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| 16:44 Uhr

Kirchenmusik
Herzberger Orgel bleibt erst mal stumm

Das Spiel an der Herzberger Orgel sorgte bisher stets für einen musikalischen Ohrenschmaus.
Das Spiel an der Herzberger Orgel sorgte bisher stets für einen musikalischen Ohrenschmaus. FOTO: Meianer / Rico Meißner
Herzberg. Sanierung ist langfristig erforderlich. Die Hitze hat ihr zusätzlich zugesetzt. Von Birgit Rudow

Wollte man es einfach ausdrücken, so könnte man sagen: Die Orgel in der Herzberger Stadtkirche St. Marien ist krank. „Sie hat unter der langen Hitze in diesem Sommer gelitten und das hört man. Sie zu spielen ist derzeit kein Genuss“, sagt Herzbergs Kantorin Solveig Liechtenstein. Deshalb hat auch der Fahrradkantor Martin Schulze aus Frankfurt (Oder) in der vergangenen Woche nicht an der Orgel, sondern am Cembalo gespielt.

Vor allem die Lederteile sind betroffen. „Holz und Leder arbeiten und ziehen sich bei hohen Temperaturen zusammen. Das kann sich wieder normalisieren. Wenn aber Risse entstanden sind, dann werden sich diese nicht von allein schließen. Wir hängen also sozusagen in der Luft und können erst mal nichts tun“, erklärt die Kantorin. So sehen es auch die Orgelbauer. Sie empfehlen abzuwarten, was passiert, wenn sich das Wetter wieder über einen längeren Zeitraum normalisiert hat. Ob das Abschlusskonzert der Orgelsaison am 21. Oktober stattfinden wird, kann Solveig Liechtenstein heute noch nicht sagen. Eigentlich war für dieses Konzert eine „Symphonische Weltreise“ mit dem Organisten Hartmut Siebmanns aus Pößneck vorgesehen.

Die Kantorin will aber nicht alles auf die extremen Temperaturen des Sommers schieben. Denn schon lange vor dem Sommer war klar, dass es technische Probleme mit der Orgel gibt. Gebaut hat sie 1896 Wilhelm Rühlmann aus Zörbig. Sie ist eine der größten dreimanualigen noch erhaltenen Rühlmannorgeln, die nicht umgebaut wurden. Doch sie muss dringend restauriert werden. Der Spielraum ist nicht mehr sehr groß.

„Für die Orgel steht eine größere Sanierung an. Aber wir wissen noch nicht, wann das sein wird. Die Frage ist, wann wir in der Lage dazu sind, die Sanierung zu finanzieren“, so die Kantorin. Sie schätzt die Kosten auf nicht ganz 100 000 Euro. Geld, das erst einmal zusammengetragen werden will. Schon lange sammelt die Kirchengemeinde für die Orgelrestaurierung. Auch die Landeskirche habe bereits Unterstützung zugesagt, so Solveig Liechtenstein.