ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:04 Uhr

Herzberg
Grabenräumung stinkt Lange-Straße-Anwohnern

Der alte Binnengraben in Herzberg ist entschlammt worden. Je wärmer es wird, desto mehr stinkt der abgelegte Schlamm, was die Anwohner auf die Palme bringt. Eine Lösung ist (noch) nicht in Sicht.
Der alte Binnengraben in Herzberg ist entschlammt worden. Je wärmer es wird, desto mehr stinkt der abgelegte Schlamm, was die Anwohner auf die Palme bringt. Eine Lösung ist (noch) nicht in Sicht. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Herzberg. Von Sylvia Kunze

Es ist ja nicht so, dass sich die Anwohner in der Langen Straße nicht darüber freuen würden, dass der alte Herzberger Binnengraben, der sich unter anderem durch Alt-Herzberg und damit mitten durch ihre Straße schlängelt, geräumt worden ist. Das erste Mal seit zig Jahren. Wann das letzte Mal Hand angelegt wurde, daran kann sich keiner mehr so richtig erinnern. Nur daran, dass er vor vielen Jahren mal richtig sauber war und so manchem Bewohner der Langen Straße in Kinderzeiten als Badegewässer diente.

Das ist lange her. Zuletzt hat sich der Graben immer mehr gefüllt: mit Grünzeug, das dort wuchs und im Herbst von den Bäumen herabfiel. Wasser wurde zuletzt nur noch in Hochwasserzeiten gesehen. Also war man erst einmal froh, als der Bagger anrückte. Aber: Der Aushub wurde an der Böschung abgelegt und stinkt nun seitdem (je höher die Außentemperaturen steigen, desto mehr) vor sich hin. „Eine Zumutung“, schimpfen die nächstgelegenen Anrainer und fragen, ob und wie lange das so bleiben soll.

Im Gewässerunterhaltungsverband Kremitz-Neugraben, der die Arbeiten ausgeführt hat, bestätigt Geschäftsführer Siegfried Scheibe, dass der Binnengraben in der Tat jahrelang nicht auf der Agenda gestanden habe. Nicht, weil der Verband da etwas versäumt habe, sondern weil der Graben keine große Bedeutung mehr gehabt habe, außer Regenwasser abzuleiten. „Deshalb wer er nicht mehr in unserer regelmäßigen Unterhaltung“, so Scheibe.

Ins Blickfeld sei der Wasserlauf erst wieder wegen des geplanten Baus der Dresdner Straße gerückt. Werde da eine Grundwasserabsenkung nötig, wollte man zuvor sicherstellen, dass der Binnengraben das aufnehmen könne, erläutert Scheibe, warum die Stadt Herzberg den Auftrag für die Grabenunterhaltung ausgelöst habe. Mit der Stadt sei der Gewässerunterhaltungsverband nun auch im Gespräch, denn es müsse die Finanzierung der Arbeiten, einschließlich der Entsorgung dieses Schlamms, der aus dem Graben geholt wurde, geklärt werden.

Und das sei durchaus keine Frage, die sich mal schnell klären lasse, räumt Scheibe ein. „Wir wissen nicht, ob der Aushub, der jetzt erst einmal an der Böschung abgelegt wurde, vielleicht mit Schadstoffen belastet ist. Das muss geklärt sein“, sagt der Mann vom Gewässerunterhaltungsverband.

Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz weiß um dieses heikle Problem. Schlimmstenfalls treibt es die Entsorgungskosten, die mit 100 Euro pro Kubikmeter an sich schon nicht ganz ohne sind, noch zusätzlich in die Höhe. „Es ist technologisch durchaus üblich, solchen Aushub erst einmal liegen zu lassen, damit er zusammentrocknet und die zu entsorgende Masse kleiner wird“, macht er deutlich, dass man die Zeit in dieser Hinsicht erst einmal für sich arbeiten lassen wolle. „Außerdem haben wir unterschätzt, wie viel Dreck zusammenkommt“, gesteht er ein und schiebt nach: „Einen abschließenden Plan haben wir momentan noch nicht.“

Auf den wartet wiederum der Gewässerunterhaltungsverband: „Solange die Finanzierung nicht klar ist, fassen wir den Aushub nicht noch einmal an“, macht Siegfried Scheibe deutlich.