Von Birgit Rudow

Die Herzbergerin Mareile Prühs wusste gar nicht recht, was sie sagen sollte, so überrascht war sie vom 1000-Euro-Gewinn beim RUNDSCHAU-Lesergewinnspiel. „Ich dachte, da würden eher Leute aus Cottbus oder Hoyerswerda gewinnen, und nun bin ich es selbst“, freute sie sich riesig. Die 80-jährige rüstige Seniorin aus der Kreis-
stadt des Elbe-Elster-Kreises erfuhr am Montagvormittag von ihrem Glück. Ihr Mann Werner war gerade spazieren. Als er nach Hause kam, präsentierte sie ihm stolz den Gewinner-Scheck über 1000 Euro und erntete dafür die herzlichsten Glückwünsche von ihrer „besseren Hälfte“. „Wir sind schon ewig RUNDSCHAU-Leser. Schon vor der Wende haben wir die Zeitung gelesen“, erzählt Mareile Prühs.

Und auch heute noch gehört die RUNDSCHAU zum Alltag des Paares. Nach dem Frühstück wird erst einmal Zeitung gelesen. Bei den Prühs’ läuft das etwas anders ab als in vielen anderen Familien. Da Werner Prühs – er ist vor ein paar Tagen 85 geworden – sehr stark sehbehindert ist, liest seine Frau ihm jeden Tag die Artikel aus der Zeitung vor. „Als Erstes natürlich die aus Herzberg und dem Elbe-Elster-Land“, so Mareile Prühs. Kein Wunder, denn beide sind echte Herzberger. Was in der Stadt passiert, das möchten sie wissen, und sie schauen es sich dann oft auch vor Ort gemeinsam an.

Mareile Prühs war in ihrem Berufsleben Schulsachbearbeiterin in der Elsterlandgrundschule gleich nebenan. Sie freut sich noch heute, wenn sie von ehemaligen Schülern und Lehrern auf der Straße gegrüßt wird. Ihr Mann interessiert sich vor allem für die Bauvorhaben in Herzberg. Er hat selbst viele Jahre im Baubereich gearbeitet. Als im vergangenen Jahr in der benachbarten Palombinistraße eine neue Brücke gebaut wurde, ist er fast jeden Tag zu der Baustelle gegangen. „Ich wollte wissen, was die Bauleute dort machen. Das hat mich sehr interessiert. Und es ist ein tolles Bauwerk geworden. Ich habe früher auch Brücken gebaut, allerdings Holzbrücken“, erzählt er.

Aus der Zeitung haben Werner und Mareile Prühs auch erfahren, dass demnächst die Karl-Liebknecht-Straße in ihrer unmittelbaren Nähe gebaut werden soll. Das begrüßen die beiden Senioren sehr. Denn Straße und Gehwege sind in einem so schlechten Zustand, dass Werner Prühs mit seinem Rollator dort kaum noch gehen kann. Aus der RUNDSCHAU erfahren sie immer, was es Neues in Herzberg gibt, sagen sie. Aber auch die anderen Regionen des Landkreises finden ihr Interesse.

Und so, wie der Tag bei Familie Prühs beginnt, so endet er auch – mit der Heimatzeitung. Genauer gesagt, mit dem Rätsel. „Jeden Abend lösen wir gemeinsam das Kreuzworträtsel in der RUNDSCHAU. Meine Frau liest mir die Fragen vor. Und wenn ihr etwas nicht einfällt, dann weiß ich es vielleicht“, sagt Werner Prühs.

Mareile Prühs hat sich schon oft an Gewinnspielen beteiligt, einfach, weil ihr das Raten Spaß macht. Gewonnen hat sie aber noch nie etwas. „Das ist das erste Mal und dann gleich 1000 Euro“, freut sie sich. Was sie mit dem Geld macht, das weiß sie noch nicht genau, sagt sie. Im Stillen aber hat sie doch  schon überlegt, was sie der Familie damit Gutes tun kann, gibt sie zu. Die Familie ist für sie das Wichtigste. Alle helfen sich. Werner und Mareile Prühs haben zwei Töchter, die auch in Herzberg ganz in der Nähe wohnen, drei Enkelsöhne und auch zwei Urenkel. Die Töchter hatte die Seniorin aber noch nicht angerufen, um ihnen von dem RUNDSCHAU-Gewinn zu berichten. „Das mache ich nicht am Telefon, sondern persönlich. Ich will doch ihre Gesichter sehen, wenn ich ihnen sage, dass ich gewonnen habe“, so die Herzbergerin.