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| 02:37 Uhr

Herzberger Friedensgruppe bereitet Hiroshimatag vor

Herzberg. Die Herzberger Friedensgruppe steckt in den Vorbereitungen für den Hiroshimatag am 6. August, dem Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs 1945. Sylvia Kunze

An diesem Tag will sie am Abend ab 18 Uhr auf den Herzberger Markt zu einer Willensbekundung einladen.

"Als Gastredner konnten wir Ansgar Schmidt (Zittau) und Bürgermeister Dieter Herrchen (Elsterwerda, Mitglied der mayors for peace) gewinnen. Auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski wird mit einem Grußwort dabei sein. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung unter anderem vom Regionalbläserchor Nord unter Leitung von Thomas Brünnich und von Lutz de Shawue", informiert Bernhard Willner im Auftrag der Friedensgruppe.

Die Willensbekundung selbst hat klare Aussagen: Stopp der nuklearen Aufrüstung in Deutschland, Abzug der Atomwaffen aus Büchel und Verbot der Atomwaffen. Nach dem Informationsabend zur atomaren Rüstung in Deutschland, den die Friedensgruppe im Mai veranstaltet hatte, konstatiert sie: "Wir sitzen in Deutschland auf einem gewaltigen Pulverfass!"

Bernhard Willner schreibt: "15 000 Atombomben mit einer je größeren Sprengkraft als die Hiroshima- und Nagasakibomben stehen bereit, die menschliche Zivilisation zu zerstören. Davon werden in Büchel/Eifel 20 Atombomben gelagert und modernisiert. Deutsche Soldaten üben ihren Einsatz. Auch eine teilweise Anwendung von Atomwaffen kann bereits global einen atomaren Winter auslösen. Als Verteidigungswaffe ist die Atombombe undenkbar, auch wenn es Menschen gibt, die dies so diskutieren. Über eine Billion Euro pro Jahr für diese Rüstung (Bereithaltung, Modernisierung, Übung und so weiter) töten bereits jetzt Hunderttausende Menschen, weil ihnen notwendige Hilfeleistungen nicht zukommen können.

Wir meinen, dass angesichts dieser Entwicklung ein Aufschrei durchs Land gehen muss, damit unsere Regierung angehalten wird, bei der UNO mit den meisten Staaten für ein Atomwaffenverbot einzutreten. Wir meinen, dass es unerträglich ist, dass unsere Regierung gegenwärtig ein Atomwaffenverbot boykottiert (sie nimmt an den Verhandlungen der UNO für ein Atomwaffenverbot nicht teil) und dass angesichts der gegenwärtigen politischen Entwicklungen sogar eine EU-eigene Atomwaffe diskutiert wird."

Aus diesem Grunde lädt die Herzberger Friedensinitiative ein, sich an der bundesweiten Unterschriftenkampagne "Büchel ist überall! Atomwaffenfrei: jetzt!" zu beteiligen. Unterschriftslisten können über info@atomwaffenfrei.de bestellt werden. In Herzberg sind sie auch in der Bücherei am Markt und in der BücherKammer direkt abholbar. Die Unterschriftslisten sind bis zum 15. September an das Netzwerk Friedenskooperative, Römerstraße 88 in 53111 Bonn einzusenden und sollen nach der Bundestagswahl 2017 rechtzeitig zu den Koalitionsverhandlungen übergeben werden.