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Schulen
Falkenberg und Crinitz gehen „medienfit“ in Elbe-Elster voran

Ein Computer-Terminal mitten in der Schule, Laptops als Begleitung jeder Schulstunde ... moderne IT-Technik soll mehr und mehr den Unterricht bestimmen. Das ist Ziel eines Projektes, an dem sich die Grundschulen in Falkenberg und Crinitz beteiligen.
Ein Computer-Terminal mitten in der Schule, Laptops als Begleitung jeder Schulstunde ... moderne IT-Technik soll mehr und mehr den Unterricht bestimmen. Das ist Ziel eines Projektes, an dem sich die Grundschulen in Falkenberg und Crinitz beteiligen. FOTO: Friso Gentsch / dpa
Falkenberg/Crinitz. Grundschulen wollen moderne IT-Technik intensiver nutzen und aufstocken. Sylvia Kunze

Die beiden Grundschulen in Falkenberg und in Crinitz gehören seit Beginn des Schuljahres zu einem „Paket“ von nun insgesamt 42 Brandenburger Grundschulen, die sich aufgemacht haben, „medienfit“ zu werden. Was nicht heißt, dass sie damit komplettes Neuland betreten.

In Falkenberg ist man vergleichsweise schon richtig aktiv unterwegs. Es gibt zum Beispiel einen Computerraum. Es gibt aber auch dank eines Vorgängerprojekts „Telepräsenzlernen“ einen Klassensatz Tablets. Außerdem stehen in den Klassenräumen inzwischen schon vier Whiteboards (moderne Tafeln mit Internetverbindung). „Und alles wird ganz intensiv genutzt“, versichert Bernd Blüher, der sich als Lehrer an der Falkenberger Grundschule dem Projekt „medienfit Grundschule“ verschrieben hat.

Er sieht das größte Problem aktuell in der technischen Ausstattung: „Eine Firma liefert den Router, die zweite Firma liefert die Laptops, die dritte Firma die Software. Und alles zusammengenommen funktioniert nicht“, beschreibt er zum Beispiel das Ergebnis der Anschaffungen für das Vorhaben Telepräsenzlernen. Eine weitere „Bremse“ macht er in den gegossenen Betonwänden der Schule aus. WLAN habe es da schwer, sich auszubreiten. Deshalb hat man im Schulhaus inzwischen drei verschiedene WLAN-Netze aufgebaut - aber selbst die seien für die normale Nutzung von Tablets nicht kräftig genug.

„Computer, Laptops und Tablets müssen ganz normal nutzbare Arbeitsmittel im Unterricht sein. Da darf es nicht heißen, heute gehen wir mal ins Computerkabinett. Sondern der Lehrer muss mitten in seiner Stunde zu seinen Schülern sagen können: Und dazu macht ihr euch mal im Internet schlau!“, formuliert Blüher den Falkenberger Anspruch an modernen, zeitgemäßen Unterricht - auch in den Grundschulen im Landkreis.

Davon sei man noch weit entfernt, schätzt er ein. In erster Linie aufgrund mangelnder Infrastruktur. Auch bei der soll das „medienfit“-Projekt auf die Sprünge helfen. Es ist wichtiger Bestandteil der in Planung befindlichen „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“. Eine eigenständige Förderrichtlinie ermöglicht, die Medienausstattung vor Ort in den Projekt-Schulen zu verbessern.

Daran knüpfen auch die Verantwortlichen in der Crinitzer Schule große Hoffnungen. Dort kann man aktuell nur auf ein paar Computerarbeitsplätze zurückgreifen, die noch aus der einstigen „Maus“-Förderung datieren. Mit den neun Jahre alten Gerätschaften ist sozusagen kein Blumentopf mehr zu gewinnen. „Die Computer sind nicht mehr verlässlich, Programme stürzen oft ab, das Arbeiten ist schwierig“, berichtet Schulleiterin Carmen Förster vom aktuellen Stand.

Genutzt werde die Technik aber dennoch von allen Klassenstufen. Und: Es könne nur besser werden. „Wir hoffen, über das Projekt natürlich an neue Technik zu kommen. Wir hätten am liebsten einen Medienwagen mit Tablets, die im Unterricht in verschiedenen Klassenräumen unkompliziert nutzbar sein sollen. Auch ein digitales Whiteboard für den Fachunterricht soll es bald geben“, zeichnet die Schulleiterin ein Bild von der (hoffentlich baldigen) Zukunft, auf die auch ihre Kollegen hoffen.

Ähnlich sieht es in Falkenberg aus. Bernd Blüher berichtet: „Bei allen Gesprächen um Technik, ist es für uns entscheidend, eine Frage zu beantworten: Wohin soll die Reise gehen? Daraus ergeben sich viele weitere Fragen. Zum Beispiel: Arbeiten wir künftig mit Tablets oder Notebooks? Verwenden wird überhaupt noch Schulbücher oder nutzen wir die preiswerteren Online-Versionen? Arbeiten wir nur noch mit den Whiteboards oder auch weiter mit Tafeln? Es ist eine Menge zu bedenken, um die Weichen richtig zu stellen.“

Bernd Blüher und Carmen Förster sind gleichermaßen froh, über das „medienfit“-Projekt sowohl materielle als auch geistige Unterstützung, insbesondere bei konzeptioneller Arbeit, zu erhalten. Parallel dazu gibt es Unterstützung für die Lehrer, damit sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Nutzung der IT-Technik ausbauen können.