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| 02:41 Uhr

Gymnasium kam mit eigenem Windrad

Bürgermeister Andreas Claus zeigte sich erfreut über die Leistung der Gymnasiasten, die dieses Windrad im Rahmen einer Projektwoche gebaut haben.
Bürgermeister Andreas Claus zeigte sich erfreut über die Leistung der Gymnasiasten, die dieses Windrad im Rahmen einer Projektwoche gebaut haben. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Domsdorf. Was für ein Spektakel! Alte Dampfmaschinen, hochmoderne Windräder, winzige schnaufende Modelle, spiegelnde Solarzellen, schnell mal eine Erfindung konstruierende Steppkes, Musik, Puppentheater, kühlendes Bier auf der schattigen Kraftwerkswiese und dazwischen jede Menge Besucher mit vielen kleinen Kindern. Das Technische Denkmal "Louise" Domsdorf war am Wochenende Besuchermagnet. Veit Rösler / vrs1

Bürgermeister Andreas Claus (parteilos) hatte extra einen Shuttleservice zwischen dem zum Parkplatz umfunktionierten und von der Feuerwehr bewachten Domsdorfer Sportplatz und der Brikettfabrik organisiert, weil der eigentliche Parkplatz am Werk mit Solarfahrzeugen und Ständen von Ausstellern belegt war.

Die Mischung schien bei den Besuchern anzukommen. Da hatten es Eltern leicht, ihren Sprösslingen den Lernstoff um Energiegewinnung, Weiterleitung und Verbrauch hautnah zu vermitteln und das auch noch für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. "Jetzt bauen die Leute ihre Windkraftanlagen schon selber", hieß es im Maschinensaal des alten Werkes. Dort wurde ein in der Projektwoche "Energie" des Elsterschloss-Gymnasiums Elsterwerda respektabel gebautes und voll funktionsfähiges Windrad ausgestellt. Alle Teile wurden von Hand gefertigt. Die Flügel zum Beispiel aus Bohlen gehobelt und sogar die Kupferspulen des Generators selbst gewickelt. Insgesamt 20 Schüler des Elsterschlossgymnasiums hatten sich an dem hauptsächlich von Lehrerin Antje Claus organisierten Projekt beteiligt. Unterstützung hatten die Gymnasiasten von Studenten der Universität Stuttgart und der Hochschule Flensburg. "Hut ab vor den jungen Leuten", freute sich Andreas Claus. Mit seinen Helfern hat er immerhin inzwischen die fünfte Erneuerbare Energien Messe auf die Beine gestellt und für das Engagement auch schon den Titel "Energie Kommune des Monats" für Uebigau-Wahrenbrück eingefahren.

Wer nicht gleich eine Windkraftanlage selber bauen möchte, kann sich zumindest daran beteiligen. Alle Informationen dazu gab es bei einem gut besuchten "Bürgerwind"-Vortrag der UKA - Projektentwicklung GmbH & Co. KG Cottbus zu erfahren. Die erste Windkraftanlage mit Bürgerbeteiligung soll im August errichtet und voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober in Betrieb gehen. Insgesamt 25 Aussteller um das Thema Energiegewinnung, Energieweiterleitung und Energieeinsparung haben sich am Wochenende an der diesjährigen Messe beteiligt. Selbst die Kleinsten aus Kitas, Grundschulen und Schulhorte hatten sich gemeinsam mit ihren Erzieherinnen bei einem Malwettbewerb dem Thema gewidmet und insgesamt neun Preise in verschiedenen Kategorien gewonnen. Daneben gab es erstmals bei einer solchen Messe für kleine und auch die großen Besucher ein Puppenspiel, mit passendem Titel: "Peter und das Stromfresserchen".

Kinderspielzeug oder Spielgeräte für Erwachsene? Ansichtssache! Schön sind sie aber allemal. Erstmals beim Dampftag in Domsdorf dabei und voll konform mit dem Thema: Dieter Fuchsa aus Elsterwerda-Biehla. Insgesamt zehn Fahrzeugmodelle im Maßstab 1:5 hatte der Bastler mit nach Domsdorf gebracht, weitere 17 stehen noch zu Hause. Sein Paradestück: die erste erfolgreiche Lokomotive in Deutschland, die regelmäßig zu kommerziellen Zwecken eingesetzt wurde, die "Adler". Sie befuhr erstmals am 7. Dezember 1835 die Strecke zwischen Nürnberg und Fürth.