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| 02:34 Uhr

"Haben das Hygieneregime im Griff"

Die Anästhesistin Dr. Pia Heinrich (r.) ist Hygieneärztin am Klinikum. Nadine Suske (2.v.r.) und Barbara Hensel sind qualifizierte Hygienefachschwestern. Links Prof. Dr. Roland Reinehr.
Die Anästhesistin Dr. Pia Heinrich (r.) ist Hygieneärztin am Klinikum. Nadine Suske (2.v.r.) und Barbara Hensel sind qualifizierte Hygienefachschwestern. Links Prof. Dr. Roland Reinehr. FOTO: Rudow
Herzberg. Am Elbe-Elster-Klinikum arbeiten eine Hygieneärztin, zwei Hygienefachschwestern, drei hygienebeauftrage Ärzte und 22 hygienebeauftragte Pfleger und Schwestern. "Wir haben unser Hygieneregime im Griff", sagt Klinik-Geschäftsführer Michael Neugebauer. Birgit Rudow

Die Recherchen des ARD-Magazins "Plusminus", nach denen das Elbe-Elster-Klinikum nicht über ausreichend Hygienepersonal verfügt und es deshalb Hygienemängel an der Klinik geben soll (die RUNDSCHAU berichtete), ist in der Klinik auf großes Unverständnis gestoßen. "Das war sehr schlecht recherchiert´ und beruht auf Material von 2014, das irgendwo maschinell rausgezogen wurde. Demnach sollten wir angeblich keine hygienebeauftragten Pfleger haben. Dabei waren schon 2014 alle unsere Stationsleitungen automatisch hygienebeauftragte Schwestern oder Pfleger", verbirgt der ärztliche Direktor Prof. Dr. Roland Reinehr seinen Ärger nicht. Die Anästhesistin Dr. Pia Heinrich hat im November eine zweijährige Ausbildung zur Hygieneärztin abgeschlossen. Mit Nadine Suske und Barbara Hensel hat das Klinikum zwei Hygienefachschwestern, die ebenfalls eine eineinhalbjährige Schulung absolviert haben. Es gibt 22 hygienebeauftragte Pfleger und Schwestern. "Die notwendigen Strukturen existieren seit Jahren. Wir haben unser Hygieneregime im Griff", sagt Geschäftsführer Michael Neugebauer. Das Klinikum leiste sich zudem mit einem Arzt des Hygieneinstituts der Uni Dresden freiwillig noch einen externen Krankenhaushygieniker für den Rat bei Hochrisikofällen.

Einmal im Jahr wird das Klinikum vom Gesundheitsamt des Landkreises unter die Lupe genommen. Erst kürzlich ist die Abteilung Endoskopie durch das Ministerium begutachtet worden. Es habe noch nie Auffälligkeiten bezüglich der Hygiene gegeben, so Amtsärztin Dr. Anne-Katrin Voigt. Die Vorgaben zu Personal und Strukturen, um die Hygiene in Krankenhäusern sicher zu stellen, regele das Infektionsschutzgesetz, erläutert sie. Es sei aber falsch, das Auftreten von so genannten Krankenhauskeimen allein mit einer mangelnden Hygiene in Verbindung zu bringen. "Die Keime kommen überall vor. Das ist auch der medizinischen Entwicklung geschuldet", sagt sie.

Prof. Reinehr kennt die Ängste, die auch Patienten seiner Klinik vor den schwer beherrschbaren Keimen haben. "Hygiene ist bei uns deshalb täglich ein Thema. Das ausgebildete Hygienepersonal bildet aber nur ein Puzzleteil von vielen, um das Ansteckungsrisiko mit den Keimen zu vermindern", sagt er.

Zum Thema:
Hygieneärztin Dr. Pia Heinrich hat in der Klinik auftretende Erreger immer im Blick. Sie arbeitet eng mit den Hygienefachkräften zusammen, die wiederum den Kontakt zu den hygienebeauftragten Schwestern und Pflegern halten, die auch Patienten und Angehörige schulen. "Es geht darum, die ärztliche und pflegerische Verantwortung für jeden Handgriff am Patienten zu vermitteln", so Heinrich.