| 13:28 Uhr

Entscheidung getroffen
Herzberger Tierheim seit Mittwoch dicht

Herzberg. Oberverwaltungsgericht Berlin hat Beschwerde des Tierschutzvereins Elbe-Elster abgelehnt. Von Birgit Rudow

Die Kreisverwaltung Elbe-Elster hat das Herzberger Tierheim in Fermerswalde endgültig geschlossen. Wie der Kreis mitteilt, wurden am Mittwoch 27 Hunde und 28 Katzen unter Aufsicht des Veterinäramtes in anderen Tierheimen untergebracht. Das sind Heime, die von zwei renommierten Tierschutzvereinen in Brandenburg und Sachsen betrieben werden, so Elbe-Elster-Amtstierärztin Ilona Schrumpf. Diese Vereine haben das Veterinäramt bei der Aktion am Mittwoch auch unterstützt. Örtliche Tierschutzvereine waren nicht eingebunden. „Die Tiere werden jetzt quarantänisiert, tierärztlich untersucht und versorgt und können sich unter fachkundiger Aufsicht vom Transport erholen“, so Ilona Schrumpf. Sie sollen dann schnell vermittelt werden.

Grundlage für die Schließung des Tierheimes ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg, das am 31. Januar die Beschwerde des Tierschutzvereins Elbe-Elster gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Cottbus zurückgewiesen hat. Dieses hatte im September 2017 dem Landkreis recht gegeben, der dem Verein im August die Betreibererlaubnis für das Heim entzogen hatte. Dagegen hatte der Verein Beschwerde beim OVG eingelegt. „Aus diesem Grund war seit geraumer Zeit die in der Bevölkerung viel diskutierte Situation entstanden, dass die Erlaubnis zwar entzogen war, die Schließung des Tierheimes aber bislang nicht vollzogen werden konnte“, so die Amtstierärztin. Bis zur Entscheidung des OVG blieb dem Landkreis nichts anderes übrig, als die Betreuung und Grundversorgung der Tiere mindestens wöchentlich durch amtliche Tierärzte zu kontrollieren.

Mit dem Urteil des OVG sind der Entzug der Betriebserlaubnis und die Räumung des Tierheimes rechtlich nicht mehr anfechtbar. Der Landkreis hat das Heim, so wie es Rechtsdezernt Dirk Gebhard gegenüber der RUNDSCHAU bereits Mitte Januar angekündigt hatte, so schnell wie möglich geräumt.

Diese aufwendige und logistisch schwierige Aktion war vom Kreis schon lange vorbereitet. Denn die Mängel gegen tierschutzrechtliche Anforderungen trotz behördlicher Auflagen und Terminsetzungen wurden immer schwerwiegender. Grundlegende hygienische und tiermedizinische Anforderungen wie Impfpflichten seien nicht beachtet worden. Die Herkunft und der Verbleib der Tiere seien vielfach nicht ordnungsgemäß dokumentiert gewesen und das Leitungspersonal habe nicht über die vorgeschriebenen Sachkundenachweise verfügt, so Ilona Schrumpf. Sie erkennt an, dass sich die beiden Mitarbeiter und die Praktikantin im Tierheim im Rahmen ihrer Möglichkeiten große Mühe gegeben hätten. „Aber das allein reicht nicht“, sagt sie.