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| 13:56 Uhr

Elbe-Elster-Kreis
Halbzeit beim Leader-Millionenprojekt

Zusammen mit Amtsdirektor Gottfried Richter (l.), Thomas Hettwer (3.v.l.) von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und weiteren Mitstreitern hat auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (r.) das neue Fußballgolf-Angebot von Andreas Pöhle (2.v.r.) in Finsterwalde ausprobiert. Es gilt in Sachen Schnelligkeit der Umsetzung als ein Leader-Vorzeige-Objekt.
Zusammen mit Amtsdirektor Gottfried Richter (l.), Thomas Hettwer (3.v.l.) von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und weiteren Mitstreitern hat auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (r.) das neue Fußballgolf-Angebot von Andreas Pöhle (2.v.r.) in Finsterwalde ausprobiert. Es gilt in Sachen Schnelligkeit der Umsetzung als ein Leader-Vorzeige-Objekt. FOTO: Lk EE
Elbe-Elster-Kreis. Lokale Aktionsgruppe Elbe-Elster mit positiver Bilanz: Von 18 Millionen Euro Fördermittel sind drei Viertel gebunden. Von Sylvia Kunze

Mehr als die Hälfte der laufenden EU-Förderperiode 2014 bis 2020 ist um. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Elbe-Elster zieht eine positive Zwischenbilanz der ländlichen Förderung im Leader-Programm. Bis Ende Mai 2018 wurden 136 Projekte zur Förderung zugelassen. Davon gab es bislang für 71 Vorhaben grünes Licht. Und die ebenso wichtige Zahl: Von den für den genannten Zeitraum zur Verfügung stehenden 18 Millionen Euro sind drei Viertel gebunden, das heißt entweder schon bewilligt (7,9 Millionen Euro) oder für laufende Antragsverfahren kalkuliert (5,2 Millionen Euro).

Eines der geförderten Projekte ist das Gesundheits- und Pflegezentrum der Hauskrankenpflege Erika Thyrolf in Falkenberg im städtischen Objekt in der Gartenstraße. Dort zogen LAG-Verantwortliche zu Wochenbeginn die Zwischenbilanz. Inhaber Gert Reitz führte durch das erste große Privatprojekt, das mit Leader-Mitteln kofinanziert wurde. Er lud in die Räumlichkeiten ein und ließ dabei anklingen, dass er sich trotz mancher bürokratischer Hürde im Verfahren durchaus vorstellen könne, eine erneute Förderung weiterer Vorhaben im Haus zu beantragen. „Ich bin hervorragend bedient worden“, sagt Reitz mit Blick auf die erhaltenden Zuschüsse, aber auch auf die gute Unterstützung des Regionalmanagements.

Immer größer werdende Bürokratie war ein Stichwort, das in der Bilanz mehrfach fiel. Spitzenreiter sei das Projekt Telelearning. Das habe von der Beantragung bis zur Bewilligung zehn Jahre gebraucht, benennt Iris Schülzke, stellvertretende Vorsitzende der LAG, das Negativbeispiel. Vorsitzender Thilo Richter schiebt nach: „Die Masse der Projekte ist natürlich schneller durch. Aber generell ist das mit der Dauer wie eine Zauberkiste“, umschreibt er den schwer zu kalkulierenden Zeitraum der Prüfverfahren der Fördermittelanträge. Sein Positivbeispiel „ist die neue Fußballgolf-Anlage in Finsterwalde. Die Idee wurde Ende November des Vorjahres eingereicht, und zum Männertag war schon Eröffnung.“

In bisher sieben Auswahlrunden sind mehr als 240 Projekte auf den Tisch gekommen. Aufgrund der jeweils gesetzten Fördergrenzen konnten bei weitem nicht alle Vorhaben berücksichtigt werden. Bislang haben 136 Projekte einen Antrag beim zuständigen Landesamt in Luckau stellen können, wobei bis Mai 2018 71 Projektträger ihren Förderbescheid erhielten und damit ihre Investitionen umsetzen können oder konnten.

Das Spektrum der Förderprojekte reicht von sozialen Infrastrukturen (Kita, Schule, Gemeinschaftshäuser, Breitensport), unternehmerischen Investitionen in Handwerksbetrieben, Pflege- und Gesundheitsdiensten oder Gewerbebetrieben bis zum Unterstützen ehrenamtlicher Aktionen in den Dörfern und Städten. Gerade letztgenanntes stoße auf breites Interesse. „Die LAG Elbe-Elster war im Jahr 2015 die erste Region in Brandenburg, welche die neue Fördermöglichkeit der ,kleinen lokalen Initiativen’ genutzt hat und seitdem einmal jährlich neu auslobt. Aktuell werden hierzu bereits in der vierten Auswahlrunde gemeinschaftliche Vorhaben vor Ort unterstützt. Bislang haben 34 Vereine oder Gruppen bis 5000 Euro Fördermittel für ihre Vorhaben erhalten, die sie unter dem Dach der LAG Elbe-Elster selbst aktiv umsetzten“, berichtet Richter.

Aus seiner Sicht ganz wichtig: „Die LAG ist auch selbst Projektträger. So hat sie die Entwicklung zum Aufbau eines regionalen e-Bike- und Fahrradverleihsystems erstmals mit einem Konzept für die ganze Region angestoßen, die nun durch Kommunen, Tourismusverband und Unternehmer umgesetzt werden.“ Und die LAG schaue auch über die Grenzen der Region hinaus. Bestes Beispiel sei eine gemeinsam mit sächsischen Partnern südlich der Landesgrenze ins Auge gefasste „Fürstliche Route“ - ein Zielgruppenangebot für Motorradreisende. Ab Herbst wolle man gemeinsam mit Partnern eine Kampagne dazu starten, blickt Thilo Richter in die nahe Zukunft.

Angesichts des bereits erreichten Mittelverbrauchs ist der LAG-Vorsitzende überzeugt, alles Fördergeld aufzubrauchen. „Es bleibt kein Fördereuro übrig“, bekräftigt er. 4,5 Millionen Euro Fördermittel sind noch bis 2020 im Topf. Der nächste Förderaufruf soll im September veröffentlicht werden. Die Frist zum Einreichen der Projekte läuft dann bis zum 30. November. Außerdem können sich Vereine und Initiativen bis zum 30. September um eine kleine Förderung bis zu 5000 Euro bewerben.

Im Vorstand der Lokalen Aktionsgruppe ist man sich einig, dass das Leader-Förderprogramm sicher auch nach 2020 weitergehen werde. Nur die Höhe bleibe bis jetzt noch unklar. Vielleicht in kleinerem Rahmen, wird orakelt. „Aber hoffentlich geht es recht nahtlos weiter“, bekräftigen alle.

In ehemaligen Büroräumen im städtischen Objekt in der Falkenberger Gartenstraße etabliert sich das Gesundheits- und Pflegzentrum der Hauskrankenpflege Erika Thyrolf. Inhaber Gert Reitz (3.v.l.) stellt beim Rundgang zur Leader-Halbzeitbilanz das Geschaffene vor.
In ehemaligen Büroräumen im städtischen Objekt in der Falkenberger Gartenstraße etabliert sich das Gesundheits- und Pflegzentrum der Hauskrankenpflege Erika Thyrolf. Inhaber Gert Reitz (3.v.l.) stellt beim Rundgang zur Leader-Halbzeitbilanz das Geschaffene vor. FOTO: LR / Sylvia Kunze