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Freizeitsport
Herzberg macht sich Gedanken um Parcours für BMX-Crosser

Der Sport auf Cross-Rädern ist sehr beliebt. Gibt es in Herzberg für die Crosser demnächst ein Domizil?
Der Sport auf Cross-Rädern ist sehr beliebt. Gibt es in Herzberg für die Crosser demnächst ein Domizil? FOTO: Kadmy / fotolia
Herzberg. Die Rad-Crosser wünschen sich eine eigene Biker-Anlage. Sie könnte in der Badstraße zwischen Sportplatz und Freibad entstehen. Von Birgit Rudow

Fahrradfahren ist bei den Herzbergern beliebt. Die Umgebung bietet schließlich gute Voraussetzungen dafür. Ob der Schwarze-Elster-Radweg, die Elsterradtour oder die Kohle-Wind & Wasser-Tour – das Elbe-Elster-Land ist ein Paradies für Radler. Es gibt aber auch – vor allem junge – Zeitgenossen, denen das „nur“ Geradeausfahren mit dem Rad zu wenig ist. Sie schwingen sich lieber auf ihre BMX-Räder, fahren über Stock und Stein, bergauf, bergab und schießen durch die Kurven. BMX-Strecken und Bikerparcs gibt es zuhauf in Brandenburg. Auch in Uebigau wurde im vergangenen Sommer auf einer privaten Fläche eine öffentlich zugängliche Fahrradcross-Strecke eröffnet.

Herzberg kann damit nicht aufwarten, noch nicht. Doch es gibt durchaus ernst zunehmende Ambitionen, in der Stadt ein BMX-Areal zu errichten. Gesprochen wurde darüber im jüngsten Bauausschuss.

Etwa 30 Leute in Herzberg seien sportlich auf dem BMX-Rad unterwegs, sagte Christian Graf, der als Gast an der Sitzung teilnahm. Die Radcrosser bauten sich ihre Anlagen wie die Rampen selbst, und zwar wild in der Gegend – im Wald, im Stadtpark oder in größerem Stil am alten Sommerbad. Für diese Sportler soll jetzt eine Lösung gefunden werden. Ziel ist es, die Aktivitäten sozusagen zu legalisieren und damit die wilden Anlagen in der Landschaft abzuschaffen.

Wo ein BMX-Parcours in Herzberg entstehen könnte, dazu gibt es auch schon genaue Vorstellungen. Ins Auge gefasst ist die Fläche zwischen Schwimmbad, Tennisplätzen und Spielplatz an der Badstraße. Dafür müsste der Zaun am Schwimmbad versetzt werden. Einbezogen ist in die ersten Planvorstellungen auch, dass der hinterste Tennisplatz wegen des Hochwasserschutzes nach vorn verlegt werden muss. Dennoch blieben etwa 2500 Quadratmeter städtischer Fläche für den BMX-Parcour als Ergänzung der bereits vorhandenen Sportstätten. Die jungen Leute würden mit Hand anlegen und Unternehmen hätten auch schon ihre Unterstützung zugesagt, so Christian Graf. Es handele sich ja nicht um feste Bauwerke, sondern lediglich um Aufschüttungen von Erdreich.

Dennoch könne es sein, dass auch dafür eine Baugenehmigung notwendig ist, wandte der Abgeordnete Siegbert Lieske ein, der beruflich im Bauordnungsamt des Kreises tätig ist. Zunächst müsse geprüft werden, ob sich die Fläche im Innen- oder Außenbereich befindet. Die Abgeordneten haben sich grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen, vorausgesetzt, die Radcrosser kümmern sich dann auch um das Areal.

Die Stadtverwaltung steht dem Vorhaben ebenfalls aufgeschlossen gegenüber. Auch wenn Stadtplanerin Janett Lehmann nicht davon ausgeht, dass es ohne finanziellen Aufwand gehen wird, schon gar nicht, wenn ein B-Plan aufgestellt werden muss. Sie hat schon ein neues Programm des Landes im Blick, das „FreiRäume 2018“ heißt und für Bolzplätze oder Jugendfreizeiteinrichtungen jeweils 5000 Euro Fördermittel in Aussicht stellt. Dann wäre die Stadt aber auch mit weiteren 5000 Euro dabei. Auf jeden Fall aber soll das Projekt „BMX-Parcour“ in Herzberg weiter verfolgt werden.

Hier zwischen dem Sportplatz und dem Schwimmbad könnte der BMX-Parcour entstehen. Das eingezäunte Gelände gehört zum Freibad, wird aber kaum genutzt. Früher war dort mal ein Fußballplatz.
Hier zwischen dem Sportplatz und dem Schwimmbad könnte der BMX-Parcour entstehen. Das eingezäunte Gelände gehört zum Freibad, wird aber kaum genutzt. Früher war dort mal ein Fußballplatz. FOTO: Rudow / LR