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| 15:40 Uhr

Herzberg/Potsdam
Herzberger Verkehrswächter wird in Potsdam mit Gold bedacht

 Eberhard Kühnberg (Mitte) ist von Rainer Genilke, dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg, und der Geschäftsführerin Irina Günther hoch geehrt worden.
Eberhard Kühnberg (Mitte) ist von Rainer Genilke, dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg, und der Geschäftsführerin Irina Günther hoch geehrt worden. FOTO: Dieter Babbe
Herzberg/Potsdam. Eberhard Kühnberg ist mit der höchsten Auszeichnung der Landesverkehrswacht Brandenburg geehrt worden. Von Dieter Babbe

 Der Herzberger Eberhard Kühnberg, ein Verkehrswächter mit Leib und Seele, ist am Wochenende in Potsdam mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt worden – die höchste Auszeichnung, die die Landesverkehrswacht Brandenburg zu vergeben hat.

Für Eberhard Kühnberg ist die Verkehrserziehung seit Jahrzehnten eine Herzensangelegenheit. Schon zu DDR-Zeiten, als der Diplom-Landwirt Technischer Leiter bei der LPG „Karl Marx“ in Kolochau war - mit 1500 Mitarbeitern und 7500 Hektar Fläche eine der größten Genossenschaften weit und breit – kümmerte er sich nicht nur um die Technik, obwohl da mehr als genug zu tun war. „120 Traktoren, 20 Lkw, 20 Kräne, sechs Busse und 300 Anhänger mussten jährlich, manche zweimal im Jahr, durch die  technische Kontrolle. Auch von der Tierproduktion kam die Technik zu uns“, erinnert sich Eberhard Kühnberg – der als Chef vom Verkehrssicherheitsaktiv der LPG auch dafür den Hut auf hatte: „Unsere Mitarbeiter in den Brigaden sind regelmäßig in der Verkehrserziehung geschult worden.“

Als dann die Wende kam wechselte der erfahrene Verkehrsexperte in die damalige Herzberger Kreisverwaltung, wo er Leiter des Straßenverkehrsamtes wurde.  Als aus den Kreisen Finsterwalde, Bad Liebenwerda und Herzberg der Elbe-Elster-Kreis gebildet wurde, war Eberhard Kühnberg zunächst einer der Stellvertreter des Straßenverkehrsamtes und später Abteilungsleiter im neuen Ordnungsamt.

„Jetzt war für mich klar: Wir brauchen in der Kreisstadt wieder eine organisierte Verkehrserziehung“, erinnert er sich an die damalige Zeit. Im März 1998 ist dann die Verkehrswacht Herzberg gegründet worden, die gegenwärtig 45 Mitglieder hat. Eberhard Kühnberg ist von Anfang an der Vorsitzende.

Bei etwa 100 Schulungen sind im vorigen Jahr mehr als 1300 Verkehrsteilnehmer im Altkreis und darüber hinaus erreicht worden. „Dadurch, dass die Elster-Werkstätten bei uns vor Ort  sind, legen wir besonderen Wert darauf, dass behinderte  Menschen gut auf richtiges Verhalten im Straßenverkehr vorbereitet werden – 30 Veranstaltungen mit etwa 450 Teilnehmern gab es 2018“, betont der Vorsitzende. Auch bei der Schulung von Radfahrern engagieren sich die Vereinsmitglieder. Außerdem: 250 Fahrräder sind im vorigen Jahr codiert worden. Die Sicherheitstrainings für Pkw-, Motorrad- und Fahrer von Kleintransportern – zehn bis 15 finden jährlich statt – standen eine Zeit lang auf der Kippe. Eine benachbarte Firma wollte sich erweitern und brauchte dazu einen Teil der Fläche von unserem Verkehrsgarten. „Doch das ist erst mal abgewendet. Von der Stadt haben wir jetzt die Zusage, dass wir den Platz zunächst für weitere zehn Jahre nutzen können“, ist Eberhard Kühnberg froh. Die Firma werde sich an anderen Standorten erweitern.

Der heute 76-Jährige, der den Verein von seinem häuslichen Büro aus leitet, „wo ich telefonisch jederzeit erreichbar bin. Wenn ich im Garten bin, nehme ich das Telefon mit“, spielt schon länger mit dem Gedanken, im Ehrenamt etwas kürzer zu treten und den Vorsitz in jüngere Hände zu geben. „Ich möchte aber den Neuen oder die Neue richtig einarbeiten“, betont Eberhard Kühnberg. Sein Problem: „Es hat sich bisher noch niemand gefunden!“.

 Eberhard Kühnberg (Mitte) ist von Rainer Genilke, dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg, und der Geschäftsführerin Irina Günther hoch geehrt worden.
Eberhard Kühnberg (Mitte) ist von Rainer Genilke, dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg, und der Geschäftsführerin Irina Günther hoch geehrt worden. FOTO: Dieter Babbe