ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:52 Uhr

Herzberg
Wenn Fontane auf Neptun trifft

 Frank Löser, Janine Kauk und Rosita Löser und Nichte Pia ließen sich am Sonntagnachmittag von der Kulturliebhaberei des dritten Fontane-Picknicks im Botanischen Garten in Herzberg bezirzen. Und nicht nur sie ...
Frank Löser, Janine Kauk und Rosita Löser und Nichte Pia ließen sich am Sonntagnachmittag von der Kulturliebhaberei des dritten Fontane-Picknicks im Botanischen Garten in Herzberg bezirzen. Und nicht nur sie ... FOTO: Stephanie Kammer
Herzberg. Die Veranstaltungen am Wochenende in Herzberg glänzen mit Besucherströmen und mit einem bunten Kulturerleben. Von Stephanie Kammer

50 Jahre Sommerbad am Freitag, Gemeindefeste, Fontane-Picknick und Neptunfest am Sonntag – am zurückliegenden Wochenende kam jeder in und um Herzberg in Sachen Feiern, Kulturgenuss und Geselligkeit auf seine Kosten. Zwischen Wasserspaß, guter Musik, Literatur und Partyspaß ließen es sich Herzberger und reichlich Gäste richtig gutgehen.

„Egal wo man hinkam, ob zu den Dorffesten, in den Botanischen Garten oder ins Schwimmbad, alle Veranstaltungen waren gut besucht“, blickt Karsten Eule-Prütz, Herzbergs Bürgermeister, auf den Veranstaltungsmarathon des zurückliegenden Wochenendes in der Kreisstadt und ihren Ortsteilen zurück. Die ansprechende Programmvielfalt wurde mit ordentlich Zuspruch, ausgelassener Fröhlichkeit und ungewöhnlichen Bildern belohnt.

Kultur-Techtelmechtel

 Es sich gemütlich machen und eine schöne Zeit haben: die Devise sowohl beim Picknick als auch beim Sommerfest.
Es sich gemütlich machen und eine schöne Zeit haben: die Devise sowohl beim Picknick als auch beim Sommerfest. FOTO: Stephanie Kammer

So bot der Botanische Garten eine herrliche Kulturkulisse für Picknick-Gäste und Kulturliebhaber, die das letzte der insgesamt drei vom Landkreis organisierten Fontane-Picknicks nicht verpassen wollten. Friederike Rau, Medizinstudentin aus Herzberg entspannte im Schatten hoher Bäume und genoss das Techtelmechtel von Literatur, Kulinarik und Musik: „Ich bin beeindruckt. Der Charme dieses Ortes und dann Jung und Alt beim Kulturerleben so ungezwungen wie im eigenen Garten, das ist toll“.

Auch Rosita Löser, wunderbar kostümiert im viktorianischen Sommerkleid, ließ sich von der Picknick-Idee inspirieren. „Ich habe in der Kuchenform meiner Oma einen Rührkuchen gebacken, den alten Weidenkorb mit kleinen Leckerbissen bestückt und meine Nichte Pia geschnappt, dann ging es los“, sagt sie lachend.

Wie etliche andere Gäste, etwa einhundert an der Zahl, ließ sie sich ansprechen und berühren von Poetry Slam, Klangschalen, zeitgenössischen Gitarrenklängen, Wandererzählungen und einer ausgesprochenen Gemütlichkeit, die diese zarte Kulturliebhaberei zu einem echten hochsommerlichen Erlebnis machten.

Gaudi-Taufe mit Brühe und Schlagsahne

Zweihundert Meter weiter gaben sich Abkühlung, Aktion und kunterbunte Kinderkracher die Hand. Das Sommerfest im Schwimmbad Herzberg, das vom Verein „Zukunft für Herzberg“ und etlichen aktiven Herzbergern unterstützt und organisiert wird, zog diesmal wieder gut vierhundert Gäste an. Bei strahlendem Sonnenschein, freiem Eintritt, Eis und Zuckerwatte, vielfach ebenfalls geschenkt, wurde den Mädchen und Jungen der Nachmittag mehr als versüßt.

Mit Spannung wurde der Auftritt Neptuns, alias Daniel Gersdorf, erwartet, der kurzerhand sein Medizinstudium unterbrach, um als „Gott der Meere und Tümpel“ hüpfende Kinderherzen wohlwollend zu behandeln. Fünfzehn Täuflinge wurden von seinen Häschern, Mario Lehmann, Andy Müller und Marco Hammer, dingfest gemacht und der üblichen Gaudi-Sonderbehandlung mit Neptunbrühe,  Schlagsahne und Wasserbad zugeführt. „Der Spaß ist der Lohn für das Anpacken von vielen Mitwirkenden, Vereinen und Freunden“, sagt Marco Hammer, der sich seit drei Jahren intensiv in Organisation und Programm einbringt.

300 Euro gespendet

Der zweite Mann am Steuer des unterhaltsamen Familienklamauks, Mario Lehmann, fügt hinzu: „Wir sind unseren Sponsoren, der Stadtverwaltung und allen Unterstützern sehr dankbar. Zudem sind 300 Euro an Spenden für das Schwimmbad eingegangen“, freut sich der engagierte Herzberger, der immer wieder bereit ist, sich für Kinder und seine Stadt ehrenamtlich einzubringen. Als am Abend das Organisationsteam zum gemeinsamen Abendessen zusammenkam, dürften allesamt in der Runde glücklich über dieses gute und gelungene  Werk gewesen sein.

Auch Herzbergs Bürgermeister macht einen zufriedenen Eindruck und fasst zusammen: „Wenn unsere Leute zusammenkommen, feiern, reden und Spaß haben, scheint es hier doch ganz lebenswert zu sein. Alle, die fleißig gewirbelt haben, tragen dazu bei. Finde ich gut“, lächelt er schließlich.

 Insgesamt fünfzehn Täuflinge verschrieben ihre Seele dem „Gott der Meere und Tümpel“, Daniel Gersdorf.
Insgesamt fünfzehn Täuflinge verschrieben ihre Seele dem „Gott der Meere und Tümpel“, Daniel Gersdorf. FOTO: Stephanie Kammer