| 02:42 Uhr

Herzberg macht sich auf den Lutherweg

Herzberg. Herzberg möchte der gemeinnützigen Lutherweg-Gesellschaft beitreten und wegetouristisch eine Verbindung nach Wittenberg und Torgau schaffen. Die Stadt sieht darin einen Beitrag zum Jubiläum "Luther 2017". Birgit Rudow

Die Lutherweg-Gesellschaft widmet sich der Pflege und Förderung von Lutherwegen in Deutschland. Solche Wege gibt es in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern - in Brandenburg aber noch nicht. Das möchte Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU), der als Vertreter der Kommunen des Landes Brandenburg dem zweithöchsten Gremium zum Lutherjubiläum, dem Lenkungsausschuss "Luther 2017", angehört, gern ändern.

Mit dem Beitritt in den Verein Lutherweg-Gesellschaft verfolgt Herzberg das Ziel, in Vorbereitung des Reformationsjubiläums die wegetouristische Erschließung von Herzberg nach Wittenberg und nach Torgau zu erreichen. Vom Lutherweg in Torgau aus könnte die Route nach ersten Vorstellungen über Mühlberg, Bad Liebenwerda, Uebigau-Wahrenbrück und Doberlug-Kirchhain nach Herzberg führen. "Bereits vorhandene Wege, wie zum Beispiel der Mitteldeutschen Kirchenstraße rund um Herzberg, könnten in den Lutherweg mit einbezogen werden", sagt Herzbergs Bürgermeister.

Die Lutherwege vernetzen die Reformationsstätten. Radfahrer, Wanderer und Pilgerer lernen so auch historisch bedeutende Orte der Reformation kennen, die sonst nicht so stark im Fokus der Öffentlichkeit stehen und sie erleben intensiv die Natur. "Es fließen also auch regionale Interessen mit ein. Von der Lutherweg-Gesellschaft versprechen wir uns Unterstützung für unser Vorhaben", sagt Michael Oecknigk.

Auf dem Lutherweg würde es für Touristen viel zu entdecken geben, vor allem in jenen Städten Südbrandenburgs, die eine direkte Beziehung zur Reformation haben. Zu Beginn des Jahres 2012 haben sich Jüterbog, Mühlberg, Herzberg, Treuenbrietzen, Uebigau-Wahrenbrück und Doberlug-Kirchhain sowie Bad Liebenwerda und Brück zu dem "Städteverbund Reformationsjubiläum 2017" zusammengeschlossen. Auf Tafeln, Bänken, Stelen und Toren wird der direkte Bezug der Orte zur Reformation kenntlich gemacht und erläutert.

Michael Oecknigk will auf der nächsten Zusammenkunft des Lenkungsausschusses Lutherdekade im Juni seine Gedanken unterbreiten, wie ein Lutherweg in Brandenburg aussehen könnte. Herzberg soll natürlich dabei sein. Den Beschluss zum Beitritt der Stadt zur Lutherweg-Gesellschaft soll die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag treffen. Die Verwaltung will auf Wunsch einiger Abgeordneter versuchen, dazu einen Vertreter der Gesellschaft einzuladen. Sie hat ihren Sitz in der Lutherstadt Wittenberg.

Kommentar: Vom Vatikan bis Herzberg