ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:57 Uhr

Uebigau macht was für Kinder
Glückskinder-Verein mit Drachenfest

Den ersten Preis konnte Dirk Schüler (r.) für den „goldenen Drachen“ an Hanna und Lars Leisner übergeben.
Den ersten Preis konnte Dirk Schüler (r.) für den „goldenen Drachen“ an Hanna und Lars Leisner übergeben. FOTO: LR / Rico Meissner
Uebigau. Eine Truppe, die sich für Kinder der Stadt Uebigau-Wahrenbrück stark macht. Von Rico Meißner

Für ein solches Familienfest sind Lauterbachs Wiesen am Rand der Stadt einfach ideal – viel freie Fläche, keine Bäume oder Oberleitungen und immer ein leichter Wind. Optimale Bedingungen also für das Drachenfest, organisiert vom Verein „Glückskinder Uebigau e.V.“. Bereits zum fünften Mal gab es am Samstag Spaß für die ganze Familie. Neu in diesem Jahr war ein Wettbewerb um den besten selbstgebauten Drachen. Kreativ sollte er sein, und er musste sich natürlich auch in der Luft halten können.

„Wir wollten mal etwas Neues ausprobieren“, erzählte der Vereinsvorsitzende Dirk Schüler. „Sonst konnten die Kinder stets hier einen Drachen basteln. Dieses Mal überlegten wir, dass sie das schon im Vorfeld zu Hause mit Eltern oder Großeltern machen könnten.“

Auch abseits des Drachenfestes ist der Verein ausgesprochen umtriebig. Die „Glückskinder“, die  sich vor sechs Jahren gegründet haben, damals aus dem Anlass der drohenden örtlichen Schulschließung, umfassen inzwischen 76 Mitglieder aller Altersgruppen. Neben Aktionen und Auftritten, etwa bei der Historischen Nacht oder dem Weihnachtsmarkt, widmen  sie sich auch immer wieder größeren Projekten. So entstand in der Kita „Eichhörnchen“ ein Blockhaus und in Langenaundorf ein Rasenvolleyballplatz. In der Schule wurde vor Jahren eine Art „Besenkammer“ zum Leseraum umfunktioniert. Gegenwärtig ist der Verein noch immer in der Kleingartenanlage mit einem „Garten für alle“ beschäftigt. Inzwischen angekommen sind neue Hochbeete, ein neuer Barfußweg, eine Blockhütte  und ein großer Grill sowie ein Backofen.

„Wir finden viel Resonanz in der Stadt“, sagt Dirk Leisner vom Verein. „Wir werden auch direkt von anderen Vereinen angesprochen, mittlerweile sogar über die Stadtgrenzen hinaus.“ Schade finden es alle, dass der Garten, der ja vornehmlich der freien Schule zur Verfügung stehen sollte, diesem Nutzen noch nicht nachkommen kann, da es nach wie vor keine Genehmigung aus Potsdam gibt. „Dann bleibt er vorerst unter der Obhut der Glückskinder“, plant Schüler. Angedacht ist auch, ihn für private Feiern zur Verfügung zu stellen oder eine Verbindung zur Schlossherberge herzustellen, beispielsweise für Grillabende.

Ortsvorsteher Ulrich Jachmann freut das Engagement des Vereins: „Das ist schon eine feine Sache, so einen Verein in der Stadt zu haben, der etwas für die Kinder tut.“ Auch sonst habe Uebigau, gemessen an der Größe, ein reges Vereinsleben, wobei sich die Vereine gegenseitig unterstützten und nicht in Konkurrenz stünden, so Jachmann weiter.

Die nächsten Projekte der „Glückskinder“ sind bereits in Planung. Auf dem Uebigauer Sportplatz soll ebenfalls ein neuer Rasenvolleyballplatz entstehen. Auch weitere Veranstaltung werden vorbereitet.  Am 3.11. gibt es ab 18:00 Uhr eine Halloweenparty in der Museumsscheune, im Januar zur Garteneröffnung ein Glühweinfest mit Lagerfeuer und Musik.

Auch das Drachenfest wird es im nächsten Jahr in einer Neuauflage geben. Dieses Mal gewann der „Goldene Drache“, gebaut aus einer Rettungsdecke, von Familie Leisner den ersten Preis. Für fünfzehn Euro können sich Lars und Hanna nun im Schreibwarenladen der Stadt etwas aussuchen. Die nicht prämierten Teilnehmer erhielten jeweils einen Eisgutschein als Trostpreis.

Und das der Humor bei solchen Veranstaltungen nicht zu kurz kommt, beweist folgender Dialog. Auf die Frage an einen Besucher, warum er ohne Drachen erschienen sei, antwortete der nur trocken „es ist zu wenig Wind für Schwiegermutter“.

Um die Drachen in die Luft zu bekommen, war zumeist die Hilfe der „Großen“ gefragt. So mancher kam dabei ganz schön ins Schwitzen.
Um die Drachen in die Luft zu bekommen, war zumeist die Hilfe der „Großen“ gefragt. So mancher kam dabei ganz schön ins Schwitzen. FOTO: LR / Rico Meissner