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Schlieben
Auf Ideensuche für neue Gottesdienstformen in Schlieben

Schlieben. Pfarrer Philipp Schuppan hat dazu angeregt und findet Rückhalt in der Gemeinde. Von Sylvia Kunze

Es ist beschlossene Sache. Statt stetig wiederkehrender 08/15-Gottesdienste, will man im Schliebener Land kreativer werden. Das berichtet Pfarrer Philipp Schuppan nach einer Zusammenkunft mit Vertretern der Kirchgemeinden, in denen er tätig ist. „Wir wollen künftig auch einmal neue Wege einschlagen“, kündigt er an.

Schuppan schweben da unter anderem besondere Formen, einen Gottesdienst zu feiern, vor, zum Beispiel im Wald, auf dem Schliebener Weinberg oder auch zum Schulanfang mit Schul- und Kitakindern. Er kann sich eine Nacht der Lichter vorstellen oder Taize-Gesänge - „eben mal was Anderes, als den normalen Gottesdienst am Sonntagsvormittag“. Wobei er da gleich beim nächsten Thema ist: Warum immer nur Sonntagvormittag zum Gebet einladen? „Vielleicht kann man, wenn man zu anderen Zeiten einlädt, auch mal Menschen erreichen, die sonst nicht in die Kirche kommen“, sagt der, der mit seinem Vorstoß „hinterm Ofen hervorlocken“ will.

Der Schliebener Pfarrer hat in seiner bisherigen Amtszeit sehr unterschiedliche Erfahrungen in Sachen Besucherzuspruch gesammelt. Es gebe Orte, in denen sei die Besucherzahl bei den Gottesdiensten konstant zweistellig, in anderen Dörfern hingegen kämen aber gerade einmal vier oder fünf Leute. „Da sprechen wir scheinbar nicht mehr Menschen an“, konstatiert er. „Das habe ich mir zwei Jahre lang angeschaut. Jetzt ist es an der Zeit, etwas Neues zu probieren“, will er nicht aufgeben.

Gemeinsam mit den Gemeindekirchenräten soll eine Planung fürs Jahr erstellt werden - in die solche neuen Formen von Gottesdiensten Einzug halten sollen. Man müsse jetzt schauen, was sich verwirklichen lasse und wie es dann ankomme. Auch wer die Akteure sind, sei zu klären. Zu einem Jugendgottesdienst beispielsweise gehören aus Sicht des Pfarrers nämlich unbedingt auch eine Band oder Musiker, die der Sache Pfiff verleihen.

Parallel dazu geht es an die Vorbereitungen von Veranstaltungen. „Wir haben wieder einige Konzerte geplant“, verrät Philipp Schuppan und schiebt gleich noch nach: „Ich habe das große Glück, in jeder Kirchengemeinde mindestens eine Person zu wissen, die sich vor Ort kümmert. Das ist eine große Unterstützung für meine Arbeit“, denn immerhin gehören zu seinem Pfarrbereich 15 Orte mit neun Kirchen.

Und während Schuppan noch gespannt ist, wie neue, andere Gottesdienstformen das kirchliche Leben bereichern, können Pfarrer wie Michael Seifert in Wahrenbrück oder auch Ingolf Walther in Uebigau längst berichten, dass sich die Mühe durchaus lohnt. Beide schwärmen von guten Erfahrungen, die sie beispielsweise mit Gottesdiensten im Grünen gesammelt haben, oder auch davon, wie gut die großen Taufgottesdienste am Falkenberger Kiebitz-See angekommen sind.