jeder hatte so seine Spezialitäten im Angebot. Die Kunden kamen bis aus Lauchhammer“, weiß der Stadtchronist. Die Roßstraße sei einst ein beliebtes Quartier gewesen. „Das ist eine uralte Straße. Dort wohnten im 19. Jahrhundert sogar Stadträte. Es gab eine Samenhandlung, die Konditorei Brandt, einen Bandagisten und das Modehaus Galle, das vor etwa zehn Jahren geschlossen wurde.

Aus Wolfsburg hat sich am Sonntag der 79-jährige Rudi Bartha gemeldet und sich an seine Lehrzeit bei Geißlers erinnert. „Von 1953 bis 1955 habe ich dort das Fleischerhandwerk gelernt. Damals lebte ich in Reichenhain. Herbert Geißler war mein Lehrmeister“, sagt er. Es wurde noch selbst geschlachtet. „Die lebenden Kälber, Schweine und Rinder hat man mit dem Pferdefuhrwerk von der Sammelstelle in Elsterwerda geholt und dann von A bis Z verarbeitet. Manchmal wurde auch die Dogge vor den Karren gespannt, um Schweine zu holen.“

Auch an das Restaurant erinnert sich Rudi Bartha. „Viele Leute haben dort ihre Würstchen gegessen. Walther Geißler hat sich oft mit den Gästen unterhalten und seine Späße gemacht.“

Im Jahre 1996 wurde in der Fleischerei Geißler in Elsterwerda noch fleißig verkauft.Doch inzwischen war die Konkurrenz groß.
Im Jahre 1996 wurde in der Fleischerei Geißler in Elsterwerda noch fleißig verkauft.Doch inzwischen war die Konkurrenz groß. FOTO: Stadtarchiv Elsterwerda
Die Elsterwerdaer Fleischerei Geißler (hinten rechts) im Jahr 1974. Die vorbeiführende Hauptstraße war die zentrale Straße in der Innenstadt.
Die Elsterwerdaer Fleischerei Geißler (hinten rechts) im Jahr 1974. Die vorbeiführende Hauptstraße war die zentrale Straße in der Innenstadt. FOTO: Stadtarchiv Elsterwerda
(sk/mf/leh)