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| 14:21 Uhr

Ortsbilder
Grün, bunt und jede Menge Arbeit

Blumenpflege im Drandorfhof in Schlieben. Mitarbeiterin Angelika Quaschning hat ein Auge drauf, dass es der blühenden Pracht gutgeht und sorgt in diesen warmen und trockenen Tagen für das nötige Nass.
Blumenpflege im Drandorfhof in Schlieben. Mitarbeiterin Angelika Quaschning hat ein Auge drauf, dass es der blühenden Pracht gutgeht und sorgt in diesen warmen und trockenen Tagen für das nötige Nass. FOTO: Dieter Müller
Herzberg. Wie die Städte „kämpfen“, damit die Pflanzenpracht in den Orten ansehenswert bleibt. Von Sylvia Kunze

Um die blühenden Fleckchen in der Stadt ist es nicht gut bestellt, hat sich Leserin Angelika Becker aus Herzberg jüngst beklagt. Die Heimatzeitung hat ihre Einschätzung zum Anlass genommen, in Kommunen zu fragen, wie sie mit der Pflanzenpracht in ihren Orten umgehen. Sind sie mehr Grund für Lust oder Frust?

Kreisstadtbürgermeister Karsten Eule-Prütz muss eingestehen, dass es bislang keinen städtischen Plan gebe, wie, wann und warum welche Fläche im Stadtgefüge von Stadtgärtner und/oder Bauhof zu pflegen ist. Das Zuruf-System soll aber aufhören, verspricht er, und einer planmäßigeren Pflege weichen. Aber: Personal und Zeit ermöglichen dennoch keine großen Sprünge. „Wir werden einige wenige Highlights schaffen, ansonsten den Pflegeaufwand aber so gering wie möglich halten“, erklärt Eule-Prütz vorgenommene Umgestaltungen an den Kreuzungen Leipziger Straße/Ludwig-Jahn- Straße und Wasserturm. Zudem wolle man über Pflegepatenschaften und vielleicht auch einen Wettbewerb nachdenken.

Auch im Schliebener Land ist längst dieser Weg eingeschlagen. Die Grünflächen sind kaum noch mit Blühpflanzen ausgestattet, um Finanzen für stetige Neubeschaffung und Pflegeaufwand minimieren zu können. Bunt geht es vorwiegend dort zu, wo mithilfe des Projekts „Elbe-Elster blüht auf“ Hand angelegt wird, zum Beispiel im Drandorfhof, an der Feuerwehr und auf dem Markt. „Sollten sich wieder andere finanzielle Möglichkeiten auftun, werden wir das Angebot gern wieder erweitern“, verspricht Finanzchefin Cindy Wegner, die sehr bedauert, dass „die Farbenpracht in der Tat doch ein wenig abnimmt“.

In den 21 Ortsteilen der Stadt Uebigau-Wahrenbrück haben die Verantwortlichen recht unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. „Unsere Ortsvorsteher setzen einen Teil ihres schmalen Budgets für die blühende Pracht ein. Die Aktion ,Elbe-Elster blüht auf’ hat in den letzten Jahren viele Projekte initiiert. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Prestewitz, an den Straßenlaternen in Uebigau, vor der Louise, auf dem Schlosshof in Uebigau und an anderen Stellen blüht es jetzt. Es ist wichtig zu betonen, dass wir dieses Blühen nicht mit unserem Bauhof unterstützen können. Darum kümmern sich die Ortsvorsteher mit fleißigen Helfern“, berichtet Hauptamtsleiter Roland Schrey.

In den beiden Ortsteilen Uebigau und Wahrenbrück werden die Parkanlagen vom Bauhof, vom ortsansässigen Gärtner Manig aus Uebigau und von anderen Partnern gepflegt. „Negativ ist es immer, wenn aus unseren frisch bepflanzten Blumenkübeln die jungen Pflanzen gestohlen wurden. Das hat zum Abbruch einiger Initiativen geführt“, schätzt Schrey ein.

Auch in Schönewalde sind Blumenpracht und gepflegte Grünflächen maßgeblich eine Frage des Geldes - das natürlich knapp ist. „Mehr können wir uns aktuell nicht leisten“, erklärt Bauamtsleiter Thomas Kräuter die jetzige Situation in der Stadt und den Ortsteilen. Wo Feste anstehen, werde zuerst Hand angelegt, erläutert der das Herangehen bei der Pflege.

An der Wasserturmkreuzung in Herzberg ist eine neue Grünanlage angelegt worden. Die wichtigste Prämisse: Sie soll pflegeleicht sein.
An der Wasserturmkreuzung in Herzberg ist eine neue Grünanlage angelegt worden. Die wichtigste Prämisse: Sie soll pflegeleicht sein. FOTO: Dieter Müller