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| 15:01 Uhr

Naturschutz
Großreinemachen im Kolochauer Storchenhorst

Mit Hilfe von Technik und auch einiger Muskelkraft ist die Wohnstube von Freund Adebar in Kolochau saubergemacht worden. Nun kann der Storch im nächsten Jahr wieder einziehen.
Mit Hilfe von Technik und auch einiger Muskelkraft ist die Wohnstube von Freund Adebar in Kolochau saubergemacht worden. Nun kann der Storch im nächsten Jahr wieder einziehen. FOTO: Sabine Lehmann
Kolochau. Sorgen um die gefiederten Freunde erfordern auch örtliches Handeln. Von Dieter Lehmann

2017 war kein gutes Jahr für die Weißstörche in der Region. Aus 20 besetzten Horsten im Altkreis Herzberg sind nur 44 Jungstörche ausgeflogen. Der stetige Rückgang unserer Weißstorchbestände hat Ursachen: Die Störche finden immer weniger zu fressen.

Es ist ein Nahrungsproblem, und dieses Problem resultiert daraus, wie unsere Feld- und Wiesenfluren landwirtschaftlich genutzt werden. Es gibt zu viele großflächige Monokulturen. Zahlreiche Feuchtgebiete – Nahrungs- und Fortpflanzungsbiotope für Frösche, Regenwürmer und Insekten – sind vielerorts verschwunden.

Derartige Sorgen um den Bestand der Weißstörche erfordern natürlich auch örtliches Handeln. Seit 1998 gibt es in Kolochau in der Bahnhofstraße auf dem nicht mehr genutzten Schornstein der Agrargenossenschaft Jeßnigk einen sehr hoch liegenden Horst der Weißstörche. Seit 2001 haben dort in jedem Jahr die Störche erfolgreich gebrütet. Insgesamt 45 Jungstörche flogen vom Horst hinaus in das Leben.

Weil die Weißstorch-Eltern fleißige Nestbauer sind, wachsen die Horste über die Jahre teils beträchtlich an. Große Nester können schon mal ein Gewicht von über einer Tonne erlangen. Das ist dann natürlich eine große Belastung für die Holz- oder Metallkonstruktion, auf der sich das jeweilige Nest aufgestockt hat. Deshalb ist es von Zeit zu Zeit nötig, das Nest zu verkleinern und auch zu reinigen. Dabei müssen jede Menge verrottete Pflanzenteile (Kompost) und Zweige entfernt werden.

Dies war in diesem Jahr auch auf dem Horst in Kolochau nötig. Von der Familie Löser – die seit 1996 als Horstbetreuer dem Falkenberger Naturschutzverein Informationen über das Brutgeschehen liefert – und Herrn Michaelis organisiert, wurde Ende Oktober das Nest gereinigt. Mit einem Autokran des Lebusaer Bauunternehmens Marko Kaule, bedient von Herrn Luitz, ließen sich Frank Möhwald und Christian Bahr in die Höhe fahren. Mit Hacke, Harken und Mistgabel wurden Nistmaterial und die herangewachsene Vegetation – Getreidepflanzen und anderes – aus dem Horst entfernt.

Im Frühjahr 2018 kann Freund Adebar also kommen. Er wird jetzt in Kolochau ein gut vorbereitetes Nest vorfinden und besetzen können.