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Herzberger gewinnen Architektenwettbewerb für Aula

Außenraumperspektive am Gymnasium mit neuer Aula nach dem Vorschlag von Angelis + Partner.
Außenraumperspektive am Gymnasium mit neuer Aula nach dem Vorschlag von Angelis + Partner. FOTO: Angelis + Partner
Herzberg. Das Herzberger Gymnasium soll an seinem neuen Standort am OSZ eine Aula erhalten. Dafür hat der Landkreis als Schulträger einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Gestern wurden die Ergebnisse bekannt gemacht. Birgit Rudow

Die Zwölftklässler, die am Freitag in der Kreisverwaltung bei der Auswertung des Architektenwettbewerbes zur Aula des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums am künftigen Standort dabei waren, hatten genaue Vorstellungen davon, wie ihre Aula aussehen und funktionieren soll. Multifunktional soll sie sein, ein zeitgemäßes Äußeres haben und eine Bühne.

Nachdem das "Geheimnis" gelüftet war, konnten sich die Schüler, die selbst und natürlich außerhalb der Wertung verschiedene Modelle einer Aula angefertigt hatten, ihre künftige Aula schon einmal auf dem Papier begutachten. Mit dem, was sie sahen, und was ihnen zu dem Projekt erläutert wurde, waren sie ebenso zufrieden wie Schulleiterin Dr. Barbara Pietzonka.

Im November vergangenen Jahres hatte der Kreistag auch auf Wunsch des Gymnasiums und der Stadt Herzberg beschlossen, dem Schulkomplex in der Anhalter Straße eine Aula anzufügen. "Wir wollen das Melanchthon-Gymnasium am ehemaligen OSZ für die Zukunft so herrichten, dass die Schüler ihre notwendigen Freiräume haben und die Herzberger sich mit diesem wichtigen Standort identifizieren", so der Landrat.

40 Bewerbungen sind für den Wettbewerb eingegangen. Eine Fachjury unter Leitung von Prof. Bernd Huckriede von der BTU Cottbus hat sie anonym ausgewertet. Das sei eine sehr schöne Aufgabe gewesen, so Prof. Huckriede. Zu dem preußischen Ziegelgebäude, das in den 90er Jahren um einen linearen Baukörper und eine Sporthalle ergänzt wurde, soll jetzt eine Aula hinzukommen, die eine gemeinschaftsbildende Funktion übernimmt als Multifunktionsraum, Prüfungsraum oder Theater- und Konzertstätte.

Für Satellitenlösungen habe die Jury keine Realisierungsmöglichkeit gesehen. Zwei der eingereichten Arbeiten aber hätten die Aula in das vorhandene Baukörpersystem eingegliedert. Die Entwürfe würden sich nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Die Jury habe sich aber für den Wettbewerbsbeitrag des Büros Angelis + Partner aus Herzberg entschieden. Der zweite Preis geht an das Büro für Bauplanung und Bauüberwachung FI. plan Finsterwalde. "Beide Arbeiten sind dicht beieinander, aber die Entscheidung der Jury war einstimmig", so Prof. Huckriede. Architekt Onno Folkerts erläuterte den Entwurf seines Büros, der 2017 und 2018 umgesetzt werden soll. Die Aula ergänzt die Gebäudestruktur zwischen Mensa, Werkstattflügel und Sporthalle nahtlos. Bei genauerer Betrachtung könne man davon ausgehen, dass die Architekten des Anbaus in den 90er Jahren an dieser Stelle Platz für ein weiteres Element in dem Bau frei gehalten hätten, so Folkerts.

Einige Details: Ein großes Dach soll einen wettergeschützten Außenbereich schaffen, das auch als Freiluftklassenzimmer nutzbar ist. Der Saal kann durch Trennwände in kleinere Einheiten unterteilt werden. Im Obergeschoss entsteht ein flexibel nutzbarerer Galeriebereich.

Die Jury hat empfohlen, eine akustische Fachplanung erstellen zu lassen und die Podestlösung für die Bühne, wie sie FI. plan favorisiert hat, einzuarbeiten.