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| 14:43 Uhr

Aufklärung im Grünen
Wissensfahrt ins Grüne mit Überraschungen

                             Am Modell einer Kuh konnten die Kinder erfahren, wie schwer es ist, die Milch mit der Hand zu melken.
Am Modell einer Kuh konnten die Kinder erfahren, wie schwer es ist, die Milch mit der Hand zu melken. FOTO: Sven Gückel
Herzberg. Herzberger Schüler entdecken die Natur und Landwirtschaft für sich. Eine Mutter organsiert den Ausflug. Von Sven Gückel

Es spielt keine Rolle, ob ein Kind in der Großstadt oder auf dem Lande aufwächst. Für beide ist es gleichbedeutend wichtig, ihnen die Schönheit der Natur, eine gesunde Ernährung und zugleich die Bedeutung der Landwirtschaft nahe zu bringen.

Je früher man damit beginnt, um so nachhaltiger ist das Ergebnis der Aufklärungsarbeit. Aus diesem Grund führte ein Ausflug der Klasse 1c der Elsterland-Grundschule Herzberg dieser Tage direkt ins Grüne. Mit dem Kremser streiften die Kinder durch die umliegenden Wälder, wobei ihr Ziel das Forsthaus im Großbusch war. Auf dem Weg dorthin legten die Jungen und Mädchen einen Stopp an einer der Senderwiesen ein, wo sie bereits von Michael Leschke, dem Betriebsleiter der Landwirtschaftlichen Vermögensverwaltungs- und Produktions GmbH, erwartet wurden. Der erfahrene Landwirt berichtete einiges über die vielen Mutterkühe und deren Kälber, die hier zur Weide stehen, aber auch über die vielschichtigen Pflanzen, die der Betrieb aktuell anbaut. Winterroggen, Winterweizen, Tritikale oder Erbsen – nur wenige Schüler konnten bis zu diesem Zeitpunkt über diese Pflanzen und Früchte etwas erzählen.

Am Zielort wartete unterdessen Martina Finkel auf den Klassenverband. Seit 2005 ist Finkel für „Landaktiv“ in der Region unterwegs, einem Landesprojekt, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern die Landwirtschaft und das Leben im ländlichen Raum näher zu bringen. Die Möglichkeiten, die Martina Finkel dabei zur Hilfe nimmt, sind vielschichtig. „Wir organisieren praktischen Unterricht an den Schulen, führen Wissenswettbewerbe durch, geben wichtige Hinweise zu gesunder Ernährung und regionalen Produkten oder treffen uns mit den Schülern wie hier ganz einfach im Freien“, erläuterte sie. Nachdem sich die Kinder kurz zuvor die Kühe auf der Weide ansehen konnten, hatten sie nun bei Finkel Gelegenheit, sich selbst einmal beim Versuch des Melkens am Modell zu versuchen. Keine einfache Sache, so der einhellige Tenor.

„Dieser Wandertag hatte nicht nur für die Kinder, sondern auch uns Lehrer und Erzieher einige Überraschungen zu bieten“, betonte Klassenleiterin Katharina Gasch. Denn organisiert und vorbereitet wurde er ausschließlich durch Annett und Markus Lehmann, deren Sohn in die Klasse 1c geht. Abgesehen von der geplanten Kremserfahrt waren die Lehrkräfte bewusst nicht in den Ablauf des Tages eingeweiht, sagte Gasch und zollte den Eltern großes Lob für deren Aktivität. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder unser schnelllebigen, digitalen Welt zurück zum Ursprung finden. Früher gab es Schulgärten, heute wissen die Jungen und Mädchen nur wenig über Pflanzen, Kräuter und Tiere zu erzählen“, erläuterte Annett Lehmann ihre Beweggründe. Mit dem Anlegen eines Schulgartens steht übrigens bald ein weiteres Elternprojekt der Elsterland-Grundschule an.

                             Am Modell einer Kuh konnten die Kinder erfahren, wie schwer es ist, die Milch mit der Hand zu melken.
Am Modell einer Kuh konnten die Kinder erfahren, wie schwer es ist, die Milch mit der Hand zu melken. FOTO: Sven Gückel