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| 21:00 Uhr

Stadtsanierung
Herzbergs Straßenbaustellen belasten bald die gesamte Altstadt

 Während alle anderen Straßenprojekte noch nicht begonnen haben, wird in der Langen Straße in Herzberg schon seit Monaten gebaut. In dieser Woche haben  Patrick Blüthgen und seine Kollegen von Meli-Bau die Straße ausgekoffert.
Während alle anderen Straßenprojekte noch nicht begonnen haben, wird in der Langen Straße in Herzberg schon seit Monaten gebaut. In dieser Woche haben  Patrick Blüthgen und seine Kollegen von Meli-Bau die Straße ausgekoffert. FOTO: Dieter Müller
Herzberg. Fertigstellung Lange Straße, Busbahnhof, Karl-Liebknecht-Straße und Neumarkt heißen die Projekte. Von Birgit Rudow

„Die nächsten zwei bis zweieinhalb Jahre werden anspruchsvoll“, sagt Reinhard Neupert vom Herzberger Bauamt und meint damit nicht nur die Fülle an städtischen Baumaßnahmen in der Kreisstadt, sondern auch deren Koordinierung – der neue Busbahnhof mit seinen Straßenanbindungen, der Neumarkt, die Karl-Liebknecht-Straße, die Lange Straße und die gleich anschließende Sanierung der Dresdener Straße durch den Landesbetrieb stehen an. Hinzu kommen weitere kleinere Projekte anderer Bauträger wie in der Mönchstraße.

Die Politiker und Planer haben für die kommenden beiden Jahre ein großes Paket für Herzberg geschnürt. Doch nicht nur die Fachleute müssen den Überblick behalten, auch den Anliegern und Kraftfahrern werden einige Erschwernisse zugemutet, allein schon wegen der Umleitungen, die während der Bauzeit auch noch verändert werden, wie zum Beispiel beim Busbahnhof.

Der neue Busbahnhof im Bereich Anhalter Straße / Falkenberger Straße zwischen Gymnasium und Kreismedienzentrum ist auch gleich das erste Stichwort. Noch fehlt für diesen Bereich eine Baumfällgenehmigung mit den Stellungnahmen der Naturschutzverbände. Aber auch, wenn die Fällungen bis Ende Februar nicht mehr möglich sind, sollen jetzt die Ausschreibungen erfolgen. Ziel ist es, im Juli mit den Bauarbeiten zu beginnen. Und zwar an der Lapine-Brücke am Friedhof in der Torgauer Straße. Denn als erstes muss ein Regenwasserkanal von der Lapine bis zur Falkenberger Straße gelegt werden, um den gesamten Komplex ordentlich entwässern zu können. Dann wird der letzte Bereich der Torgauer Straße saniert. Das alles, so Reinhard Neupert, wird etwa ein Jahr dauern. Die Baustelle ist insgesamt sehr komplex. „Sie wird eine herausragende logistische Herausforderung. Allein schon deshalb, weil der Verkehr immer irgendwie durch oder vorbei geführt werden muss und die Schulbusse zu jeder Zeit so dicht wie möglich an das Gymnasium rankommen sollen“, so Neupert. Der Kreuzungsbereich Anhalter-, Grochwitzer- und Katharinenstraße, der Busbahnhof an sich und die Anbindung an die Falkenberger Straße sind die weiteren Schwerpunkte des Projektes. So muss auf dem Kreisgelände in der Falkenberger Straße erst ein neuer Parkplatz gebaut werden, ehe der alte Parkplatz weggerissen werden kann, um die etwas veränderte Anbindung der Anhalter Straße an die Falkenberger Straße zu ermöglichen. Die Bauzeit für den gesamten Komplex Busbahnhof wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Begonnen wird im Sommer ebenfalls mit dem grundhaften Ausbau der Karl-Liebknecht-Straße. Auch hier liegt noch keine Fällgenehmigung für die Bäume vor. Begonnen wird der Ausbau von der Lapine-Brücke in der Palombinistraße aus. In diesem Bereich brauchen keine Bäume gefällt werden. Dort, wo die alte Kläranlage weggerissen wurde, muss noch in diesem Jahr ein neuer Busplatz für die Elsterlandgrundschule entstehen. Denn wenn die Arbeiten für den Schulanbau beginnen, wird der Platz der jetzigen Bushaltestellen in der Straße An der Schule für die Baustelleneinrichtung benötigt. Wenn alles glatt geht, wird der erste Teil der Karl-Liebknecht-Straße in diesem Jahr und der zweite Teil in Richtung B 87 im nächsten Jahr fertig.

Ein weiteres Großprojekt der Stadt, das in diesem Jahr endlich in Angriff genommen werden soll, ist der Neumarkt. Zu einer sehr interessanten, aber weitreichend vom jetzigen Zustand abweichenden Planung gab es immer wieder Einwände von Anwohnern und von der Denkmalschutzbehörde. Jetzt scheint eine Lösung gefunden. Der Neumarkt ist neben dem Botanischen Garten eine der wenigen noch ausstehenden Maßnahmen im Herzberger Sanierungsgebiet, die aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert werden. Baubeginn soll Mitte des Jahres sein. Die Bordsteinführung wird nicht geändert. Die Straße soll mit Kleinsteinpflaster versehen werden und linksseitig wird der Gehweg mit Mosaikpflaster und Granitplatten gestaltet, um ein ungehindertes Gehen mit Kinderwagen oder Rollatoren zu ermöglichen. Ob die Bäume auf der rechten Gehwegseite noch etwas an die Häuserfront eingerückt werden können, steht noch nicht fest.

Für alle diese Baustellen müssen innerstädtische Umleitungen geschaffen werden. Das Baugeschehen wird also über eine geraume Zeit die gesamte Altstadt belasten.