Als wenn die Situation durch Corona derzeit nicht schon schwierig genug ist, muss die Herzberger Tafel des Arbeitslosenverbandes einen weiteren Tiefschlag hinnehmen. Der kleine Lkw, mit dem Tafelwaren, gebrauchte Möbel und andere Kleinwaren an bedürftige Bürgerinnen und Bürger gefahren wurden, hat seinen Geist aufgegeben. 384 000 Kilometer hatte das gute Stück, Baujahr 2009, runter.

Die Reparaturkosten für einen ausstehenden TÜV würden bei weitem den noch vorhandenen Wert überschreiten. Es muss dringend ein Fahrzeug her, das die Dienste übernehmen kann.

Ohne Auto keine Auslieferung

„Die Tafel und die Möbelbörse sind langjähriger Bestand unserer sozialen Arbeit. Die Waren müssen abgeholt und weitervermittelt werden“, sagt die Projektleiterin des Arbeitslosenverbandes in Herzberg Dittgard Hapich. Und gerade jetzt kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. „Einige ältere sozial Benachteiligte kommen derzeit nicht zur Tafelausgabe, weil sie sich wegen der Corona-Krise nicht aus dem Haus trauen. Für sie haben wir eine Tafelauslieferung organisiert. Das können wir aber ohne Fahrzeug nur sehr schlecht bewältigen“, sagt Dittgard Hapich.

Die Einrichtung hat sich bereits nach einem preiswerten gebrauchten Fahrzeug umgeschaut und auch gefunden. Es ist ein drei Jahre alter Opel Movano für einen Gesamtpreis von 9875 Euro plus Zulassung und Beschriftungskosten. Doch auch das muss alles bezahlt werden. So viel Geld hat die Arbeitslosenserviceeinrichtung nicht auf der hohen Kante.

Crowdfunding-Aktion für regionale Projekte

Zwar gebe es eine kleine Rücklage, doch das Geld reicht nicht, sagt die Bereichsleiterin. Spenden werden benötigt. Deshalb hat sich der Arbeitslosenverband mit dem Projekt „Ein Transporter für die Tafel Herzberg in dieser schwierigen Zeit“ bei der 99Funken-Aktion der Sparkasse Elbe-Elster angemeldet.

Dabei handelt es sich um eine Crowdfunding-Aktion für regionale Projekte. Möglichst viele, die von dem Projekt überzeugt sind, spenden dafür. Ist die Fundingsumme erreicht, gibt die Sparkasse das restliche Geld dazu.

Wie Dittgard Hapich beschreibt, müssen bis zum 20. April mindestens 2500 Euro über Spenden zusammenkommen, um das Crowdfunding-Ziel von 5000 Euro zu erreichen. „Es wird sehr schwer werden, die Summe zusammenzutragen, auch, weil in diesen Tagen und Wochen überall eine große Unsicherheit herrscht. Aber wir wollen es unbedingt versuchen. Mit den 5000 Euro könnten wir das Ersatzfahrzeug komplett bezahlen“, sagt sie.

Mitmachen und spenden kann man online auf der Internetseite der Sparkasse Elbe-Elster (Ihre Sparkasse/Förderung/Crowdfunding). „Wem das Wohl seiner Mitmenschen am Herzen liegt, den bitte ich, uns bei der Anschaffung des Ersatzfahrzeugs für den Spendentransport zu unterstützen. So ermöglichen die Spender unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern die täglichen Abholfahrten und sichern die Versorgung unserer hilfebedürftigen Mitbürger“, sagt Dittgard Hapich.