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Herzberger lassen Louise hochleben

Familie und Gäste aus der Stadt auf dem Weg in den Botanischen Garten. Hier wurde ein Baum für Louise gepflanzt.
Familie und Gäste aus der Stadt auf dem Weg in den Botanischen Garten. Hier wurde ein Baum für Louise gepflanzt. FOTO: ru
Herzberg. Es war eine ganz besondere Feier zum 200. Geburtstag von Marie Louise von François, die der Herzberger Kultur- und Heimatverein unter der Regie von Horst Gutsche bravourös organisiert hat. Birgit Rudow

Die zu ihrer Zeit viel gelesene Schriftstellerin, die ein umfangreiches Werk hinterlassen hat, wurde am 27. Juni 1817 in Herzberg geboren.

Zwei Jahre lang hatte Horst Gutsche darüber gegrübelt, ob und wie man den runden Geburtstag "unserer Louise" begehen und den Herzbergern ihr literarisches Erbe ins Bewusstsein rücken könnte. Er hat ihre Lebensgeschichte erforscht und sich auf die erfolgreiche Suche nach Nachfahren gemacht. Und so waren am Dienstag viele Familienangehörige, zumeist Cousinen und Cousins in der vierten und fünften Generation, nach Herzberg gekommen. Jutta Gräfin von der Schulenburg ist die letzte geborene Francois. Sie ist aus dem Raum Frankfurt/M. mit ihrem Mann Alexander sowie Tochter Isabella und deren Gatten nach Herzberg gekommen. Die verwandte Familie Fehre stammt aus Arnsdorf bei Dresden und Dr. Kurt Pumplun, seine Gattin Rosemarie und Tochter Luise als direkte Nachfahren leben in Schwarzheide und Ruhland. "Die Familie hat sich sehr über die Einladung gefreut. Es war eine sehr, sehr schöne Feier", sagte Rosemarie Pumplun, die zugab, dass der 200. Geburtstag ihrer Vorfahrin für sie Anregung war, sich wieder mehr mit ihrem Werk zu beschäftigen.

Die 29-Jährige Luise Pumplun, Cousine in fünfter Generation, hat während einer großen Kaffeetafel im Bürgerzentrum einen erfrischenden Festvortrag zum Geburtstag ihrer Vorfahrin gehalten und den Zuhörern tiefere Einblicke in das Leben und Werk von Louise von François gegeben. Zuvor wurden die Familienmitglieder von Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk im Trauzimmer im Rathaus begrüßt. Viele von ihnen haben sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Auch zahlreiche Herzberger haben sich den Geburtstagsfeierlichkeiten angeschlossen und an der Enthüllung einer Gedenktafel für Louise von François teilgenommen. Die Tafel befindet sich in der Schliebener Straße an dem Haus, auf dessen Grundstück sich das Geburtshaus der Schriftstellerin befunden haben muss. Von dort aus ging es zum Botanischen Garten. Hier haben Familienmitglieder einen Kuchenbaum zur Erinnerung an Louise gepflanzt. Er soll die Sammlung seltener Bäume im Botanischen Garten vervollständigen. Anschließend waren Familie und Gäste zur großen Kaffeetafel eingeladen, die Musikkurse den Herzberger Gymnasiums kulturell umrahmten. Dem Anlass entsprechend sangen die jungen Leute deutsche Volkslieder und bewegten die Geburtstagsgesellschaft sogar zum Mitsingen. Teilgenommen haben an der Feier auch Vertreter der Stadt Weißenfels, in der Louise lange gelebt hat und in der sie 1893 gestorben ist. Kulturamtsleiter Robert Brückner hat alle nach Weißenfels eingeladen, sich die kleine Sonderausstellung über die Schriftstellerin anzusehen.