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| 19:45 Uhr

Neu im Rathaus
Herzberg schmackhaft machen

Susanne Wegner ist in der Herzberger Stadtverwaltung für Stadtmarketing und Tourismus zuständig.
Susanne Wegner ist in der Herzberger Stadtverwaltung für Stadtmarketing und Tourismus zuständig. FOTO: LR / Rudow
Susanne Wegner managt das Stadtmarketing und den Tourismus in der Stadt. Von Birgit Rudow

Bei seinem Amtsantritt im Januar hat Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (parteilos) angekündigt, auch in der Verwaltung einige Veränderungen vorzunehmen. Mit der Besetzung der Stelle für Stadtmarketing und Tourismus will er ein Segment stärken, in dem Herzberg großen Nachholbedarf hat – in der bewussten Darstellung der Stadt vor allem nach außen. „Marketing und Tourismus sind für Herzberg wichtig. Die Stelle war bisher unbesetzt, es hat sich einfach niemand intensiv darum gekümmert. Das wird sich jetzt ändern“, sagt er. Dass unter den Interessenten eine ehemalige Herzbergerin mit hoher fachlicher Kompetenz und auch internationaler Erfahrung war, machte es der Verwaltung leicht.

Seit dem 1. August ist Susanne Wegner im Herzberger Rathaus für Stadtmarketing und Tourismus zuständig. Die 35-Jährige hat die Stadt nach dem Abitur verlassen und in Dänemark interkulturelle Kommunikation studiert. Anschließend verschlug es sie für 13 Jahre nach Wien. Dem Magisterstudium für Kommunikationswirtschaft schlossen sich Jobs als Marketing-Leiterin der RTL-Mediengruppe und beim ORF an. Die Medienlandschaft in Österreich kennt Susanne Wegner, die mit dem Grafikdesigner Marcus Wegner verheiratet ist, bestens.

Aber so schön die Weltstadt Wien auch ist, die Wegners zog es aufs Land. „Wir haben es erst in Richtung Ostsee versucht. Als dann aber vor einem Jahr unsere Tochter geboren wurde, haben wir entschieden, uns nach Herzberg zu orientieren, natürlich auch, um meine Eltern in der Nähe zu haben. Uns gefällt es hier. Wir sind sozial schon gut vernetzt“, erzählt Susanne Wegner.

Eigentlich hatten sie sich länger Zeit gegeben für den Wechsel „aufs Land“. Neue Jobs, Haus oder Wohnung, Kinderbetreuung – alles sollte gut vorbereitet sein. „Dass es dann so schnell ging, hat uns selbst überrascht“, so die junge Frau. Weihnachten habe sich die Möglichkeit ergeben, ein Haus in Herzberg zu mieten, das ihnen gefallen hat, sagt sie. Und als dann die Stadt die Stelle für Marketing und Tourismus ausgeschrieben hat, war ihr klar, dass das Metier sehr gut zu ihr passen würde. „Es gab mehrere Bewerber. Ich freue mich sehr, dass ich diesen Job bekommen habe“, sagt Susanne Wegner.

Die Freude über die neue Arbeit merkt man ihr an. Doch die Frage drängt sich auf, ob der Weg von der Medienlandschaft Österreichs in das kleine Herzberger Rathaus nicht ein beruflicher Rückschritt ist. Doch das sieht Susanne Wegner ganz anders. „Diese Aufgabe hat es in sich“, schätzt sie ein. „Das Stadtmarketing und die Tourismus­en­t­­­­­wicklung liegen in Herzberg sozusagen auf einer grünen Wiese. In der Vergangenheit ist auf diesem Gebiet noch nicht konkret gearbeitet worden“, sagt sie. Man müsse sich darüber klar werden, wohin sich Herzberg in den kommenden zehn, zwanzig Jahren entwickeln soll und wie sich die Stadt diesbezüglich nach außen darstellen will. Das sei bisher nicht festgelegt, so Susanne Wegner. Herzberg habe touristisch viel zu bieten, wie das Planetarium, den Botanischen Garten, den Tierpark oder auch das Schwimmbad. „Das alles sind Anfangspunkte. Jetzt geht es darum, Zielgruppen zu definieren, ein Gesamtpaket zu schnüren und ein Konzept zu entwickeln“, sagt sie.­

Erste Vorstellungen hat sie schon. 2019 will Susanne Wegner den Dinosaurierforscher Werner Janensch in den Vordergrund rücken, der vor 50 Jahren gestorben ist und dessen Expedition sich 2019 zum 110. Mal jährt. „Das Thema ist bei den Herzbergern kaum präsent. Besucher sind hingegen immer sehr erstaunt, dass Janensch Herzberger war. Ihnen müssen wir touristische Angebote offerieren“, sagt sie.

Dass die Stadt in Sachen Vermarktung und Tourismus nicht als Alleinkämpfer auftreten kann, ist allen klar. „Wir werden uns eng an den Landkreis ranhängen und die Dinge, die für uns als Stadt besonders wichtig sind, selbst bearbeiten“, so Susanne Wegner. Sie bezieht das Thema Außendarstellung auch nicht allein auf den Tourismus, sondern auch auf eine für die Bürger präsente Verwaltungsarbeit.

Noch ist man in Herzberg in der Findungsphase, wohin der Weg führen soll. Ein erstes Projekt aber hat Susanne Wegner mit dem von der Stadt organisierten Bauernmarkt am 29. September in Grochwitz bereits auf dem Tisch. Und sie hofft, dass er bei den Herzbergern und auch überregional eine gute Resonanz findet.