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Herzberg/Gröden
Glänzendes Erinnerungsstück

Die eine Seite der Medaille, die die Münzfreunde vor Ort in Zinn prägen.
Die eine Seite der Medaille, die die Münzfreunde vor Ort in Zinn prägen. FOTO: privat
Herzberg/Gröden. Herzberger Münzfreunde prägen am Reformationstag Medaillen im Schradenland. Von Sylvia Kunze

Gerade einmal 30 Zentimeter messen die Medaillen, die die Herzberger Münzfreunde seit Jahren auf ihrer Spindelpresse prägen. Ihr Wert ist vergleichsweise mehrfach größer. Die kleinen, glänzenden „Taler“ sind Erinnerungsstücke, die mehr und mehr Sammlerwert erreichen.

Dabei hat Vereinsvorsitzender Horst Gutsche anfangs nicht annähernd an einen derartigen Erfolg geglaubt. Er erinnert sich: „Ich, der an sich als der Optimistische im Vorstand gilt, habe dem Vorhaben eher ablehnend gegenübergestanden, als uns im Jahr 2000 unser leider bereits verstorbener Vereinsfreund Heinz Rosner informierte, dass beim Schrotthandel in Dubro eine Spindelpresse aufgetaucht ist und daraus die Idee entstand, sie zu erwerben und wieder in Schwung zu bringen.“

Nur gut, denkt sich Gutsche längst, dass er damals überstimmt wurde und der Verein das alte Stück kaufte. Werkzeugmacher Joseph Veik aus Falkenberg brachte die Presse wieder in Gang. Seit 2001 ist sie sozusagen in Betrieb. Ihre Generalprobe absolvierte sie zum Herzberger Tierparkfestjubiläum 2001. „Wir haben inzwischen etwa 25 verschiedene Medaillen geprägt und waren  im gesamten Elbe-Elster-Kreis vor Ort“, blickt der Vereinsvorsitzende zurück.

Selbst bis nach Sachsen-Anhalt sind die Herzberger mit ihrer Spindelpresse nun schon drei Mal gereist. Den Weg bis nach Gröden, gleich an der Grenze zu Sachsen, werden sie deshalb auch locker schaffen. Dort sind sie am Reformationstag zu Gast.

Man habe zuerst ein paar Bedenken wegen der Jahreszeit mit den oft nass-kalten Tagen gehabt, gesteht Gutsche. Aber man sei das Vorhaben dann doch angegangen. Und wie sich schon abzeichnet, wird auch das ein Erfolg. „Es haben sich sogar Interessenten für Goldprägungen der Medaille gefunden“, sagt der Herzberger Münzfreund. „Wir hoffen jetzt noch am Tag selbst auf viele Besucher aus dem Elbe-Elster-Land und vielleicht auch aus den angrenzenden Landkreisen.“

Schließlich wollen sich die Gäste aus der EE-Kreisstadt ja nicht die Beine in den Bauch stehen, sondern fleißig zum Zuge kommen. Das würde die bisherige Medaillen-Bilanz sicher auch weiter gut voranbringen. Gutsche schätzt, dass der Verein bisher „nur wenig unter 10 000 Stück“ in Umlauf gebracht hat.

Die „Renner“ waren bzw.sind die Medaille, die dem Herzberger Gymnasium Haus 1 gewidmet wurde (sie allein hat etwa 1000 Interessierte glücklich gemacht), sowie das Erinnerungsstück an die Herzberger Stadtkirche Sankt Marien. Erstmals 2002 geprägt (übrigens die einzige Medaille, die die Herzberger ohne Datum gelassen haben und deshalb immer auf ihre Weise aktuell ist) kann sie noch heute käuflich erworben werden - als ein schönes Souvenir des Besuchs in Herz­berg im Herzberger Tourismuspunkt. Geht sie dort zur Neige, wird nachgeprägt, damit auch nachfolgende Gäste nicht leer ausgehen müssen.

Und nun kommt auch die Region um Gröden zu so einem besonderen Stück. „Für das Amt Schradenland hat es noch nie eine Medaille gegeben“, weiß Gutsche und hat vorab der Rundschau schon einmal die Ansichten geschickt. Auf der einen Seite   grüßt der Heidebergturm, auf der anderen ist das Reformationsjubiläum bedacht. Der Entwurf ist das Ergebnis gemeinschaftlicher Arbeit, berichtet der Herzberger. Der Auftraggeber äußere in der Regel seine Wünsche, die Münzfreunde beraten.

Viel Spielraum würde die im Durchmesser gerade einmal 30 Millimeter messende Medaille ohnehin nicht lassen. Da sei weder Platz für zu viel Text noch für zu viel Motiv. Und starke Profile verbieten sich auch. Die würde die Spindelpresse nicht prägen können - ganz unabhängig davon, wie stark sich der Mann aus der Herzberger Truppe erweist, der sie bei dem Anlass gerade bedienen darf.

Die zweite Seite der  Reformationstag-Medaille.
Die zweite Seite der  Reformationstag-Medaille. FOTO: privat