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"Herzberg — das sind wir alle"

Ulf Lehmann.
Ulf Lehmann. FOTO: privat
Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt besonders? Ulf Lehmann: Herzbergs kostbarstes Gut sind die Menschen. Diejenigen, die mich am meisten geprägt haben, leben in und für Herzberg.

Meine Familie und Freunde, Vorbilder wie Horst Gutsche und Gerhard Pohl — sie alle zeigen ihre innere Verbundenheit zur Stadt, indem sie sich einbringen. Sie handeln statt nur zu reden. Das sichtbarste Zeichen dieser Einsatzfreude ist die Vereinsvielfalt mit reichlich bodenständigen und fleißigen Aktiven. Herzberg spricht auch eine Einladung an Familien aus. Wir bieten alle Schulformen, ein modernes Klinikum, freundliche Kitas und Berufschancen. Das ist alles andere als selbstverständlich. In nur zehn Minuten Laufweite kann man auftanken. Herzberg ist eine grüne und gesellige Stadt. Freunde treffen, etwas auf die Beine stellen, mitmachen - man kann hier richtig gut leben. Beruf, Familie und Gemeinschaftliches lassen sich in Herzberg bestens vereinen.

Warum möchten Sie Herzbergs neuer Bürgermeister werden?
Ulf Lehmann: Nach über zwanzig Jahren Kulturarbeit, die mich ins Stadtparlament führte, habe ich Grenzen kennengelernt, die gar keine sein müssen. Es ist dringend Zeit für ein aufrichtiges Miteinander. Nach innen und nach außen. Herzberg - das sind wir alle! Eine neue Offenheit und Mut zur Veränderung wird uns die Gemeinschaftlichkeit schenken, die sich viele wieder wünschen. Nach außen in Richtung Land und Landkreis gilt das Gleiche. Ich habe bereits gute Kontakte zum Kreis, Landtag, zu Institutionen wie Wirtschaftsförderung, Rückkehrer-Initiativen, IHK, Handwerkskammer, ILB und zu den Ministerien geknüpft. Sie zu nutzen, ist ein Gewinn für Herzberg. Die Zeit etlicher verpasster Chancen und Kooperativen ist vorbei. Ein unverzüglicher kraftvoller Neustart muss jetzt erfolgen.

Worauf würden Sie als Bürgermeister in den kommenden Jahren den Schwerpunkt bei der Stadtentwicklung legen, auch im Falle einer Gebietsreform?
Ulf Lehmann: Herzberg als Verwaltungsstandort ist die Hauptschlagader des städtischen Lebens. Die SVV hat ihr Votum für Herzberg als Kreissitz gegeben. Unsere Fraktion "Herzberg zählt" gründete die Initiative "Herzberg - Unsere Kreisstadt". Wir kämpfen für den Kreisstadtstatus! Unsere Außenwirkung muss klar und selbstbewusster werden, damit wir Gehör finden. Ein Schulterschluss mit Kommunen aus Elbe-Elster ist längst überfällig. Herzberg braucht einen Entwicklungssprung. Im Stadtparlament werden die Jüngeren zum Zuge kommen. Ein offenes, serviceorientiertes Rathaus mit Bürgerbüro ist eine Selbstverständlichkeit. Herzberg bekommt schnellstmöglich einen Schulerweiterungsbau, und unverzüglich wird ein Kitaneubau angegangen. Der Marktplatz wird neu gestaltet und wiederbelebt. Herzberg braucht ein Ideen- und Innovationszentrum für Unternehmen, Vereine und Macher, das professionell Fördermittelgewinnung und Projektbegleitung garantiert. So kommt Herzberg auch zu einem Kino. Das Schwimmbad wird erneuert und zu einem Jugendzentrum mit modernen Außenanlagen, Sozialarbeiter und Events. Die barrierefreie Stadt wird kommen. Es gibt Elektroladesäulen für ein sauberes Herzberg. Die Villa Marx wird zum Kulturquartier für Vereine und Gruppen. Kultur muss besser gebündelt und koordiniert werden. Babyempfang, Ehrenamtspreis, Trainerbonus - vieles können wir aus eigener Kraft stemmen. Ein Erlebnispfad "Deutschlandsender", ein Dinofußabdruck als Erinnerungsort für den Herzberger Dinosaurierforscher Werner Janensch, Theaterprojekte mit den Elsterwerkstätten, wir haben es in der Hand. Ein Stadtpflegeteam, das Schäden auf öffentlichen Plätzen und Straßen sofort unbürokratisch behebt, ist täglich im Einsatz. Genauso machbar: eine bessere Anbindung des Westbahnhofs samt Beschilderung. Bei allem zählt das Regionalprinzip: Aufträge bleiben in der Stadt und im Umland. Niemand, der vorankommen will, muss Herzberg verlassen. Rückkehrern öffnen wir unsere Herzen und "Stadttore". Die Kunst des Geldbackens beherrsche ich nicht, aber das Zupacken.

Was wünschen Sie sich von den Herzberger Bürgern?
Ulf Lehmann: Ich wünsche mir, was ich selbst biete: Offenheit, Mitwirkungsbereitschaft, Ideen, Gegenseitigkeit. Toll wäre, wenn die Herzberger am 24. September eine Entscheidung treffen, die nicht nur dem Einzelnen, sondern unserer gemeinsamen Heimatstadt dient. Herzberg darf keine Zeit verlieren.