| 17:59 Uhr

Deutsche Bahn
Gute Nachricht für Berufspendler

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll der Bahnsteig 2 am Herzberger Bahnhof nicht mehr benötigt werden.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll der Bahnsteig 2 am Herzberger Bahnhof nicht mehr benötigt werden. FOTO: Rudow
Herzberg. Mit dem Fahrplanwechsel verbessern sich die Zugverbindungen von und nach Berlin. Von Birgit Rudow

Für die Berufspendler, die morgens von Herzberg mit der Bahn in Richtung Berlin unterwegs sind und abends mit dem Zug wieder zurückkommen, gibt es gute Nachrichten. Mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn am 10. Dezember bietet ihnen die Bahn in den Hauptverkehrszeiten endlich wieder einen besseren Zugtakt an.

Groß war der Aufschrei vor ziemlich genau zwei Jahren, als die Bahn den Pendlern ausgerechnet im Berufsverkehr Abfahrtzeiten des Regio von Herzberg über Jüterbog und Ludwigsfelde nach Berlin serviert hatte, die mit den Arbeitszeiten der Leute kaum zu vereinbaren waren. Der erste Zug fuhr um 4.59 Uhr, der zweite erst um 6.53 Uhr. Für die Berufspendler war der eine zu früh und der andere zu spät. Außerdem hatte sich die Fahrtzeit der Züge nach Berlin um zwölf Minuten verlängert. Begründet wurde das von der Bahn mit Bauarbeiten auf der Strecke Berlin-Dresden. Der Regio musste wegen der Umleitungen warten und andere Züge vorbeilassen. Für einige Pendler wurde diese Situation zu einem echten Problem. Manche hatten berichtet, sogar umziehen zu wollen, sollte diese Situation länger anhalten.

Ab dem 10. Dezember dürfte sich die Lage nach zwei Jahren nun wieder etwas entspannen. Der Ausbau der  Strecke Berlin-Dresden ist abgeschlossen, und der Regio ab Herzberg fährt morgens um 4.51 Uhr, um 5.56 Uhr, um 8.01 Uhr und dann weiter im Zwei-Stundentakt. Auch zurück wird es im Berufsverkehr günstiger. Die Züge von Berlin nach Herzberg fahren nicht mehr nur alle zwei Stunden, sondern zwischen 15.35 Uhr und 17.35 Uhr auch noch um 16.06 Uhr.

„Damit kommen unsere Pendler gut klar, zumal viele ab Jüterbog auch die Odeg nutzen, die halbstündlich nach Berlin fährt“, sagt Herzbergs stellvertretende Bürgermeisterin und Geschäftsführerin des Städtebundes Elbe-Elsteraue Gabi Lang. Sie, Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU), der Landtagsabgeordnete Rainer Genilke (CDU) und auch Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) hatten im Dezember 2015 beim  Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg VBB und beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung vorgesprochen, um auf den unsäglichen Zustand vor allem für die Pendler aufmerksam zu machen. Sie waren sogar selbst früh mit dem Regio gefahren, um mit den Pendlern zu sprechen. Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden bei Neujahrsempfängen der Bundeswehr mit dem Problem konfrontiert.

Gabi Lang spricht jetzt von einem kleinen Fortschritt, der auch durch die Beharrlichkeit der Verantwortlichen auf kommunaler Ebene und im Städtebund erreicht werden konnte. Es ist ein Fortschritt nicht nur für die Herzberger, sondern auch für andere Mitgliedskommunen. Mit den neuen Verbindungen des Regio ab dem 10. Dezember werde sich auch die Situation für die Zivilangestellten und Soldaten des Bundeswehrstandortes Schönewalde-Holzdorf verbessern, die regelmäßig auf den Zug angewiesen sind, sagt sie.

Wichtig ist eine bessere Berlin-Anbindung der Stadt Herzberg auch für die Nordsachsen. Seit September dieses Jahres gibt es eine direkte Busverbindung von Herzberg nach Torgau und umgekehrt. Die Torgauer müssen nach Berlin lange Fahrzeiten über Calau, Cottbus oder Leipzig in Kauf nehmen. „Es wäre gut, wenn sie den Bus rege nutzen. Auch, um von Herzberg schneller nach Berlin zu kommen. Die direkte Buslinie ist vorerst ein Pilotprojekt. Wir müssen viel anbieten und die Werbetrommel rühren, damit sie gut ausgelastet wird“, sagt Gabi Lang.

Dafür wäre es noch besser, wenn Berlin von Herzberg aus im Stundentakt mit dem Zug erreichbar wäre, wie es der Städtebund gefordert hat. Das, so Lang, sei ihnen von der Bahn für 2019 in Aussicht gestellt worden, wenn Streckenausbauten für den Güterverkehr abgeschlossen sind. „Aber wir wollen uns nicht zu früh freuen“, tritt sie auf die Euphoriebremse.

Bleibt auch noch das Problem der Verbindung vom Herzberger Bahnhof in die Innenstadt bzw. umgekehrt. Zwar verkehren reguläre Buslinien, doch die sind nicht an Zugankünfte oder Abfahrtzeiten gekoppelt, was auch sehr schwierig sein dürfte. Vor allem Touristen bemängeln immer wieder die schlechte Anbindung des Bahnhofs an die Stadt. „Wir sind ständig auf der Suche nach einer tragfähigen Lösung. Aber die zu finden, ist nicht einfach“, sagt Gabi Lang. Für die nächste Woche hat sie wieder zum Herzberger Unternehmerstammtisch eingeladen. Auch dort soll das Thema Verkehrsanbindung eine Rolle spielen.