Mit viel Geschnatter, Gegacker und Gurren präsentierten sich am vergangenen Wochenende die Hauptakteure bei der mittlerweile 41. Dreiländereck-Rassegeflügelschau in Gräfendorf. Über achtzig Aussteller waren mit 845 Tieren angereist. „Unsere Gäste kommen nicht nur aus dem Elbe- Elster Kreis“, verdeutlicht der Vorsitzende des Gräfendorfer Rassegeflügelzüchtervereins, Reinhard Arandt. „Ein großer Teil kommt auch auch Nordsachsen. Außerdem reicht unser Einzugsgebiet bis nach Luckenwalde, Jüterbog oder Wittenberg.“ Im Großen und Ganzen bleibe die Zahl der Teilnehmer relativ konstant.

Züchter sind mit Herzblut dabei

Doch was bewegt die Menschen, ihre gefiederten Lieblinge immer wieder vor Preisrichter zu führen? Spricht man mit einzelnen Züchtern, wird schnell klar, dass es eine Aufgabe ist, die jedem einzelnen von ihnen ganz einfach am Herzen liegt. Wie etwa Helmut Neumann, der mit Tauben und Zwerghühnern auf der Ausstellung vertreten ist. „Das steckt einfach in einem drinnen. Ich etwa halte schon seit meiner Kindheit Tauben.“ Auch die Herausforderungen, die eine solche Schau stellt, kennt er genau. „Da muss die jeweilige Form genau stimmen, die Proportion, jedes einzelne Rassemerkmal muss man kennen und die Tiere natürlich auch noch ein wenig hübsch machen für die Präsentation.“

Dazu gehört beispielsweise das Waschen und das Sorge dafür tragen, dass keine Feder am falschen Platz sitzt. Und noch eines ist ihm wichtig: „Die Züchter verhindern durch ihre Tätigkeit das Aussterben einzelner Rassen.“

Taubenzucht statt Leistungssport

Noch nicht ganz so lange wie Neumann beschäftigt sich Friedrich Jahn aus Coßwig mit der Taubenzucht. Nach Jahren im Leistungssport wollte er nach Renteneintritt weiter „unter die Leute“ und landete so über einen Nachbarn im örtlichen Geflügelzüchterverein. Auch er bestätigt die umfangreichen Vorbereitungen wie das Waschen oder das Putzen des Gefieders. Spezielles Futter erhalten seine Tiere im Vorfeld aber nicht. „Ich füttere gleichmäßig wie immer mit Körnerfutter. Pellets hingegen benutze ich nicht“, erzählt er.

Generell liegt der Altersdurchschnitt der Züchter eher im etwas gehobeneren Semester. Dass es aber auch weiter unten Interessierte gibt, beweist beispielsweise Paulina Jörg. Die Fünfjährige findet nämlich: „Hühner sind einfach toll“. Das ist auch der Grund, warum sie mit ihren Eltern die Ausstellung besucht. Selbst hat sie zwei Hühner, „Emma“ und „Frieda“.

Die leben allerdings bei den Großeltern, da sie sich zuhause wohl nicht so gut mit dem Jagdhund der Familie verstehen würden. „Aber wenn ich bei Oma und Opa bin, dann kann ich sie füttern und die Eier holen. Manchmal lassen sie sich auch von mir streicheln“, strahlt Paulina. Spricht sie und wendet ihre Aufmerksamkeit wieder dem nächsten Tier im Käfig vor ihr zu. Es gibt also vielleicht doch Hoffnung auf zukünftigen Züchternachwuchs.