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Großeltern sammeln Spenden für ihren Enkel

Via Internet halten Christa und Rudolf Kutter aktuell täglich den Kontakt mit ihrem kranken Enkel.
Via Internet halten Christa und Rudolf Kutter aktuell täglich den Kontakt mit ihrem kranken Enkel. FOTO: sk
Falkenberg. Die täglichen Begegnungen, bei denen man sich jetzt, in den ersten Tagen des neuen Jahres noch schnell "Alles Gute und viel Gesundheit für 2015" wünscht, haben für Christa und Rudolf Kutter einer besondere Bedeutung. Die beiden Falkenberger, die in der letzten Zeit wenig zu Hause waren, sind in ihrer Heimatstadt um Kraft zu tanken. Sylvia Kunze

Sie würden am liebsten all die gut gemeinten Wünsche, vor allem die für viel Gesundheit, bündeln, konservieren und umgehend zu ihrem Enkel schicken. Denn der kämpft um sein Leben.

Nicolas, inzwischen 15 Jahre alt, hat Leukämie. Vor etwas mehr als drei Jahren wurden er und seine Familie, die seit einigen Jahren am Schliersee ihr Zuhause hat, mit der niederschmetternden Diagnose konfrontiert. Christa und Rudolf Kutter, die zu dieser Zeit eigentlich den Ruhestand genießen, reisen und sich noch mehr als bisher in Falkenberger Projekte einbringen wollten, haben alle ihre Pläne hintenangestellt und sind seitdem mehr im bayrischen als im brandenburger Land anzutreffen.

Dabei würden sie Nicolas, der das erste Lebensjahr mit bei den Großeltern im Haus aufwuchs und in den folgenden Jahren gern und oft nach Falkenberg zum Urlaubmachen kam, hier im Elbe-Elster-Land gern noch so viel zeigen. Doch das muss nun warten — bis der Junge wieder gesund wird.

Darauf ist alles Hoffen seiner Großeltern, Eltern, Geschwister und Freunde gerichtet. Aber es wird auf eine harte Probe gestellt. Trotz Chemotherapie und inzwischen schon zwei Knochenmarktransplantationen war die Therapie nur vorübergehend erfolgreich. Ende vergangenen Jahres kam der Krebs zurück. "Es hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen", sagen die beiden Kutters.

Eine erneute Knochenmarktransplantation wäre zu riskant. Stattdessen ist eine andere Therapie im Gespräch. Eine bisher nur in den USA zugelassene. Eine Klinik in Seattle würde den Jungen behandeln: für rund 180 000 Dollar.

Seitdem das bekannt ist, ist die Familie am Rotieren. Die Großeltern eingeschlossen. Christa und Rudolf Kutter nutzen jede Begegnung, die sich dafür anbietet, um auf das Schicksal ihres Enkels aufmerksam zu machen und letztlich auch um Hilfe zu bitten. Nicht direkt helfen zu können, das wäre das Schlimmste, sind sich Kutters einig. Also versuchen sie, bei Freunden und Bekannten hier vor Ort in Falkenberg finanzielle Unterstützung zu erhalten, denn wie solle denn eine Familie allein so einen hohen Betrag aufbringen. Noch dazu einen, der schon so bald fällig sei. Bis Mitte Februar müsse er überwiesen werden, berichtet Rudolf Kutter.

Gemeinsam mit seiner Frau hält er aktuell via Internet Kontakt mit seinem Enkel. Der hat jetzt auch eine Homepage eingerichtet, um auf sein Schicksal aufmerksam zu machen.

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