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| 13:26 Uhr

Stadtgespräch
Die (un)endliche Brunnengeschichte

Herzberg. Herzberger Stadtverantwortliche bleiben am Thema dran - und bringen es vielleicht sogar zu Ende. Von Sylvia Kunze

Die Diskussion um einen Springbrunnen auf dem Markt der Kreisstadt, hat aufgrund der Dauer, die sie geführt wird, sozusagen schon einen stattlich langen Bart. Und sie ist noch längst nicht zu Ende gebracht und/oder ad acta gelegt, wie eine Nachfrage jüngst beim neuen Herzberger Bürgermeister belegt. Manfred Jahn war es, der in der zurückliegenden „LR vor Ort“-Diskussion nachbohrte und den Springbrunnen zum Thema machte: „Jeder Bürgermeister vor Ihnen hat sich daran versucht, einen Springbrunnen auf den Markt zu stellen. Ich fordere Sie auf, die Sache in die Hand zu nehmen“, piesackte der Herzberger, mit nicht zu verkennender Ironie in der Stimme. Ob er ahnte, damit auch gleich noch auf offene Herzberger Ohren zu treffen?

Karsten Eule-Prütz will als neuer Bürgermeister der Stadt nicht unbedingt alles das nachmachen, was seine Vorgänger ohne sichtbare Erfolge schon in die Hände genommen haben, aber beim Springbrunnen, da will er durchaus nachlegen und sieht die Diskussion dazu als nicht beendet an. Aus gutem Grund: „Die Genehmigung zum Bau liegt vor“, lässt er wissen. Die wurde im Rahmen der Stadtsanierung und des Herrichten des Marktes erteilt. Der Knackpunkt: „Wir ringen noch um die Art der Ausführung.“

All die Vorgängermodelle, die zum Teil auch im Rahmen eines großen Wettbewerbs vor einigen Jahren erarbeitet wurden, dürften aus seiner Sicht schon aus dem Rennen sein. Auch Bauamtsleiter Rüdiger Bader kann größeren räumlichen Gebilden, so, wie sie einst angedacht waren, nur wenig abgewinnen. „Wir wollen uns nichts verbauen. Ein ebenerdiges Wasserspiel wäre vielleicht eine gute Lösung“, gibt er Einblick in aktuelle Gedankengänge.

Der Bürgermeister konkretisiert: „Wir wollen was machen, was die Nutzung des Marktes mit größeren Veranstaltungen nicht unmöglich macht. Andererseits wäre es natürlich schön, wenn Kinder im Sommer einfach mal so im Wasser planschen können. Aber noch nicht in diesem Jahr“, lässt er wissen, dass man am Thema dran sei, aber auch nichts überstürzen wolle.

Der Bauamtsleiter ergänzt, dass sich der Marktbereich aufgrund der Bauarbeiten und der danach angedachten Nutzung ohnehin schon noch verändern werde. Da sei zum Beispiel die Bäckerei Bubner, die in die ehemalige Buchhandlung einziehen und auch den Außenbereich für ein kleines Café nutzen wolle. Außerdem erinnert Rüdiger Bader an beliebte städtische Veranstaltungen wie das Beachvolleyballturnier oder den Weihnachtsmarkt. Oder ganz aktuell: Public Viewing zur Fußballmeisterschaft. „Wenn wir flexibel bleiben wollen, ist was Ebenerdiges, das vorübergehend außer Betrieb genommen relativ problemlos überbaubar ist, die einzige Option“, schlussfolgert er.

Das letzte Wort ist dazu aber längst noch nicht gesprochen. Schon regen sich Stimmen in der Stadt, warum denn nicht zuvor erst einmal der Brunnen am Planetarium wieder in Betrieb gesetzt werde. Da habe man einen Springbrunnen, aber der sei seit Jahren nicht mehr in Betrieb, wird unter anderem von Marita Birkholz kritisiert. Warum denn den nicht in Ordnung bringen und auf den Markt setzen, fragt sie.

Eule-Prütz bezieht klar dagegen Stellung: „Über den Brunnen können und werden wir sicher nachdenken. Aber er wird definitiv nicht mitten auf dem Markt stehen“, lässt er verlauten, wie die Diskussion weitergeführt werden kann. Er geht davon aus, dass das Thema Verwaltung und Einwohner noch eine geraume Zeit beschäftigen wird. Jedoch sei davon auszugehen, dass es diesmal zu einem Ende kommt. „Ich will schließlich nicht der nächste Bürgermeister sein, der auf der Liste der an der Brunnendiskussion Gescheiterten steht“, gibt er unumwunden preis, was ihn in dieser Sache auch antreibt.