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| 19:07 Uhr

Werner Janensch
Herzberg und sein Saurierforscher

 Gedenktafel am Geburtshaus von Werner Janensch in der Kirchstraße 5 in Herzberg.
Gedenktafel am Geburtshaus von Werner Janensch in der Kirchstraße 5 in Herzberg. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Der Beginn der Tendaguru-Expedition jährt sich dieses Jahr zum 110. Mal. Herzberg nimmt dies zum Anlass, an einen großen Sohn der Stadt zu erinnern. Von Birgit Rudow

„Die Dinos sind los - Herzberg auf Saurierexpedition“ – so lautet das Motto des Thementages beim Tierparkfest, der am Sonntag um 11 Uhr startet. Schon das gesamte Jahr über taucht der Dinosaurier namens „Brachiosaurus brancai“ in der Stadt immer mal wieder auf. Und das aus gutem Grund. 1909 begannen die Ausgrabungen am Tendaguru-Hügel im heutigen Tansania. Jeder kennt das Ergebnis – die ausgegrabenen Saurierskelette sind heute im Naturkundemuseum in Berlin zu bewundern, auch der 13 Meter hohe Brachiosaurus brancai. Die Tendaguru-Expedition im damaligen Deutsch-Ostafrika stand unter der Leitung des Paläontologen Werner Janensch, der am 10. November 1878 im Haus Kirchstraße 5 in Herzberg geboren wurde.

Ausstellung wird vorbereitet

Den 110. Jahrestag des Beginns der Expedition nimmt die Stadt Herzberg zum Anlass, sich intensiver mit dem berühmten Sohn ihrer Stadt zu befassen. Das ist auch der Grund für das Motto zum Thementag beim Tierparkfest.

Höhepunkt der Janensch-Ehrung und des „Dino“-Jahres wird im Herbst eine Ausstellung in Herzberg in Zusammenarbeit mit dem Naturkundemuseum Berlin sein, wie es sie zu Werner Janensch noch nicht gab. Intensiv kümmern sich darum unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Karsten Eule-Prütz Susanne Wegner, Mitarbeiterin für Marketing bei der Stadtverwaltung, und Mediathek-Chef André Kessler. Ins Boot geholt haben sie den freiberuflichen Historiker Dr. Mario Huth aus Jeßnigk. Er berät die Stadtverwaltung, durchforstet Archive, wertet Quellen aus und wird die Inhalte der Ausstellung zusammenstellen. „Wir wollen versuchen, die Lebensstationen von Werner Janensch nachzuvollziehen“, so Mario Huth.

Über den Menschen Werner Janensch seien die Überlieferungen nicht sehr üppig. Er sei ein sehr introvertierter Mann gewesen, so der Historiker. In Herzberg finden sich im Pfarrarchiv Hinweise auf Geburt und Taufe. In der Schulchronik wird er erwähnt, und auch in seiner Dissertation, von der Mario Huth eine gedruckte Version ersteigert hat, nimmt Janensch Bezug zu Herzberg. Der Vater war in der Stadt Amtsrichter. Nach Werners Elementarschulzeit hatte die Familie Herzberg aber verlassen. Mario Huth hofft, eventuell über die Geschwister von Janensch (er selbst war kinderlos) etwas über dessen Persönlichkeit in Erfahrung zu bringen.

Reichhaltiger wissenschaftlicher Nachlass

Über den Wissenschaftler Werner Janensch ist in den Archiven mehr zu erfahren. Mario Huth hat das Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aufgesucht, die Janensch 1911 die Leibniz-Medaille verliehen hat. Erst in dieser Woche war er wieder im Archiv des Naturkundemuseums. Vor einigen Wochen besuchten Dr. Daniela Schwarz und Dr. Oliver Hampe vom Museum die Stadt Herzberg, um über die Ausstellung zu sprechen. „Es ist eine sehr interessante und gute Zusammenarbeit mit dem Museum. Der Nachlass zu Janensch ist reichhaltig und ich kann in den Archiven schauen, was sich zu dem Wissenschaftler finden lässt und was wir für unsere Zwecke verwenden können“, so Mario Huth.

Bekannt ist, dass Janensch bis zu seinem Lebensende 1969 an der Auswertung seiner Expeditionen gearbeitet hat. Abgeschlossen ist sie bis heute nicht, so Mario Huth.

„Als Paläontologe ist Werner Janensch eine Person von wissenschaftlichem Weltrang“, sagt der Historiker. Die Herzberger könnten stolz sein, dass er ein Sohn ihrer Stadt ist. Die Ausstellung soll sie mit seiner Arbeit und seiner Person vertraut machen. „Sicher können wir viele Aspekte bis zum Herbst nur an der Oberfläche streifen. Aber man kann sie ja später vertiefen“, sagt Mario Huth. Ihm schwebt vor, eine Ausstellung zu Werner Ernst Martin Janensch dauerhaft in Herzberg zu etablieren.