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| 14:00 Uhr

Bürgerprotest
Gräfendorfer legen Bedenken vieler Betroffener auf den Tisch

Wilfried Haase und Hartmut Kasper haben die in ihrem Heimatort Gräfendorf gesammelten Einwendungen gegen den geplanten Bau von zwei weiteren Windrädern im Falkenberger Bauamt bei Amtsleiterin Gundula Manigk abgegeben.
Wilfried Haase und Hartmut Kasper haben die in ihrem Heimatort Gräfendorf gesammelten Einwendungen gegen den geplanten Bau von zwei weiteren Windrädern im Falkenberger Bauamt bei Amtsleiterin Gundula Manigk abgegeben. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Gräfendorf/Falkenberg. 72 Einwendungen gegen den geplanten Bau zweier weiterer Windkraftanlagen in der Nähe ihres Dorfes haben sie gesammelt im Falkenberger Bauamt übergeben. Von Sylvia Kunze

Noch Ende der vergangenen Woche musste man denken, dass sich für den geplanten Bau zweier weiterer Windkraftanlagen im vom Land ausgewiesenen Windeignungsgebiet zwischen Beyern, Großrössen, Gräfendorf und Fermerswalde kaum jemand interessiert. Aber das hat sich nun schlagartig geändert. Wilfried Haase und Hartmut Kasper von der Initiative „Gräfendorfer Gegenwind  Lebensqualität erhalten“ haben nun 72 Einwendungen gegen die beiden von der Energiequelle GmbH Zossen geplanten Anlagen im Falkenberger Bauamt abgegeben. Diese haben Gräfendorfer Familien und weitere Betroffene formuliert und den Vertretern der Initiative zukommen lassen.

„Wir haben das Vorhaben im Dorf publik gemacht und sind selbst überrascht, wie viele Menschen sich doch gegen die Windräder aussprechen“, sagt Wilfried Haase, der nun noch überzeugter ist: „Wir haben einen Großteil der Einwohner hinter uns.“ Auch Hartmut Kasper freut sich über die Resonanz im Ort und darüber hinaus, denn „je mehr sich gegen weitere Windräder in dem Gebiet aussprechen, desto besser. Jede einzelne Meinung zählt!“

Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage habe so mancher Gräfendorfer erst so richtig realisiert, was eine Windkraftanlage vor der Tür heute bedeute. Die alten, kleineren Anlagen habe man kaum wahrgenommen. Jedoch die neue, deutlich größere und höhere sei weithin sichtbar, sorge für jede Menge Krach. Wilfried Haase: „Als Südwind war, konnten wir nicht schlafen. Wenn der Wind Richtung Wohnbebauung steht, ist es richtig schlimm.“ Er wisse zudem von Betroffenen, die jetzt über vermehrte Kopfschmerzen und Unwohlsein klagen.

Und auch die jetzt im Planverfahren angekündigten Anlagen seien so groß, macht er deutlich, was auf die Anlieger des Gebietes zukommt, wenn die Windräder gebaut werden. Wilfried Haase und Hartmut Kasper sind sich darin einig, dass die Brandenburger Politik hier das Wohl der Bürger arg ins Hintertreffen geraten lässt.  Sie sind überzeugt, dass die im Falkenberger Bauamt „vorliegenden Antragsunterlagen zur Genehmigung (...) nach festgestellten Mängeln in den Unterlagen, nicht akutellen Gutachten und nicht mehr zu ignorierenden Erkenntnissen der Gesundheitsgefährdung der Einwohner im Nahbereich nicht genehmigungsfähig“ sind, ist einem Anschreiben zu entnehmen, das sie den 72 Einwendungen beigelegt haben und das an Bürgermeister Herold Quick und Bauamtsleiterin Gundula Manigk adressiert ist.

Weiter heißt es darin: „Es ist für die Bürger unverständlich, dass in der Mitte zwischen 4 Gemeinden bei einem Abstand von ca. 1000 m in alle Himmelsrichtungen zu den Wohnbebauungen eine Fläche mit einer durchschnittlichen Tiefe von 250 m als Windeignungsfläche ausgewiesen wird. Hier sind die Bürger aller 4 Gemeinden massiv betroffen.“ Und letztlich. „Wir fordern den Stopp des Weiterbaus und der Genehmigung aller Windkraftanlagen im Nahbereich von Wohnbebauungen bis unbedenkliche Abstandsregelungen vorliegen.“

Die Falkenberger Bauamtsleiterin machte in dem Zusammenhang noch einmal deutlich, dass nicht die Stadt Falkenberg das entscheidende Ja oder Nein zu den Windkraftanlagen sprechen könne, sondern das Landesumweltamt die genehmigende Behörde sei. An diese werden auch alle Einwendungen, bis 5. Januar können sie noch im Bauamt der Stadt Falkenberg abgegeben werden, gesandt.

Ungeachtet dessen hatte sich auch in der zurückliegenden Falkenberger Stadtverordnetenversammlung noch einmal ein heftiger Disput, angeschoben vom Großrössener Ortsvorsteher Hansgeorg Löwe, zum Thema Windkraftanlagen entwickelt. Löwe erinnerte daran, dass auch der Großrössener Ortsbeirat die neuen Baupläne ablehnt und forderte, dass die Stadt Falkenberg wie schon die Nachbarstadt Herzberg gegen den geplanten Bau weiterer Windräder klagen soll. Wenn die beiden Anlagen genehmigt werden, könne man darüber sprechen, müsse aber auch sorgfältig abwägen, welche gerichtlichen Chancen bestünden, reagierte Bürgermeister Herold Quick.