Von Sylvia Kunze

Die erste Idee, die Außenstehende beim Thema Wald möglicherweise haben: Der Besitzer kann sich angesichts der zu erwartenden Einnahmen beim Holzverkauf glücklich schätzen. Das sei grundlegend auch nicht falsch, bestätigt Volker Möbius, in der Stadtverwaltung Falkenberg mit dem kommunalen Wald betraut. „ABER ...“, setzt er jedoch sofort nach und berichtet, welche Herausforderung der Stadtwald Jahr für Jahr darstellt.

Insbesondere die zurückliegenden Sturmereignisse der Vorjahre und ein nachfolgender Schädlingsbefall der ohnehin schon durch den Windbruch geschwächten Lagen treibe den Verantwortlichen viele Sorgenfalten auf die Stirn. Rund 40 000 Raummeter Holz sind aus den Flächen herauszuholen.

Eine mühsame Arbeit. „Die Stürme haben so gewütet, dass es lange gedauert hat, bis wir halbwegs einen Überblick über das gesamte Ausmaß der Schäden hatten. Viele Gebiete waren nur nach und nach zugänglich, weil überall Bäume kreuz und quer lagen“, blickt Möbius zurück. Zuerst habe man eine Menge von 10 000 Raummetern Holz veranschlagt. Weit gefehlt.

Der erste, kleinere Schwung habe noch mit einem relativ  guten Preis verkauft werden können. Beim nachfolgende zweiten und deutlich größeren habe der schon vor Ort tätige Auftragnehmer dann den Preis drücken wollen. „Wir mussten deshalb neu ausschreiben. Und das hat uns Zeit gekostet. Deshalb sind wir immer noch nicht fertig, zumal zu allem Übel wegen der Trockenheit von Schädlingen befallenes, weiteres Holz ebenfalls aus dem Wald geholt werden musste“, konstatiert der Verwaltungsmitarbeiter.

Insbesondere im Schweinert komme man aktuell nicht weiter. Im Naturschutzgebiet seien derartige Arbeiten aktuell untersagt. Erst Ende August könne es dort weitergehen.

„Die Erlöse vom Holzverkauf sind auch nur die eine Seite“, sagt Volker Möbius, „danach muss schließlich wieder aufgeforstet werden. Das kostet. Und bis auf diesen Flächen neue Einnahmen durch erneuten Holzverkauf zu erwarten sind, sind nicht zu verachtende Kosten für die Pflege und regelmäßige Durchforstung aufzubringen, bevor dann mal in vielen Jahren an Holzernte zu denken ist — falls nicht vorher Unwetter und/oder Schädlinge den Plan schon wieder durchkreuzt haben“, setzt er nach.

Außerdem noch: nicht außer Acht zu lassen der Wertverlust, der sich aus solchen Schadereignissen ergebe. Der für die kommenden Jahre geplante Zuwachs sei mit einem Mal weg.

Zudem kommt eine neue Herausforderung hinzu. Das Land hat bekanntlich angekündigt, dass die von ihm beschäftigten Förster sich künftig bitteschön um den Landeswald kümmern sollen und nicht mehr wie bisher darüber hinaus. Die Stadt Falkenberg baut auf eine jahrelange, sehr gute Zusammenarbeit mit den Revierförstern vor Ort.

Die haben sich zum Beispiel um die Auszeichnung von Beständen, die für den Einschlag vorgesehen sind, um die Einweisung und Überwachung bei der Holzernte ebenso wie bei der neuen Anpflanzung, um den Forstschutz sowie um die Kontrolle auf Schädlinge gekümmert und haben Hilfestellung bei der Beantragung von Fördermitteln gegeben. Und nicht zuletzt auch immer wieder Vorschläge unterbreitet, wie die Bewirtschaftung der rund 650 Hektar Stadtwaldflächen im Schweinert und im Bereich Schmerkendorf im Weiteren erfolgen sollte.

Aber damit wird bald Schluss sein. Es ist nur noch von allgemeiner, nicht mehr von konkreter Hilfe vor Ort die Rede. „Die Stadt allein kann das nicht leisten“, ist Volker Möbius überzeugt. Man habe sich schon Gedanken gemacht, wie es weitergehen könne. Man könnte zum Beispiel mit mehreren Städten, die ebenfalls Eigentümer von Waldflächen sind, eine kommunale Forstbetriebsgemeinschaft gründen. Oder man könne der Forstbetriebsgemeinschaft Südbrandenburg, die bereits bei der Stadt vorgesprochen hat, beitreten oder sie mit bestimmten Dienstleistungen für die Stadt beauftragen. Eine klare Vorstellung von der städtischen Waldzukunft in dieser Hinsicht gibt es aktuell jedoch noch nicht.

Dabei kann die nicht auf die lange Bank geschoben werden. Denn angesichts der immensen Kahlschlagflächen und der vielen stark ausgelichteten Stellen im Stadtwald muss bald wieder mit der Aufforstung begonnen werden. Dafür, plädiert Möbius, bedürfe es fachmännischer Hilfestellung bei der Planung, Vorbereitung und Ausführung.