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| 06:15 Uhr

Herbstferien
Herzberger Hortkinder werden kleine Graffitikünstler

 Legales Sprayen. Mädchen und Jungen der Herzberger Elsterlandgrundschule sammeln darin erste Erfahrungen.
Legales Sprayen. Mädchen und Jungen der Herzberger Elsterlandgrundschule sammeln darin erste Erfahrungen. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Herzberg. Eine Wand im Schwimmbad trägt jetzt ihre Handschriften. Weitere legale Betätigungsflächen im Stadtgebiet stehen nicht bereit. Von Sylvia Kunze

Auf die faule Haut haben sich die Mädchen und Jungen des Herzberger Hortes jedenfalls nicht gelegt, die die aktuellen Herbstferien dazu nutzten, sich an einem Graffiti-Projekt zu beteiligen. Ganz legal. Und mit Anleitungen von einem Profi.

Ralf Hecht von der „Farbküche“ aus Altenburg hat die Kinder unter seine Fittiche genommen. Er hat Einblick in die Graffitikultur gegeben, ihre Geschichte skizziert, rechtlichen Hintergründe erläutert, auf gesundheitlichen Aspekte hingewiesen und den Umweltgedanken ins Spiel gebracht. Doch vor allem ging es darum, unter Anleitung auf Wänden oder Leinwänden nach Herzenslust zu entwerfen, zu skizzieren und zu malen beziehungsweise zu sprayen.

Das vom regionalen Energieversorger enviaM gesponserte Projekt ist im städtischen Hort schon seit einiger Zeit vorbereitet worden. „Wir haben extra eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der sich interessierte Schüler der 5. und 6. Klassen zusammengefunden haben“, berichtet Hortleiterin Bettina Weiß. Höhepunkt sind nun die beiden Graffiti-Tage in voller Aktion gewesen.

Eine Wand im Sportbereich des Schwimmbades sollte ausreichend Platz für die jungen Künstler bieten. Doch zuerst ging es probehalber auf kleineren Kartonwänden zur Sache. Ralf Hecht hatte zuvor erläutert, worauf zu achten ist. Zum Beispiel auf die Auswahl der Farben, auf Licht und Schatten und auf andere Details.

„Die Mädchen und Jungen sind sehr aufmerksam“, freut sich die Hortleiterin am Rande des Geschehens, während die Schülerinnen und Schüler die Fingerfertigkeiten des Sprayers bewundern. „Glaubt mir, das hat Jahre gedauert, bis ich das so hinbekommen habe“, versichert er und macht Mut, es selbst auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.

Das lassen sich die Hortkinder nicht zweimal sagen. Beherzt greifen sie zu den bereitstehenden Spraydosen und legen los. Und stellen schnell fest, dass es sehr viel leichter aussieht, als sich so manche Idee umsetzen lässt. Aber mehr und mehr nehmen die Entwürfe Gestalt an.

Zwischendurch ein banger Blick gen Himmel. Schließlich ist diese Tag alles andere als graffititauglich. Viel zu nass. Doch am Tag darauf sind alle Künstler mit dem Wetter versöhnt. Der Sonnenschein spornt zusätzlich an. Die Wand wartet. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Darin stimmen am Ende der Aktion alle überein.

Pech allerdings für die, die nun auf den „Geschmack“ gekommen sind. Weitere legale Betätigungsflächen im Stadtgebiet stehen erst einmal nicht bereit, lässt Bürgermeister Karsten Eule-Prütz auf Nachfrage wissen. Die müsse man erst suchen.

 So sieht das fertige Werk der Herzberger Hortkinder aus. Aus der Wand im Schwimmbad ist ein toller Hingucker entstanden.
So sieht das fertige Werk der Herzberger Hortkinder aus. Aus der Wand im Schwimmbad ist ein toller Hingucker entstanden. FOTO: Dieter Müller