| 02:41 Uhr

Großer Zusammenhalt im Dorf

Gräfendorf. Gräfendorf ist stolz auf sein funktionierendes Dorfleben und hofft auf ein gutes Abschneiden beim diesjährigen Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Birgit Rudow

Schlieben, Züllsdorf, Martinskirchen, Gräfendorf, Schraden und Werenzhain haben sich in diesem Jahr am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" beteiligt. Die Jury hat die Orte längst unter die Lupe genommen. Der Gewinner steht schon fest. Bis November allerdings bleibt sein Name ein Geheimnis der Jury. Die Gräfendorfer rechnen sich gute Chancen aus, ihren Ortsnamen ganz oben auf der Liste der Jury zu finden.

Vor einigen Jahren hatte sich Gräfendorf schon einmal um den Titel beworben, ihn aber nicht gewonnen. "Jetzt wollten wir uns noch einmal präsentieren. Der Ortsbeirat, die Vereine, die Feuerwehr, die Sportler - alle haben mitgemacht", sagt Ortsvorsteher Gerd Rothaug. Auch die Initiative "Gegenwind", die mit aller Kraft gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf der Gemarkung Gräfendorf kämpft. "Wir sind ein funktionierendes Dorf mit sehr viel Zusammenhalt", sagt Gerd Rothaug.

Mit 316 Einwohnern ist Gräfendorf nach Züllsdorf der zweitgrößte Herzberger Ortsteil. Von Einwohnerrückgang spürt man hier nichts. Im Gegenteil, die Kindertagesstätte ist rappelvoll. Brachliegende Grundstücke gibt es nicht, versichern Gerd Rothaug und sein Vorgänger im Amt Wilfried Haase. Häuser und Anwesen älterer Bürger werden von jungen Familien gern übernommen.

Ein bedeutender Pluspunkt für Gräfendorf ist das Gewerbe und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Insgesamt, so der Ortsvorsteher, gibt es 34 Betriebe im Ort. Dazu zählen neben vielen Kleineren die Preuss Bau GmbH, der Metallbau Arandt, die Roga Unternehmungen, die Agrargenossenschaft und die Bäckerei Lucas. Die Gräfendorfer Betriebe bieten 124 Menschen Arbeit. Und sie sind auch eine wichtige Stütze für das Dorfleben. Sie unterstützen die Vereine und Veranstaltungen. Viele Maßnahmen der Modernisierung sind nur mit tatkräftiger Hilfe der Unternehmen und mit Sponsoring möglich.

Den Zusammenhalt der Gräfendorfer demonstriert auch die Vereinsarbeit. Der Karnevalsverein, der Reit- und Fahrverein, der Seniorenverein, der Sportverein Gräfendorfer SV, der Rassegeflügelzuchtverein und der Verein Genreserve Schwarzbuntes Niederungsrind haben insgesamt 208 Mitglieder. Hinzu kommen noch ein funktionierender Jugendklub, eine rührige Kirchengemeinde und die in einer Bürgerinitiative organisierten Gegner der Windkraftanlagen. Für die Präsentation für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" sollten die Bewerber auch ihre Probleme aufzeigen, meint Wilfried Haase. Das haben die Gräfendorfer getan. Denn mit der geplanten und genehmigten Windkraftanlage direkt vor der Haustür, gegen deren Baugenehmigung die Stadt Herzberg jetzt Klage eingereicht hat, wollen sie sich nicht abfinden. Auch nicht mit weiteren Anlagen. Sicher sei die Verpachtung von Grund und Boden für einige lukrativ. "Wir lassen uns von den Anlagen aber nicht unsere funktionierende Dorfgemeinschaft kaputtmachen", sagt Gerd Rothaug.

So einiges, was im Argen lag, haben sie in den letzten Jahren schon hinbekommen, wie die Feuerwehr, die eigentlich am Boden lag. Junge Leute haben sie wieder aktiviert. Mit Kirsten Winzer-Kircheis steht eine starke Frau an der Spitze. Das Gerätehaus haben die Gräfendorfer in Eigenregie umgebaut.

Gräfendorf kann mit vielen Dingen glänzen. Ob der Ort den Wettbewerb gewonnen hat, wissen bisher nur die Jurymitglieder. Eins aber ist klar: Dieses Dorf hat eine gute Zukunft.