Als neue Vorsitzende der Fraktion fungiert Uta Reich (CDU). Darüber hat Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU) am Montag den Hauptausschuss informiert. Die Fraktion habe Gerd Rothaug von seiner Funktion als Ausschussvorsitzender abgewählt, so Oecknigk.

Der Rückzug von Madlen Kellner als Fraktionsvorsitzende habe keine politischen Gründe. "Frau Kellner möchte einfach einmal eine Auszeit", sagt ihre Nachfolgerin auf RUNDSCHAU-Anfrage. Bei Gerd Rothaug sieht das anders aus. Die Fraktion habe kein Vertrauen mehr, dass er die Position des Bauausschuss-Vorsitzenden so ausüben könne, wie sie es von ihm erwartet, so Reich. Man habe lange zusammengesessen. Per Abstimmung sei so entschieden worden. Man sei der Meinung, dass Gerd Rothaug sich als Mitglied des Kreistages und der Stadtverordnetenversammlung nicht immer dem Wohl der Stadt Herzberg verpflichtet fühlt, so Uta Reich. Einen Nachfolger habe die Fraktion noch nicht benannt. Das werde man in der nächsten Sitzung tun, sagte sie.

Gerd Rothaug war seit 2008 Vorsitzender des Herzberger Bauausschusses. Seit 2008 ist er auch Mitglied der CDU-Fraktion des Kreistages Elbe-Elster und fungiert als Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur- und Sport. In den letzten Monaten ist es häufiger zu Auseinandersetzungen auch in der SVV zwischen Rothaug und Oecknigk gekommen. Streitpunkt war der künftige Standort des Herzberger Gymnasiums. Rothaug hatte einen Beschluss der SVV zum Erhalt des Gymnasiums in der Innenstadt erst grundsätzlich mitgetragen, dann aber, wie er öffentlich sagte, "über einen längeren Zeitraum alle Fakten abgewogen" und sich für einen Umzug des Gymnasiums ins OSZ ausgesprochen. Oecknigk bezeichnete dies als Schlag ins Gesicht. "Die Glaubwürdigkeit in seine Funktion im Bauausschuss der Stadt ist somit nicht mehr gegeben", hatte der Bürgermeister im November vergangenen Jahres verkündet.

Auch zum Erwerb des Hauses I des Gymnasiums durch die Stadt scheinen sich unterschiedliche Meinungen abzuzeichnen. Das Thema wurde in den jüngsten Ausschusssitzungen der SVV nicht öffentlich behandelt.

Gerd Rothaug zeigte sich gestern überrascht darüber, dass die Entscheidung zum Ausschussvorsitz bereits öffentlich wurde. Er wollte sich dazu am Dienstag noch nicht äußern.