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| 18:33 Uhr

Herzberg
Grünes Dach für den Busbahnhof

So könnte die geometrische Stahlkonstruktion für die Überdachung des neuen Busplatzes in Herzberg aussehen. Vom Bauausschuss der Stadt wird diese Variante  favorisiert.
So könnte die geometrische Stahlkonstruktion für die Überdachung des neuen Busplatzes in Herzberg aussehen. Vom Bauausschuss der Stadt wird diese Variante favorisiert. FOTO: Kraftfluss Planung GmbH
Herzberg. Vorhaben in Herzberg rückt in den Fokus. Spätestens 2020 soll es abgeschlossen sein. Von Birgit Rudow

Lange Straße, Dresdener Straße, Neumarkt, Busbahnhof – den Herzbergern steht in naher Zukunft so manche größere Baumaßnahme ins Haus. Während für die Lange Straße und die Dresdener Straße die Planungen laufen und mit dem ersten Abschnitt der Langen Straße in diesem Jahr begonnen wird, stockt es beim Neumarkt derzeit. Hier, so informierte das Bauamt kürzlich, sind noch einige Abstimmungen mit der unteren Denkmalschutzbehörde und den Anwohnern nötig.

Weiter vorangeschritten sind hingegen die Planungen für den neuen Busbahnhof mit neun Bussteigen im Bereich Anhalter Straße/Falkenberger Straße vor dem Gymnasium. Drei Bussteige befinden sich direkt an der Anhalter Straße und sechs im Komplex auf dem Areal des Kreismedienzentrums. Diese sechs Einstiegsstellen sollen überdacht werden. Unterschiedliche Möglichkeiten dazu wurden jüngst im Bauausschuss vorgestellt und diskutiert.

Beachtet werden muss bei der Überdachung der städtebauliche Aspekt. Das heißt: Sie sollte ins Bild passen. Gefordert sind eine tragende Stützen-Konstruktion, Beleuchtung, Dachentwässerung, Haltestelleninformation und Einbeziehung ins Blindenleitsystem, Sitzgelegenheiten sowie ökologische Ausgleichmaßnahmen, weil für den neuen Busbahnhof etwa 800 Quadratmeter Grünanlage zurückgebaut werden müssen.

Das Planungsbüro hat drei Varianten für die Überdachung vorgeschlagen: eine schlanke Holzkonstruktion, eine Stahlkonstruktion mit einer geschwungenen Dachform auf einer Ebene und eine Stahlkonstruktion in geometrischer Form, bei der die Überdachung aus mehreren trapezförmigen Ebenen besteht. Die Kostenschätzung für die Varianten liegt zwischen 416 000 Euro (Holz) und 465 000 Euro (geometrische Stahlkonstruktion). Diese Baumaßnahme wird zu 75 Prozent vom Land Brandenburg gefördert. Und da sie den öffentlichen Personennahverkehr betrifft, können weitere 75 Prozent vom Eigenanteil der Stadt vom Landkreis getragen werden.

Ohne bereits eine Entscheidung zu treffen, haben die Abgeordneten des Bauausschusses mehrheitlich für die letztere Variante plädiert, vor allem weil sie durch ihre Kleinteiligkeit am besten ins Umfeld passt. Für alle drei Varianten ist ein Gründach vorgesehen. Auch das haben die Abgeordneten befürwortet. Es hält Wasser zurück und schützt die Dach­abdichtung, dämmt den Luftschall, filtert Schadstoffe, verbessert das Umgebungsklima und nicht zuletzt das Arbeits-, Lern- und Wohnumfeld, weil das Dach von oben allseitig einsehbar ist.

Wenn jetzt schon über die Bepflanzung der Überdachung nachgedacht wird, heißt das aber noch nicht, dass der Bau des Busbahnhofes in Kürze starten kann. Das wird wahrscheinlich erst 2019 der Fall sein. Denn zu dem gesamten Projekt Busbahnhof gehört im ersten Abschnitt auch die Sanierung der Torgauer Straße von der Lapine bis einschließlich Kreuzungsbereich Grochwitzer Straße/Katharinenstraße. Hier wird ein Regenwasserkanal verlegt, der auch den Bereich des künftigen Busbahnhofes mit entwässern wird. In der Torgauer Straße soll noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Voraussichtlich parallel dazu wird ein neuer Parkplatz auf dem jetzigen Gelände des Kreismedienzentrums zwischen der Falkenberger Straße und dem ehemaligen Entbindungshaus gebaut. Er soll den jetzigen Parkplatz Falkenberger Straße/Anhalter Straße ersetzen, über den künftig die Falkenberger Straße führt, die dann in die Anhalter Straße (Landesstraße) mündet.

Wie es dann konkret weiter geht, steht noch nicht fest. Dann müsse die Stadt mit der Nahverkehrsgesellschaft gemeinsam ein sinnvolles Regime für den Bau des Busbahnhofes finden, heißt es aus dem Bauamt. Spätestens 2020 soll er fertig sein. Dass der Neubau notwendig ist, hat der Geschäftsführer des Verkehrsmanagement Elbe-Elster Holger Dehnert kürzlich mit Zahlen belegt. Der ÖPNV fährt Herzberg mit neun Linien an und befördert in der Schulzeit täglich mehr als 1000 Fahrgäste. Die Haltestelle Anhalter Straße ist ein Knotenpunkt. Sie wird von allen neun Linien bedient.