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| 02:37 Uhr

Herzberg hofft weiter auf Hilfe durch Fördermittel

Das Herzberger Bürgerzentrum im Bau 2010. Fast vier Millionen Euro aus der Städtebauförderung flossen dafür.
Das Herzberger Bürgerzentrum im Bau 2010. Fast vier Millionen Euro aus der Städtebauförderung flossen dafür. FOTO: gzn1
Herzberg. In den vergangenen 25 Jahren hat Herzberg fast 25 Millionen Euro in die Stadtentwicklung investiert. Mehr als 20 Millionen Euro waren Fördermittel aus Bund-Länder-Programmen. Das Land wird die Stadt Herzberg auch weiterhin unterstützen. Davon ist Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU) nach einer Beratung mit Landesvertretern überzeugt. Birgit Rudow

Ende des vergangenen Jahres fand in Herzberg eine strategische Gesamtberatung mit Vertretern der Landesämter für Bauen und Verkehr Cottbus und Frankfurt/Oder und des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung statt. "Das war ein sehr wichtiges Gespräch für die Stadt. Es ging um die Kontrolle der Einhaltung der Städtebauförderungsrichtlinien. Wir haben uns auch zu weiteren städtebaulichen Zielen in Herzberg verständigt", so der Bürgermeister. Die Mitarbeiter der Landesbehörden seien sehr entgegenkommend gewesen, sagt Oecknigk. Konkrete Aussagen könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht machen, da das Protokoll der Beratung noch nicht vorliege. Er könne aber schon sagen, dass das Land die Stadt Herzberg beim Schulergänzungsbau an der Elsterlandgrundschule unterstützen wird, so der Bürgermeister.

Die Beratung sei auch der Grund gewesen, warum die Verwaltung den Abgeordneten Ende des Jahres den Haushalt für 2017 noch nicht wie vorgesehen vorgelegt hat. "Der Haushalt war eigentlich fertig. Wir werden ihn jetzt aber noch einmal anders aufbauen, entsprechend der Maßnahmen, die wir mit dem Land abgestimmt haben. Spätestens im April soll er dann beschlossen werden", so Oecknigk.

430 private Grundstücke

Herzberg hat in den vergangenen 25 Jahren bei der Stadtentwicklung von Fördermitteln aus Bund-Länder-Programmen wie "Städtebaulicher Denkmalschutz" oder "Stadtumbau" reichlich profitiert. Bis Ende 2016 sind 20,42 Millionen Euro Fördermittel geflossen, 4,25 Millionen Euro hat die Kommune als Eigenanteil selbst beigesteuert. Beste Beispiele finden sich im Sanierungsgebiet der Herzberger Altstadt. Alle Prämissen für die Erneuerung hat die Stadt in den 1990er-Jahren in entsprechenden Satzungen festgeschrieben.

In dem 50 Hektar großen Sanierungsgebiet im Herzen der Stadt leben etwa 1200 Menschen. Gut zehn Hektar der Fläche sind öffentliche Grünflächen und sechs Hektar Straßenflächen. Das Sanierungsgebiet umfasst 430 private Grundstücke. 21 davon sind Einzeldenkmale.

Laut Stadtverwaltung sind etwa 65 Prozent der Gebäude mittlerweile saniert. Bei 28 Maßnahmen wurde die Komplettmodernisierung und Instandsetzung von Gebäuden gefördert, bei 53 Projekten die Sanierung der Gebäudehülle wie Fassade, Fenster oder Dach. 116 geförderte kleinteilige Maßnahmen konnten realisiert werden. So sind in die Gebäudesanierung in Herzbergs Innenstadt bisher etwa 10,2 Millionen Euro geflossen. 9,6 Millionen wurden laut Stadtverwaltung in den Straßenbau im Sanierungsgebiet investiert. Er ist zu 85 Prozent abgeschlossen.

Hohe Fördersummen

Welche Dimensionen die Förderung für Herzberg (aber auch für andere Kommunen im Elbe-Elster-Kreis - siehe blauer Kasten) hat, demonstriert der Herzberger Bürgermeister gern am 2011 eingeweihten Bürgerzentrum. Der Bau hat laut Rechnungsstand 4,279 Millionen Euro gekostet. 3,988 Millionen Euro davon waren förderfähig. Diese Summe wurde voll gefördert. 1,339 Millionen Euro aus dem Stadtumbauprogramm und 2,659 Millionen Euro aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz, so Oecknigk. Die Stadt selbst habe für das Bürgerzentrum lediglich 281 000 Euro bezahlt.

Auch die Sanierung des Kirchplatzes 2009 sei voll gefördert worden. Bei der Modernisierung und Instandsetzung der Torgauer Straße 1 (die so genannte Lesemann-Ecke) habe der Fördermittelanteil mehr als 60 Prozent betragen, so der Bürgermeister.

Wieder neue Projekte

Auch künftig möchte die Stadt Herzberg von Fördermitteln für den Städtebau profitieren. Projekte gibt es noch genug. Man denke nur an den gesamten Komplex Stadtpark und Botanischer Garten mit der Marxschen Villa. In diesem Jahr rechnet Herzberg für die Innenstadt mit Mitteln für die Sanierung der Apothekergasse, für die Gestaltung des Pilgerhofes zwischen Torgauer- und Magisterstraße und für den Start der Sanierung des Neumarktes. Dafür sind Städtebaufördermittel zugesagt.

Zum Thema:
Seit 1991 wurden in Brandenburg etwa 3,37 Milliarden Euro für Stadtentwicklungsprojekte aus Bundes- und Landesmitteln bewilligt. Zusätzlich 300 Millionen Euro wurden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr erhielten zum Beispiel Finsterwalde 1,6 Mio. Euro, Doberlug-Kirchhain 300 000 Euro, Herzberg und Mühlberg je 400 000 Euro, Bad Liebenwerda 25 000, Elsterwerda 114 000 und Uebigau-Wahrenbrück 280 000 Euro.