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| 19:30 Uhr

Stadtfinanzen
In Falkenberg wird rangeklotzt

Das Bauvorhaben in der  Kita „Schmetterling“ in Falkenberg ist bereits im Vorjahr gestartet. In den nächsten Monaten werden sich im Stadtgebiet noch einige weitere Baustellen dazugesellen.
Das Bauvorhaben in der Kita „Schmetterling“ in Falkenberg ist bereits im Vorjahr gestartet. In den nächsten Monaten werden sich im Stadtgebiet noch einige weitere Baustellen dazugesellen. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Falkenberg. Entwurf des Doppelhaushalts für 2018 und 2019 listet viele zukünftige Baustellen auf. Sylvia Kunze

Die Falkenberger drehen jetzt den Spieß um. Nach mehreren Jahren der Rotstiftpolitik, die wegen der schlechten Finanzsituation unumgänglich war, hat sich die Stadtkasse sozusagen erholt. Sie ist zwar noch lange nicht prall gefüllt, wie man sich das allgemein wünschen würde, aber die strikte Konsolidierungspolitik der zurückliegenden Jahre zahlt sich deutlich aus.

Marion Casper, Kämmerin und damit Finanzverantwortliche in der Stadt Falkenberg, hat einen Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2018 und 2019 vorgelegt, der in beiden Jahren einen Überschuss im Finanzhaushalt ausweist. 2018 handelt es sich dabei um rund 400 000 Euro, 2019 um rund 500 000 Euro. Nach vielen Jahren mit einem Minusbetrag unter dem Strich sind das durchaus stattliche Beträge. „Da wollten wir hin“, freut sich die Finanzchefin über die positive Prognose und weiß auch gleich einen Verwendungszweck: „Die Überschüsse aus dem Finanzhaushalt packen wir in die Investitionen rein“, kündigt sie an. Sie dienen dort der Finanzierung der Tilgungsleistungen und Investitionen.

Die Liste der Vorhaben für die beiden Jahre ist aufgrund der guten städtischen Finanzausstattung deutlich länger, auch wenn die Kämmerin klarstellen muss, dass man längst nicht alle Wünsche aus den Fachbereichen und Ortsteilen einordnen konnte. So „reich“ ist die Stadt dann doch noch nicht.

Die Werterhaltung an Gebäuden beinhaltet 2018 Vorhaben unter anderem am Verwaltungsgebäude, in Feuerwehrgerätehäusern, in den Kitas, in der Mehrzweckhalle in Beyern (Sanitärbereich, Kegelbahn), im Haus des Gastes und in Dorfgemeinschaftshäusern sowie 2019 weitere Erneuerungen in einigen Kitas und in der Mehrzweckhalle in Beyern (Parkett) und auf dem Friedhof in Falkenberg.

Hinzu kommen zahlreiche Straßenunterhaltungen. Im Jahr 2018 sind dafür etwas mehr als 200 000 Euro reserviert, 2019 liegt der Betrag knapp darunter. Geplant sind unter anderen ein erster Abschnitt Gehweg in der Theodor-Körner- und August-Bebel-Straße, Oberflächenbehandlung Krumme Trift, Weg zur Bibersiedlung und Grenzstraße in Falkenberg, Bankette in Großrössen, Regenentwässerung Hauptstraße Kölsa, Sanierung Birkenweg Kölsa, Oberflächenbehandlung Triftweg in Schmerkendorf, Reparatur Gehweg Rehfeld, Straßenentwässerung Waldstraße/Südstraße Beyern (alles 2018) sowie Instandsetzung eines Teils des Kiebitzer Weges, Reparatur eines Teilstücks Gehweg Lindenstraße in Falkenberg, Regenentwässerung Kölsa, Reparatur Asphalt in Rehfeld Siedlung (alles 2019).

Richtig rangeklotzt wird dann im Bereich der Investitionen. Laut Rechnung der Falkenberger Finanzchefin stehen dafür 2018 satte 2,6 Millionen Euro (davon bestenfalls – wenn alle Anträge bewilligt werden – 1,8 Millionen Euro Fördermittel) sowie 2019 weitere 2,8 Millionen Euro (1,7 Millionen Euro Fördermittel) zur Verfügung. Absoluter Schwerpunkt ist dabei die Grundschule und die Umsetzung des Konzepts „Gemeinsames Lernen“. Beim geplanten Um- und Anbau sollen Funktionsräume entstehen und der Bestand eine Aufwertung erfahren. Weitere, nicht unerhebliche Mittel fließen in die bereits begonnenen Baumaßnahmen in den Kitas in Großrössen und in der Rothsteinslache in Falkenberg, weiterhin in die Sanierung der Kita in der Freiherr-vom-Stein-Straße in Falkenberg, in weitere Vorhaben im Zuge der umfassenden Sanierung des Ludwig-Jahn-Sportkomplexes (Neuerrichtung Spielplatz und Sanierung Turnhalle) und in die Waldwegesanierung. Viele kleinere Projekte komplettieren die lange Auflistung.

Um all diese Invest-Pläne komplett ausfinanzieren zu können, soll erstmals seit 2002 wieder ein Kredit aufgenommen werden: über 220 000 Euro in diesem Jahr und 460 000 Euro im Folgejahr. Wie in der Vorstellung des Entwurfs des Doppelhaushaltsplans zu hören war, hofft die Falkenberger Kämmerin, dass die Kommunalaufsicht dafür auch die Genehmigung erteilen und damit die städtische „Rechnung“ schlussendlich aufgehen wird.