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Herold Quick „regiert“ in Falkenberg weiter

Falkenberg. Spätestens mit dem Schließen der Wahllokale war es bei Herold Quick mit der Gelassenheit vorbei. Der Falkenberger Bürgermeister, der zwei Wahlperioden erfolgreich hinter sich gebracht hat, möchte eine dritte Amtszeit dranhängen. Und das gelingt dem Alleinbewerber um das Bürgermeisteramt in der Eisenbahnstadt auch sehr deutlich. Sylvia Kunze

Gegen 21.30 Uhr wurde am Sonntag das vorläufige Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Falkenberg bekannt. Von den 5604 Wahlberechtigten hatten 3924 ihre Kreuze gesetzt. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 70 Prozent. 3238 Stimmen votierten mit einem "Ja", 647 mit "Nein". 39 Wahlscheine wurden für ungültig erklärt. Damit stehen 82,5 Prozent der Falkenberger Wähler hinter dem alten und neuen Bürgermeister Herold Quick.

Noch vor dem Wahltag hatte er gesagt, sich über jedes Prozent über 50 zu freuen. Und nun so ein Ergebnis. Quick hat nicht bewusst tiefgestapelt. Vielmehr weiß er um so manche unpopuläre Entscheidung, die in den vergangenen Jahren getroffen werden musste, um den Stadthaushalt gesunden zu lassen und um am Landeszuschüsse zu kommen, um weiter investieren zu können.

"Scheinbar war nicht alles verkehrt, was wir angepackt haben", sagte er deshalb zu den Abgeordneten, die sich im Rehfelder "Hufschlag" eingefunden haben, um gemeinsam mit ihm, seinen Familienangehörigen und Freunden den Wahlausgang zu verfolgen. Die Freude über das Ergebnis war ihm dabei ins Gesicht geschrieben. "Über 70 Prozent sind stark, aber über 80 Prozent - Respekt", entgegnete Rainer Böhme, der für die SPD im Falkenberger Stadtparlament sitzt.

Mit Unterstützung seiner Partei hatte Quick, der parteilos ist, erneut kandidiert. "Ich weiß, dass einige Bürger das nicht verstehen. Aber ich stehe dazu, auch wenn mir das vermutlich genau so Stimmen gekostet hat wie z.B. die Winterdienstgebührensatzung, die wir unbedingt einführen mussten", resümierte Quick.

Indessen kamen immer wieder neue Gratulanten. Die Ersten vom CDU-Ortsverband standen gar schon in der Tür, als noch gar keine Ergebnisse bekannt waren. Mittendrin gelang es auch seiner Frau Annegret, ihren Mann mal zur Seite zu nehmen. Ihr Geschenk für ihn: eine neue Uhr. Mit Hintergedanken. "Ich habe ihm zu jeder der beiden vorangegangenen Bürgermeisterwahlen eine Uhr geschenkt. Also musste es auch diesmal eine sein. Ich fürchte, die anderen waren alle defekt. Er wusste nie, wann er nach Hause kommen soll", sagte sie mit einem Augenzwinkern. Und macht sich keine Illusionen, dass das mit der neuen Uhr anders werden könnte.

Nebenbei erfuhr man aber auch, dass der Mann an der Stadtspitze ein Gewohnheitsmensch ist. Der Spaziergang am Wahlsonntag nach Döbrichau zu Verwandten gehörte dazu. Der Gattin wäre eine wetterunabhängigere Beschäftigung deutlich lieber gewesen, denn "der Regen hat meine Frisur völlig ruiniert". Aber es sollte eben so sein.

"Immer, wenn Wahl ist, haben wir zu Hause auch eine Baustelle", benannte Quick eine weitere Wiederholung. Beim ersten Mal sei es der Abwasseranschluss gewesen, beim zweiten Mal das Pflastern, und auch jetzt stecke der Quicksche Haushalt gerade wieder in einer Baumaßnahme, merkte er an. "Ja, als er sich das erste Mal zur Bürgermeisterwahl stellte, hatten wir am nächsten Tag frei. Da standen wir dann im Abwasserkanal und dachten: Oh Schreck! Ob er das wirklich schafft?", blickte Annegret Quick 16 Jahre zurück.

Er schafft es, und das scheinbar nicht schlecht, wenn man das vorläufige Wahlergebnis interpretiert. Sein Aufgabenblock für die nächsten acht Jahre ist prall gefüllt. Der Wahlsonntag diktierte ihm förmlich einen weiteren Aspekt auf: den Breitbandausbau. In der Gaststätte hatte der Rehfelder erdenkliche Schwierigkeiten, Handynetz zu erhaschen. Immer wieder müssen andere vor die Tür und Ergebnisse abfragen. Auch in Sachen Internet soll es nicht besser bestellt sein, berichtete Quick.

"Das kann so nicht bleiben", ist dem Falkenberger Bürgermeister bewusst, der am heutigen Montag allerdings schon den nächsten dicken Brocken bewältigen muss. In seinem Terminkalender steht ein Besuch im Bildungsministerium. Es geht um Absprachen für nötige Baumaßnahmen in der Grundschule, die sich zur Schule des gemeinsamen Lernens profiliert.