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| 15:35 Uhr

Kommunalwahlen
Nächste SVV in Herzberg ohne die Linke

FOTO: LR / Janetzko, Katrin
Herzberg. Kandidatenunterlagen zur Stadtverordnetenversammlung wurden nicht rechtzeitig eingereicht. Von Birgit Rudow

Wie kann das passieren? Der neuen Herzberger Stadtverordnetenversammlung (SVV), die am 26. Mai gewählt wird, werden keine Mitglieder der Partei Die Linke angehören. Und das nicht, weil sich keine Kandidaten gefunden hätten, sondern weil die Unterlagen und die Kandidatenliste nicht pünktlich zum Stichtag (Donnerstag, 21. März, 12 Uhr) bei der Stadtwahlleitung vorlagen. Das Parteimitglied, das mit der Abgabe der Unterlagen beauftragt war, ist davon ausgegangen, noch bis zum 22. März Zeit zu haben. Fatal.

Ein solcher Vorgang ist zumindest im Elbe-Elster-Kreis bisher einmalig. „Ich kann mich erinnern, dass es das auf Bundesebene schon mal gab. Aber bei uns im Kreis nicht“, so  Kreiswahlleiter Dirk Gebhard. Er macht den Herzberger Linken auch keine Hoffnung. „Da geht nichts mehr“, sagt er zur RUNDSCHAU.

Die Herzberger Linken sind völlig konsterniert. Die Kandidatenliste für die SVV war bereits am 21. Februar aufgestellt worden. Auf dieser Mitgliederversammlung wurde der Ortsverband Herzberg/Schönewalde/Falkenberg gegründet und der Herzberger Tobias Behr zum neuen Vorsitzenden gewählt. Um die 40 Mitglieder hat der Verband. Die neue Führung wollte Strukturen verbessern und  Schwung in die Parteiarbeit bringen, so Behr. „Wir haben uns bemüht, engagierte und kompetente Leute für die SVV aufzustellen“, sagt er. Außer ihm standen Elke Doil, Maik Stahr, Cornelia Böck, Peter Müller und Frank Gebauer auf der Liste.

Am Sonntag fand im kleinen Rahmen eine Krisensitzung statt. Der Vorstand wird die Verantwortung für den Vorfall übernehmen, so Behr, auch, wenn es sich um das Versagen einer einzelnen Person handelt. Die kommenden fünf Jahre ohne die Linke in der SVV, das mache ihn sehr traurig, meint er. Man wolle versuchen, sich anderweitig in die politische Arbeit der Stadt einzubringen.

Der Vorsitzende der Fraktion der Linken in der aktuellen SVV Dr. Ralf-Peter Tressel bezeichnet den Fauxpas um die Kandidatenunterlagen als eine große Katastrophe. Und Behrs Stellvertreterin im Ortsverband Petra Hollstein bittet alle Wähler der Linken „1000 Mal um Verzeihung“. Zutiefst enttäuscht zeigt sich auch der Vorsitzende der Kreis-Linken Herbert Damm. „Wir könnten im Boden versinken. Aber es ist nicht mehr zu korrigieren. Für die Abgabe der Unterlagen zur Wahl der kommunalen Gremien sind die Ortsverbände zuständig. Ich kann das nicht nachvollziehen. Die Unterlagen waren in Herzberg rechtzeitig fertig. Wir haben mehrmals an den Termin erinnert“, sagt er zur RUNDSCHAU.