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Herzberger Verein möchte ein neues Tierschutzzentrum bauen

Susann Seidler, Mandy Berger und Anke Winkler (v.l.) vom Vorstand des Tierschutzvereins Tierhilfe Südbrandenburg. Die beiden Kater Will und Mausi haben  mittlerweile ein neues Zuhause bekommen.
Susann Seidler, Mandy Berger und Anke Winkler (v.l.) vom Vorstand des Tierschutzvereins Tierhilfe Südbrandenburg. Die beiden Kater Will und Mausi haben  mittlerweile ein neues Zuhause bekommen. FOTO: Rudow / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Herzberg. Der Standort ist bereits gefunden. Die Finanzierung zu stemmen, wird ein Kraftakt. Die Tierschützer hoffen auch auf Unterstützung aus den Kommunen und auf Fördermittel. Von Birgit Rudow

  Ende 2014 hat sich der Tierschutzverein Tierhilfe Südbrandenburg in Herzberg gegründet. Mittlerweile hat er 144 Mitglieder. „Sie kommen aus der Region, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet. Das sind Verwandte oder Bekannte unserer Mitglieder vor Ort, oder Weggezogene, die gern Mitglied im Verein sein wollen, sagt die Vorsitzende Susanne Seidler. Der Aktionsradius des Herzberger Vereins reicht bis nach Plessa, ins sächsische Torgau oder ins sachsen-anhaltinische Prettin. In Schweinitz gibt es sogar eine Ortsgruppe.

Der Verein widmet sich vor allem den Katzen. „Im September dieses Jahres haben wir 31 Katzen angenommen und 33 vermittelt. Insgesamt waren es bisher in diesem Jahr 186 Katzenaufnahmen und 161 Vermittlungen. Seit 2015 haben wir etwa 400 Katzen kastrieren lassen. Allein 2016 waren es 170“, so Susanne Seidler. Da der Verein kein Tierheim hat, werden die Tiere in 15 Pflegestationen aufgenommen, die sich zumeist bei Mitgliedern zu Hause befinden. Hier werden die Katzen, oft Muttertiere und Junge,  gepflegt, geimpft und entwurmt. Nach einigen Wochen können sie dann zur Vermittlung angeboten werden. Die Tierschützer sind bemüht, die Katzen in gute Hände zu geben und schauen sich die künftigen Besitzer genau an. So haben jetzt auch die beiden Herzberger Marktkatzen, die ihr Terrain wegen der Bauarbeiten dort verlassen mussten, ein neues Zuhause gefunden.

Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Allein für die tierärztliche Versorgung musste er im vergangenen Jahr 30 000 Euro aufbringen. Mit den Tierärzten der Region arbeiten die Tierschützer sehr gut zusammen. Die Ärzte haben für sie auch außerhalb der Sprechzeiten und an Sonn- oder Feiertagen ein offenes Ohr. Alle Vereins- und Vorstandsmitgieder des Tierschutzvereins arbeiten ehrenamtlich, trotz Vollzeitjob und Familie.

Ihr größter Wunsch ist ein eigenes, vom Verein geführtes Tierheim. Nach den Querelen mit dem Tierheim in Fermerswalde wissen Bürger und Kommunen oft nicht, wohin mit ihren Fundtieren. „Wir brauchen im Elbe-Elster-Kreis unbedingt ein eigenes Tierheim“, sagt Susanne Seidler. Die Pläne für das „Tierschutzzentrum“, wie es heißen soll, liegen bereits vor. Auch das Grundstück dafür steht schon fest. Es soll auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern auf dem Gelände der ehemaligen Schuhfabrik in der Uebigauer Straße in Falkenberg entstehen.

„Die Bedingungen dort wären für unser Vorhaben ideal. Das Zentrum könnte sich mit Tierarztpraxis, Tierpension, Hundekita und anderen Einrichtungen selbst tragen“, sagt Mandy Berger vom Vorstand.

Geklärt werden muss aber erst die Finanzierung des Baus. Für den ersten Bauabschnitt veranschlagen die Planer 900 000 Euro. Mit Spenden allein wird das nicht zu stemmen sein. Die Tierschützer hoffen auf Unterstützung aus den Kommunen und vor allem auf Fördermittel. Dazu stehen sie in engem Kontakt mit dem Regionalmanagement Elbe-Elster.

So könnte eine Front des Tierschutzzentrums aussehen. An ihr sollen Spendertafeln angebracht werden.
So könnte eine Front des Tierschutzzentrums aussehen. An ihr sollen Spendertafeln angebracht werden. FOTO: Tierschutzverein Süd / Medienhaus Lausitzer Rundschau