Ein klassisches Lesebuch über die regionale Historie ist der Heimatkalender für die Region Herzberg schon lange nicht mehr. Kalendermann Christian Poser ist darüber nicht traurig. „Dass, was uns tagtäglich umtreibt, im Hier und Jetzt, gehört ganz klar in den Kalender. Unterhaltung, originelle Ideen und Witz sind genau die Schmierstoffe, die unsere geschichtlichen und regionalen Inhalte brauchen, um gelesen zu werden“, sagt der Buchfachmann, der privat und beruflich Vielseitigkeit und Abwechslung schätzt.

Aktuelle Themen und der Blick zurück

So sei der Kalender auch immer eine Art Garderobenspiegel der Gesellschaft. Man könne aus verschiedenen Perspektiven zurückschauen oder auch brandheiße aktuelle Themen in den Fokus nehmen, meint Poser. An illustrativen Beispielen mangele es nicht. „Von den gottlosen Züllsdorfern, über Dresdner Sportler, die zum Westfernsehengucken nach Lebusa kamen, kommt episodenhaft Geschichte keineswegs zu kurz im Kalender“, blättert er schon einmal durch ein druckfrisches Exemplar. Singende Genreserven aus Jeßnigk, Naturkunde pur über den gemeinen Feldhasen, Jimi-Hendrix-Fans aus Buchhain und die erste freie Rosenmontagsrede vom legendären Karneval in Kolochau – all das hat der neue Kalender zu bieten.

Besonders freut den Kalendermacher der Neuzugang an Autoren, die zum ersten Mal mit von der Partie sind. „Viola Lehmann aus Herzberg hat Erzähltalent und schildert in den schillerndsten Farben, teils mundartlich, ein Verstopfungsleiden aus ihrer Kindheit. Sylvius Wegner, Herzberger Comedian und Lebensretter von Berufswegen, schrieb auf, wie er die verlorene Sandale seiner Gattin vor dem jähen Ende in einem städtischen Mülleimer bewahren konnte“, verrät Poser, was die Kalenderleser unter anderem erwartet.

Präsentation in Schlieben steht unmittelbar bevor

Am Mittwoch, 13. November, wird der neue Herzberger Heimatkalender im Drandorfhof in Schlieben präsentiert. Mit vielen kurzen und kernigen Rede- und Musikbeiträgen soll bei den Freunden des Kalenders die Lust am Lesen geweckt werden. Um 19 Uhr geht es los. Eingeladen sind alle Heimatfreunde und besonders die, die es noch werden wollen. Der Eintritt ist frei.