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| 01:07 Uhr

Handwerk auf goldenem BodenAltes Handwerk lebte auf

Kolochau.. Zum dritten Garbenfest lud die „Interessengemeinschaft historisches Feld“ (IG) für Sonntag nach Kolochau ein. Hunderte Zuschauer ließen sich das Spektakel am Ortseingang nicht entgehen, bei dem sowohl traditionelles als auch modernes Handwerk zu besichtigen war. Von Sven Gückel

„Das alljährliche Mähen und Binden des Getreides stellt für uns nur den Aufhänger des Festes dar“ , verdeutlichte Gerd Brzoza, Vorsitzender der IG. Den Schwerpunkt setzten die Kolochauer in diesem Jahr auf den Rohstoff Holz und dessen Bearbeitung. Mit Kai Jahnke, dem Sägewerk Rose aus Stolzenhain und Torsten Kreußler aus Malitschkendorf wurden dazu erstklassige Fachleute der Region eingeladen.
Insgesamt beteiligten sich 15 Gewerbetreibende verschiedener Sparten an dem Fest. Den Auftakt bildeten jedoch die 30 Mitglieder der Interessengemeinschaft. Wie vor Jahrzehnten noch üblich, ernteten sie vor den Augen der Schaulustigen das Getreide auf ihren Musterflächen und banden es anschließend zu Garben. „Unser Ziel ist es, Techniken und Technik für die Nachwelt zu erhalten“ , führt Gerd Brzoza fort. Dieser Tatsache sollen auch zahlreiche Gerätschaften dienen, die allesamt in bestem Zustand am Rande der Veranstaltung aufgestellt waren. Wir sind kein Museum, betonen die Gemeinschaftsmitglieder ausdrücklich. Vielmehr sollen alle Geräte, vom Mähdrescher, über den Binder bis zur einfachen Sense, funktionstüchtig bleiben und dementsprechend zu Schauvorführungen auch eingesetzt werden. Dass die betagten Maschinen gut in Schuss sind, konnte im Laufe des Festes mehrfach bewiesen werden.
Und dann ging es „Schlag auf Schlag“ : Während die aktiveren Gäste um den von Klaus Enigk (LVM) gestifteten Wanderpokal im Mähen kämpften (den sicherte sich übrigens Polzen!), die Hobbyhandwerker im Geschicklichkeitsparcours ihr Können unter Beweis stellten und die Flämingtanzgruppe aus Dennewitz die Röcke schwangen, gingen die Männer der Zimmerei Jahnke und des Sägewerkes Rose tatkräftig ans Werk. Ihr Ziel war es, bis zum Nachmittag einen Giebel zu fertigen, der letztlich mit Krone und Zimmermannsspruch gerichtet werden sollte.
Unter kräftigem Beifall brachten die Handwerker ihr Werk zu Ende, das Kai Jahnke mit dem traditionellen Spruch abschloss und mit einem Glas Sekt begoss. „Der gesamte Tag war ein schöner Erfolg, an dem wir im kommenden Jahr hoffentlich wieder teilhaben dürfen“ , sagte der Herzberger Zimmermann sichtlich bewegt.